Unterkunft suchen





Das aktuelle Wetter vor Ort

Fichtelberg
Do

-11 °C
Fr

-15 °C
Sa

-13 °C
So

-9 °C
Mo

-8 °C
Flöha
Do

-5 °C
Fr

-10 °C
Sa

-11 °C
So

-8 °C
Mo

-2 °C
weitere Orte

Gastgeber

Sie möchten mit Ihrer Unterkunft in das Gastgeberverzeichnis von erzgebirge.de?

Hier geht's zur Anmeldung

Willkommen im Erzgebirge

Magazin präsentiert Montanregion Erzgebirge auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe-Titel

Die Herbst-Winter-Ausgabe "WILLKOMMEN im Erzgebirge" zeigt dem Leser die Bergstädte Freiberg, Annaberg-Buchholz, Marienberg, Aue oder Schneeberg, fährt mit ihm unter Tage in die Gruben, aus denen all die Bodenschätze gehoben wurden. Die Spuren führen in außergewöhnliche Kirchen und Museen, aber auch auf Marktplätze und in Festsäle, wo Brauchtum und Tradition heute lebendig sind. weiter

Webtipps

Und Sie finden jeden Anschluss in Sachsen!
Erholen Sie sich bei einem Wellnessurlaub in den schönsten Wellnesshotels Deutschlands!
Immobilie, Wohnung, Haus - Online bei Immonet.de
Willkommen im Parkhotel Schwarzenberg.

Land & Leute

In der Hutzenstube sitzt er gleich doppelt

Stephan Malzdorf in Zwickau - Volkstümlicher Sänger und Autor hockt als Rachermaa-Musikus am Regalrand


Stephan Malzdorf in seinem Wohnzimmer

Stephan Malzdorf in seinem Wohnzimmer.

Der prächtige "Vugelbeerbaam", den Stephan Malzdorf vor Jahren in seinem Garten gepflanzt hat, trägt zwar keine roten, sondern schwarze Beeren, den Vögeln schmecken sie trotzdem vorzüglich. "Wir können sie aus unserem Küchenfester beobachten. Meine Frau hat schon mehr als 20 verschiedene Vogelarten gezählt", sagt der Erzgebirger, der mit Frau Waltraud auf Zwickaus höchster Erhebung, am Fernblick, wohnt.

Mundartsänger Stephan Malzdorf, 1948 in Beierfeld geboren, zog es 1972 der Liebe wegen nach Zwickau. Das Wohnzimmer ist seine Hutzenstube, in der er schöne Erinnerungen aufbewahrt. Zum Beispiel Spieldosen aus seiner Fernsehsendung "Auf ein Ständchen". Auf eine Spezialanfertigung ist der Musiker besonders stolz. "Ein Seiffener Spieldosenmacher hat extra für mich die Kurrende vor der Kirche mit Blasinstrumenten ausgestattet, weil in meiner Sendung Bläser ein Ständchen brachten", erklärt der studierte Opernsänger, der als Knabe im Dresdener Kreuzchor sang. Und auch Stephan Malzdorf selbst sitzt an einem Regalrand: als "Rachermaa"-Musikus. "Ich lebe Musik mit Lust und Laune", sagt Malzdorf. Auch wenn er sich als volkstümlicher Erzgebirgsmusiker manchmal wie einer der letzten Mohikaner fühlt.

Im Keller seines Hauses hat er ein kleines Musikstudio eingerichtet. In seinem Arbeitszimmer hängen auf einer selbst gezimmerten Halterung seine sechs Gitarren. "Eine davon, ein Instrument der Marke Ovation, habe ich vom ersten Kredit nach der Wende gekauft", verrät der Künstler. Das meistbenutzte Arbeitsinstrument im Zimmer ist seit einigen Jahren allerdings der Laptop. Dort schreibt er seine Berichte und Interviews, die er wöchentlich mit prominenten Musikern führt, dort verarbeitet er seine Bilder.

"Als ich 1992 mit dem Schreiben für Zeitungen begonnen habe, arbeitete ich unter dem Pseudonym Espig. Mein Großvater hieß Emil Espig. Zwei seiner Erbstücke mit hohem ideellen Wert halte ich in Ehren - eine Küchenuhr und einen Pendel-Chronometer aus dunklem Holz, auf dem ein Holzadler mit ausgebreiteten Flügeln sitzt."

Eine Kuckucksuhr erinnert an den Aufenthalt bei Musiker-Kollegen im Schwarzwald. "Wir mussten sie nur ruhig stellen, sonst hat sie uns jede Viertelstunde bekuckt", schmunzelt Malzdorf. Der MDR-Löwe steht für 635 Sendungen der volkstümlichen Hitparade, die er bei MDR 1 Radio Sachsen moderierte.

Für die Volksmusik verlässt der Erzgebirger sogar sein schönes Häuschen - erst diese Woche wieder, nachdem er noch seine Ligusterhecke akkurat gestutzt hat. Zunächst war er bei seinem singenden Freund Bruno Holzknecht im Tiroler Stubaital. Heute ist der Zwickauer bei der Alpenparty in Klösterle, mit der sich die Klostertaler nach 34Jahren von der Bühne verabschieden. Für Stephan Malzdorf unvorstellbar. Musik hält ihn am Leben, da ist er sich absolut sicher.

Von Ludmila Thiele


Erschienen am 19.08.2010




Facebook Teilen Twittern