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Hier dreht sich das Rad der Geschichte
Es misst etwa zwei mal zwei Meter, wiegt 750 Kilo und ist aus Ahorn- und Lindenholz geschnitzt: Das Rad der Geschichte. Zu bestaunen ist es seit einem Jahr in der Gemeinde Gelenau, und zwar im Ausstellungsraum des Strumpfmuseums. Dort dreht es sich seither und berichtet den Besuchern, was sich in vergangenen Tagen im Ort zugetragen hat.
Die Idee zu dem ungewöhnlichen Geschichts-Lehrpfad hatte Thomas Voigt. Dem 44-jährigen Holz-Künstler waren simple Reliefs viel zu langweilig. "Ich wollte das Ganze umgehbar machen", erzählt der Gelenauer, der im Alter von sieben Jahren das erste Mal zum Schnitzmesser griff und heute jede freie Minute schnitzt und malt.
Er tüftelte an einer drehbaren Konstruktion, auf der zwölf detailgetreu geschnitzte Bilder historische Begebenheiten symbolisieren: beispielsweise die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr 1876, der Anschluss ans Bahnnetz 1886, die Erschließung des neuen Gewerbeparks und der Bau des Sportareals in den 1990er Jahren.
Auf zusätzlichen Tafeln im Ausstellungsraum werden die Bilder und die Ereignisse dann beschrieben. Besonders prächtig hat Thomas Voigt die Mitte seiner "bewegten Geschichte" gestaltet: Sie ziert eine aufwändige Darstellung der Herren von Schönberg nach Vorbild des Grabmales von Joachim von Schönberg und seiner Familie in der Gelenauer Kirche: Joachim und seine Brüder wurden 1548 mit den väterlichen Gütern belehnt, 1551 wurde ihm Gelenau zugesprochen.
Insgesamt vier Kubikmeter Holz hat Thomas Voigt für sein Werk verarbeitet, dass die Gemeinde bei ihm in Auftrag gab. Zweieinhalb Jahre schnitzte, drechselte und werkelte er mit höchster Fingerfertigkeit daran - und die Mühe hat sich gelohnt. Besucher sind von der einmaligen Darstellung fasziniert, sogar die Nachkommen der einstigen Herren von Schönberg zeigten sich beeindruckt davon, dass ihre Vorfahren wieder "lebendig geworden" sind.
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