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Emma und Max: Figuren mit Herz

Holzkaninchen haben Grünhainichen als Geburtsort


Designer Dirk Hobler hat als zweite Figurenserie diese Kaninchen geschaffen. Emma und Max sind knuffig anzuschauen. Beide zeigen, was sie so alles draufhaben. Das macht so richtig Freude auf den Frühling und das Osterfest.

Grünhainichen. Emma und Max sind ein vielseitiges Pärchen. Einzeln geben die beiden Kaninchen eine ebenso gute Figur ab. "Jedes Kaninchen wurde mit Liebe und Sorgfalt gefertigt." Dies sagt Dirk Hobler aus Grünhainichen. Von ihm stammt das Design für die Figurenserie. Tischlermeister Heinz Hoppe kann dem nur zustimmen: "Emma und Max haben in meinem Familienbetrieb das Licht der Welt erblickt." Ostern, so hoffen Designer und Tischlermeister, kommen ihre Kaninchen ganz groß raus.

Von Frieda und Oskar, den beiden Engelchen, kann das bereits mit Fug und Recht behauptet werden. Vergangenes Weihnachten haben sie so manches Sammlerherz höherschlagen lassen. Apropos Herz: Jede der Holzfiguren trägt unter ihrem linken Fuß ein winziges silbernes Herzchen. "Unser Erkennungszeichen", erläutert Dirk Hobler. "Wir haben es den Engelchen und Kaninchen geschenkt und geben es ihnen mit auf den Weg - Figuren mit Herz eben." Da passt auch schön dazu, dass ihr Schöpfer aus Herzberg (Brandenburg) stammt. Nach dem Studium an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein in Halle verschlug es den 36-Jährigen ins Erzgebirge nach Grünhainichen - bekannt als Dorf der Engel. Emma und Max lassen schön grüßen.

Seit dem vorigen Jahr ist Dirk Hobler selbstständig und so sein eigener Chef. Um die Ideen verwirklichen und die Figuren erschaffen zu können, hat er sich mit Heinz Hoppe und dessen Grünhainichener Manufaktur zusammengetan. "Die Einzelteile dafür wurden im vergangenen Sommer gefertigt", erzählt der Tischlermeister. "Das passt ganz gut, weil es in der Zeit mitunter nicht so viel zu tun gibt." Verwendet wird dazu Ahornholz. Der 68-Jährige fertigt ansonsten in seinem reinen Familienbetrieb zusammen mit Ehefrau Birgit (62) Teile für Schachbretter. Aus Grünhainichen kommt übrigens auch das kleinste Schachbrett der Welt. Seine Spielfläche misst gerade mal 8,5 mal 8,5 Millimeter, einschließlich Rahmen nicht mal einen Zentimeter. Wen wundert es da, dass der Winzling in Dresden im Museum vom Schachverband gezeigt wird.

Frieda und Oskar sowie Emma und Max haben das mit dem Museum vielleicht noch vor sich. Bei ihrem Charme, den sie versprühen, ist das nicht weit hergeholt. Aber: "Die beiden Kaninchen sollen erst einmal fröhlich durch den Frühling hoppeln, das Osterfest beleben und Freude ins Haus bringen", nennt Dirk Hobler das Nahziel. Das Zeug dazu haben sie. Die Ideen zu der Figuren-Serie sind in über zehn Jahren gereift. So witzig und liebenswert, wie sie sich jetzt präsentieren, stehen sie ihrem Vorgänger Oskar in nichts nach: "Wie er können auch die Kaninchen als Glücksbringer, Liebesboten und zum Danke sagen an liebe Menschen losgeschickt werden."

Wer eine solche Figur geschenkt bekommt, hält ein Produkt in modernem Design in den Händen. Weiße Teile, Parabelform und Einfachheit machen dieses Design aus. "Traditionelle Formen gibt es im Erzgebirge viele", meint Dirk Hobler. "Emma und Max sind deshalb ganz bewusst keine Hasen, sondern Kaninchen." Die altdeutschen Namen wurden ebenfalls mit Absicht gewählt, weil sich Modernes und Altes ohne weiteres kombinieren lässt. Ehefrau Romy ist an allem nicht ganz unbeteiligt.

Ähnlichkeiten in punkto Form, die Engel wie Frieda und Oskar zum Beispiel mit Weihnachtsmännern des Kunsthandwerkers Björn Köhler aus Eppendorf haben, sind bei modernem Design wohl kaum zu verhindern. "Die Bandbreite, in der sich ein Designer dabei bewegen kann, ist nicht sehr groß", erläutert Dirk Hobler. "Bei traditionellen Formen sind diese Ähnlichkeiten ebenfalls vorhanden." Björn Köhler ist darüber nicht gerade glücklich: "Die Unterschiede zwischen den Engeln und meinen Weihnachtsmännern sind größer als die Gemeinsamkeiten. Bei diesen reduzierten Formen wird man mit Ähnlichkeiten leben müssen."

Insgesamt 2500 Mal gibt es die Kaninchen Emma und Max erst einmal. Händler im Raum Sachsen wurden angesprochen. Zudem wollen Dirk Hobler und Heinz Hoppe damit auf die Cadeaux in Leipzig - die Fachmesse für Geschenk- und Wohntrends: "Wir werden dort mit unserem Produkt am Stand der erzgebirgischen Kunsthandwerker vertreten sein."

Von Wilfried Saworski


Erschienen am 26.02.2009




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