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Land & Leute
Meeraner Rosenlikör schmeckt den Japanern
Mocca Edel ist Marktführer bei Mocca-Likören in Deutschland - Nach Tests bekommt DDR-Kultgetränk Goldmedaille
Lagerleiter Heinz Großkopf zeigt traditionelle Erzeugnisse des Unternehmens: Urahn, Mocca Edel, Bergland-Kräuterlikör (früher Bayrisch Kräuter) und Grün-Weiss, auch Pfeffi genannt.
Meerane. Nicht wenige beliebte Ost-Produkte sind nach der Wende aus den Läden verschwunden. Nicht so der Mocca Edel aus der Meeraner Spirituosenfabrik und Weinbrennerei. "Wir stellen den Likör nach wie vor nach dem alten Rezept her, sind Marktführer bei Mocca-Likören in Deutschland", sagt Betriebsleiter Wolfram Hellmich. "Doch wir produzieren auch viele neue Liköre. Speziell für Japan beispielsweise einen Rosenlikör."
Nach der Wende hatte das Unternehmen versucht, aus Kostengründen bei Mocca Edel auf eine andere Rezeptur umzustellen. "Aber das ist von den Kunden nicht akzeptiert worden", sagt Hellmich. "So ist unser Produkt das einzige, das noch direkt aus Kaffeebohnen hergestellt wird. Wir beziehen dafür eine spezielle Röstung aus Bremen." 200.000 Flaschen Mocca Edel verlassen jedes Jahr die Firma. Sie landen in Märkten wie Kaufland, Edeka und Rewe sowie beim Fachhandel.
Dass nicht nur Ostalgie, sondern wirklich Qualität hinter der Beliebtheit des Likörs steckt, zeigt sich darin, dass er 2008 bei der DLG-Prüfung eine Goldmedaille erhielt. Für diese Bewertung musste der Likör im Testzentrum Lebensmittel der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) einen Testmarathon aus Deklarationskontrollen, Laboranalysen und einer Verkostung von erfahrenen Vertretern der Spirituosenbranche durchlaufen. "So eine Goldmedaille bekommt nicht jeder für sein Erzeugnis. Gerade deshalb ist sie ein gutes Verkaufsargument", sagt der Betriebsleiter. Nach seiner Aussage habe voriges Jahr der Specht Schwarzwälder Kirschwasser und der Greizer Toffee-Sahne-Likör ebenfalls Gold bekommen.
Auch diese Spirituosen werden in Meerane hergestellt, nachdem 2007 die drei Tochterfirmen der Oldesloer Kornbrennerei am Standort Meerane konzentriert wurden. Es handelt sich dabei neben der Meeraner Spirituosenfabrik und Weinbrennerei um die Greizer Likörfabrik und die Specht Edle Obstbrände Leutenbach. Insgesamt werden gegenwärtig 70 Liköre und Brände hergestellt. Drei Millionen Flaschen verlassen jährlich das Unternehmen. 400.000 bis 500.000 davon gehen in den Export, werden nicht nur in Japan, sondern auch auf den Kanaren, in Spanien und den skandinavischen Ländern ausgeschenkt.
Neben Bewährtem wie Mocca Edel, Bergland Kräuterlikör, der früher Bayrisch-Kräuter hieß, und Grün-Weiß, auch Pfeffi genannt, wartet die Firma an der Glauchauer Straße mit Neuentwicklungen wie einem Waldmeister-Sahne-Likör auf.
Arbeiteten zu DDR-Zeiten, als neben der Spirituosenherstellung auch noch die Abfüllung bulgarischer Weine in Meerane lief, mehr als 200 Leute in dem Betrieb, so sind es heute gerade einmal noch 19. Mehr als eine halbe Million Euro sind in eine moderne Abfüllanlage und eine Etikettiermaschine investiert worden.
Von Viola Martin
Erschienen am 25.02.2010
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