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Land & Leute
"In Augenhöhe gibt es viel zu entdecken"
Hobbyfotograf Albert Colditz erhält Zertifikat von der Photographic Society of Amerika - Thalheimer pflegt sein Hobby seit 70 Jahren
Albert Colditz erhielt von der Photographic Society of America für 18 angenommene Fotoarbeiten eine Urkunde. Andreas Tannert
Thalheim. Der Thalheimer Hobbyfotograf Albert Colditz hat für seine erfolgreiche Teilnahme an internationalen Fotoausstellungen in den Kategorien Natur und freie Fotografie je einen goldenen Stern erhalten. Vergeben und verschickt wird das Zertifikat von der Photographic Society of Amerika (PSA). Der weltweit interaktive Fotoverband für jedermann zur "Förderung der Künstler und Wissenschaften" in der Fotografie wurde 1934 gegründet.
Für die Verleihung der Sterne müssen sich die Hobbyfotografen bewerben. Voraussetzung für die Vergabe ist eine bestimmte Anzahl von eingereichten Fotos bei verschiedenen Fotosalonen, die von der Jury akzeptiert wurden. Dieses ausgezeichnete Urteil hat Albert Colditz bisher für etwa 400 Motive bekommen. Für den ersten von fünf PSA-Sternen musste der Thalheimer 18 angenommene Fotografien nachweisen. Neben vielen wertvollen Preisen erhielt der Hobbyfotograf beispielsweise 1988 in Moskau für seinen "Kleiber" und 2005 für sein Foto "Fürsorge", welches Grünfinken bei der Fütterung zeigt, besondere Auszeichnungen. Im gleichen Jahr bekam er für seine 50-jährige Mitgliedschaft im Deutschen Verband der Fotografie die Treuemedaille in Silber.
Seit der Wende verschickt der heute 85-Jährige seine Dias und Fotos zu zahlreichen Wettbewerben in alle Welt. So war die Stadt Thalheim, aber auch Natur und Landschaft des Erzgebirges unter anderem schon in Hongkong, Südafrika, Kanada, Indien, Amerika und in vielen europäischen Ländern zu sehen. Nach der Bewertung bekommt er zusammen mit einem Katalog eine Rückmeldung, welche seiner Vorlagen bei der Jury ankamen und angenommen wurden.
"Am Fjord" nannte der Hobbyfotograf eine Aufnahme, die er unter anderem in Linz, Graz und Wien ausstellen konnte.
In den 70 Jahren, die sich Albert Colditz mit der Hobbyfotografie beschäftigt hat er schon viel erlebt. Begonnen hat alles mit einem Fotoalbum. Das Geschenk zur Konfirmation im Frühjahr weckte sein Interesse an der Fotografie, doch erst zu Weihnachten bekam er den ersehnten Fotoapparat. Seine besondere Leidenschaft gilt Tieren. Sowohl mit Momentaufnahmen von Schmetterlingen, Lurchen, Kriechtieren und vor allem Vogelfamilien, als auch mit bezaubernden und romantischen Fotografien der heimischen Flora und Fauna hat sich Albert Colditz weit über Thalheim hinaus einen Namen gemacht.
Seine Themenabende waren beliebt bei Jugendlichen und Senioren. Und nicht nur die Fotos begeisterten, Albert Colditz kann auch viel über die Gewohnheiten und Eigenheiten der Vögel erzählen. Bis vor vier Jahren bannte er seine Schnappschüsse auf Dias, dann begann er mit Negativfilmen. Eine moderne digitale Kamera benutzt er bis heute nicht. Bis auf Seidenschwanz und Kernbeißer hatte er schon fast alle einheimischen Singvögel vor der Linse. "Doch nicht selten dauerte es Jahre, bis ich einen bestimmten Vogel fotografieren konnte", erzählt Colditz. "Besonders scheu sind Gebirgsstelzen und Singdrosseln. Damit die nichts merken, muss man als Fotograf schon sehr erfinderisch sein." Oberstes Gebot ist bei dem Naturfreund aber immer der Schutz und das Wohl der Tiere, sie sollen auf keinen Fall gestört werden.
Neben Ausdauer und unendlicher Geduld beim Beobachten der Vögel beim Nestbau, bei der Fütterung oder beim "Schnäbeln" sind ornithologischer Sachverstand, aber auch gute körperliche Konstitution wichtig. "Auf Leitern steige ich jetzt nicht mehr. Für viele Motive ist das aber gar nicht nötig. Auch in Augenhöhe gibt es viel zu entdecken."
Von Petra Wötzel
Erschienen am 29.07.2010
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