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Land & Leute

Künstlerpaar lebt wie im englischen Schloss

Kornelia Eleonore und Ronny-Reinhard Hofmann in Zwickau - Wohlfühloase gleicht einem üppig ausgestatteten Museum


Zu Hause bei Kornelia Eleonore und Ronny-Reinhard Hofmann

Ein Hinkucker: Der "rote Salon", das Wohnzimmer von Kornelia Eleonore und Ronny-Reinhard Hofmann.

Zwickau. Das Haus von Kornelia Eleonore und Ronny-Reinhard Hofmann an der Reichenbacher Straße in Zwickau ist eine Wohlfühloase. Wer das Tor passiert hat, fühlt sich willkommen. Nicht umsonst gilt das Domizil als beliebter Künstlertreff, in dem sich schon manch prominenter Gast einfand.

Dabei gehören zum Refugium des Paares eigentlich zwei Häuser und dazu noch ein Gartenhaus, das von der Künstlerin selbst entworfen wurde und wohin sie sich gern vom Trubel zurückzieht. 14 Räume gibt es, einer interessanter als der andere, darunter vier Küchen und fünf Bäder.

Im englischen Garten schwimmen Koi-Fische im Seerosenteich mit seiner Holzbrücke. Auf allem liegt die Handschrift von Kornelia Eleonore Hofmann. Ihre Liebe für englische Gärten stammt von der Mutter, die als junge Frau in der Grafschaft Essex als Köchin gearbeitet hat. Eine der vier Küchen liegt im Erdgeschoss des mit Efeu bewachsenem Klinkerhauses, in dem faszinierende Bilder, allesamt Originale, hängen.

Hortensien als Serviettentechnik veredeln die alte Treppe, auf der frische Rosen in einer Vase stehen. Da ist auch das romantisch verspielte Fenster mit Butzenscheiben, das die Hofmanns 1981 dazu bewegt hatte, sich für das Haus zu entscheiden und es nach und nach zu ihrem kleinen englischen Schloss werden zu lassen. Warhols Marilyn schaut lasziv von der Wand des Treppenhauses auf Puccinis Prinzessin Turandot.

Bevor die Familie nach acht Umzügen und einem Leben aus gepackten Koffern in Zwickau sesshaft wurde, war Ronny-Reinhard Hofmann Orchestermusiker an mehreren Theatern. "Erst hier habe ich die Koffer ausgepackt, weil ich sofort wusste, wir sind angekommen", sagt die 1951 in Lichtenstein geborene Künstlerin.

Oben stößt der Besucher auf eine wunderschöne Sammlung, die in einem nicht minder schönen Schrank untergebracht ist. Vor vielen Jahren bekam Konny, wie Kornelia Eleonore von Freunden genannt wird, ein Glas aus blauem Pressglas geschenkt. Jetzt steht Hofmanns Sammlung, zu der auch aufwendig bemalte Biedermeierstücke gehören, einer Museumssammlung in nichts nach. Gleich daneben haben es sich kleine Engel auf einem Tisch gemütlich gemacht.

Alle spielen Instrumente. Wie ihr Mann und die Söhne Dominik und Jonathan - das hauseigene Trio Saxonia. Nur einer der Engel hält ein Buch. "Das bin ich", lacht die Autorin vieler Bücher, während sie die Gäste in den "roten Salon", ins Wohnzimmer führt. Schwere Gardinen mit Elefantenmuster haben - wie alles in diesem faszinierenden Haus - eine eigene Geschichte. Der edle Stoff war einst extra für einen indischen Maharadscha gewebt worden.

Ihr verstorbener Vater Hellmuth Möckel, ein erzgebirgischer Volksmusiker, war Kapellmeister im "Zirkus Aeros". Diese Zeit war prägend für sie, sagt Kornelia Eleonore Hofmann. "Ich habe gelernt, auf kleiner Wohnfläche zurechtzukommen".

Im Hause Hofmann wird auf feinstem Porzellan getafelt. Zur Sammlung gehört Kästner-Porzellan, das früher in Zwickau produziert wurde. Ronny-Reinhard sammelt zudem Musikinstrumente. Zu jedem Stück gibt es Geschichten - zum antiken Ofen mit Meißner Kacheln, zum rot-goldenen Herrensessel, zur 1984 geschnitzten heiligen Barbara, der von Ronny-Reinhard geklöppelten Spitze oder zur Apotheken-Glas-Sammlung aus dem 12. Jahrhundert.

Gleich nach dem roten Kaminzimmer wird es hell: weiße Möbel und eine Ledergarnitur, zu der ein gemütlicher Fernsehsessel gehört, in dem es dem Hausherrn nach einem 16-Stunden-Arbeitstag und allerhöchstens zwei Minuten Fernsehen sofort die Augen zuzieht. Für Leben im Haus sorgen auch zwei Zwergpudel und zwei Katzen, die von der Hausherrin wie ihre Kinder umsorgt werden.

Von Ludmila Thiele


Erschienen am 12.08.2010




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