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Land & Leute
"Sachsenkräuter" gedeihen gut
Junges Ehepaar machte sich mit Wildpflanzen und ihrer Verarbeitung selbstständig - Gefragt auch in Baden-Baden
Jeannette Wenzel aus Schweikershain von der Firma "Sachsenkräuter" bietet ihre Produkte auch auf dem Chemnitzer Wochenmarkt zwischen Rathaus und der Galeria Kaufhof an.
Schweikershain. Nach der ersten Saison kann das Familienunternehmen "Sachsenkräuter" mit Sitz im Erlauer Ortsteil Schweikershain eine gute Bilanz ziehen. Die Geschäftsidee, sich mit dem Sammeln und der Weiterverarbeitung von Wildpflanzen der Region selbstständig zu machen, ist aufgegangen.
Jeannette und Lars Wenzel haben sich mit den so ganz eigenen Köstlichkeiten von Feld und Flur einen Namen gemacht - sowohl bei den Bürgern der Umgebung, aber auch bei angesagten Restaurants wie das noble "Medici" in Baden-Baden oder die vornehme "Burgstuben-Residenz" in Köln.
Schon jetzt zählt das Ehepaar aus Schweikershain die Tage, wann es wieder hinaus geht zu Mutter Natur. Dabei ist es vor allem das Zschopautal, in dem Kräuterexpertin Jeannette Wenzel vor allem an Waldrändern und Wildwiesen fündig wird. "Das sind Löwenzahn, Brennnessel, Schafgarbe Spitzwegerich Breitwegerich", sagt sie. Dazu verschiedene Kressearten. "Seltener sind da schon das Scharbockskraut oder auch der Bärwurz."
Das sind nur einige der Pflanzen, die die Unternehmerin findet. Zuhause dann bereitet sie Leckereien wie gute Säfte, Marmeladen, Kräutersalate der ganz ungewöhnlichen Art, ja sogar duftenden Rosenblütenwein zu. "Erstmals in den vergangenen Monaten haben wir auch Sanddorn verarbeitet, mit wirklich großem Erfolg bei den Verbrauchern." Interessiert an den gesunden Kräutern vor der Haustür war die junge Mutter schon immer, aber erst 2005 machte die damals 27-Jährige ihr Hobby zum Beruf.
Dabei hat das Geschäftspaar mit dem Faible für die gesunden wilden Köstlichkeiten auch im Winter ausreichend zu tun. "Wir haben zwar gesagt, in der kalten Jahreszeit lassen wir es langsam angehen, aber daraus wird nichts", macht Lars Wenzel klar. "Da stehen in erster Linie die gesamte Verarbeitung der gefrorenen, getrockneten und durchgedrehten Kräuter an", zählt er auf. Außerdem habe sich der Verkauf von Orangen, die man eigens aus Sizilien bezieht und die einen ganz eigenen Geschmack besitzen sollen, bewährt. Immerhin kommen 500 bis 600 Kilogramm gen Schweikershain - "alle 14 Tage."
Im übrigen, vor den "Sachsenkräutern" hat das Paar einige Jahre "Schwarzwaldkräuter" verkauft. Die beiden hatten, einige Jahre nach der Wende, zunächst ihr Glück in dieser fernen Gegend gesucht. Doch die Sehnsucht war zu groß: "Heimat bleibt Heimat", so Wenzel. Nun fühlen sie sich seit August 2009 sehr wohl in Schweikershain: eine schöne Umgebung, tolle Nachbarn, viele Menschen, die die wilden Kräuter für sich entdecken. "Uns geht es gut hier", sagt Lars Wenzel.
Von Eveline Rößler
Erschienen am 11.03.2010




