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Land & Leute
Statt auf dem Schiff kocht er in Gornsdorf
Tino Hankes beruflicher Werdegang begann in der Küche im Volkshaus - Als Pächter steht er dort mitunter heute noch
Tino Hanke, Betreiber der Gaststätte Volkshaus Gornsdorf, ist Sammler von historischen Musikinstrumenten. Das sieht man auch dem Gastraum an.
Gornsdorf. Seit mehr als 80 Jahren ist das Volkshaus das kulturelle Zentrum von Gornsdorf. Und das nicht von ungefähr: Bereits der Bau stand unter der Federführung des Arbeitersportvereins. Hunderte von Sportlern und Bürgern haben damals bei der Finanzierung und beim Bau geholfen. Die ersten Anträge wurden 1926 gestellt, zwei Jahre später stand der Rohbau und die Gaststätte wurde eröffnet. 1929 schließlich fand die offizielle Weihe statt.
Tino Hanke ist 1961 geboren und seit 28 Jahren eng mit dem Haus verbunden. Der gebürtige Gornsdorfer hat 1982 als Koch im Volkshaus angefangen. Seit 2003 ist er der Pächter der Gaststätte und Organisator einer Vielzahl von Veranstaltungen.
Dabei schien die enge Verbindung zum Heimatort so nicht vorgezeichnet. Nach der Ausbildung zum Koch hatte Hanke einen Traum: "Mein Wunsch war es, Schiffskoch zu werden." Doch nach 18 Monaten Armee war er erstmal froh, wieder zu Hause zu sein. Und dann kam das Angebot, im Volkshaus anzufangen. "Damals sollten gerade zwei Schichten eingeführt werden. Vorher wurde erst ab 16 Uhr geöffnet, erinnert sich Hanke.
Er ergriff die Gelegenheit beim Schopf. Als Volkshaus-Koch war er damals noch Angestellter der KSG-Leiterplatten. Inzwischen befindet sich das Volkshaus im Eigentum der Gemeinde, und im Gegensatz zu vielen anderen Häusern dieser Größe hat es die Wende überstanden und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Es wurde investiert. Fassade und Fenster sind neu, der Tanzsaal wurde nach historischem Vorbild restauriert und die Gaststätte renoviert.
Entsprechend haben Sport und Kultur hier gleichermaßen eine Heimat. Genutzt wird das Gornsdorfer Volkshaus von Tischtennisspielern, Keglern, Schachspielern und Imkern bis zum Deutschen Roten Kreuz. Hanke selbst hat auf dem angrenzenden Fußballplatz schon als Sechsjähriger gebolzt und ist dem Sport 30 Jahre lang treu geblieben. Heute hat er für Hobbys allerdings kaum noch Zeit. Während er früher vor allem in der Küche stand, hat er jetzt vier festangestellte Mitarbeiter und er ist sich, wenn Not am Mann ist, für keine Arbeit zu schade: Von der Organisation bis zum Service und der Küche.
In seine Gaststätte hat Tino Hanke individuelles Flair gebracht. Der Antiquitätensammler hat den Raum vor allem mit alten Instrumenten gestaltet. Von Bandoneon bis Mandoline reichen die guten Stücke, die Hanke auf Trödelmärkten sucht und findet.
Schönes findet Tino Hanke aber nicht nur auf Trödelmärkten, sondern auch beim normalen Bummel durch seinen Heimatort Gornsdorf: "Wir haben schöne Fleckchen hier, wie das Naturbad, eines der schönsten in der ganzen Umgebung. Hier ist es angenehm ruhig." Und er fügt hinzu, dass trotzdem auch für die Jugendlichen viel los sei. "Es ist für alle etwas da. Ich glaube nicht, dass hier jemandem langweilig wird."
Ich lebe gern in Gornsdorf
Kontakt für Tipps und Hinweise: Herrenstraße 19, 09366 Stollberg, Ruf 037296 699012341, Fax 0371 65617234. E-Mail: Red.Stollberg@freiepresse.de
Von Cristina Zehrfeld
Erschienen am 04.02.2010




