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Volkskunst

Die Schachtel ist das Maß der Dinge

Seiffener fertigt Miniaturen kleiner wie Streichhölzer


Im Familienunternehmen von Gisbert Neuber in Seiffen werden seit 20 Jahren Miniaturen in Zündholzschachteln gefertigt.

Seiffen. Eine Bauernstube, Grimms Märchen, Weihnachts- und Osterszenen, eine Schmiedewerkstatt - rund 80 verschiedene Motive haben in den zurückliegenden Jahren die Werkstatt von Gisbert Neuber verlassen - alle in einer Zündholzschachtel. "Wir sind die einzigen, die kleine Welten in Zündholzschachteln in größeren Stückzahlen fertigen", ist der 61-Jährige überzeugt, der am 1. Juli 2007 mit seinen vier Mitarbeitern den 20. Unternehmensgeburtstag feiert.

Auch seine Ehefrau Christin hat bei der VERO in Seiffen gelernt, und damals schon haben sich beide den Miniaturen gewidmet. "Wenig Holzeinsatz und keine Verpackung, die bildet ja die Schachtel", kennt Gisbert Neuber die Vorteile seiner Produktion. Waren es zum Ende der DDR lediglich drei verschiedene Motive, die das kleine Unternehmen verlassen haben, sind nach der Wende schnell neue dazugekommen.

Jetzt werden jährlich rund 20.000 Zündholzschachteln versandt - unter anderem nach Amerika, Kanada, Japan, in die Schweiz und nach Österreich. Oft werden die kleinen Kostbarkeiten als Werbegeschenke von Firmen geordert, erzählt der Unternehmer. Derzeit werde zum Beispiel als Großauftrag ein Luxusliner en miniature für eine Reederei produziert.

Jeder Passagier bekomme so eine Streichholzschachtel. Bisher ausgefallenster Wunsch war der eines Pharmazieunternehmens: Giesbert Neuber musste ins Geviert der Schachtel eine hölzerne Bauchspeicheldrüse platzieren.

Die Auftragslage ist gut, zeigt er sich optimistisch: "Wir haben eigentlich immer zu tun." Schwierigkeiten gebe es eher bei der Rohmaterialbeschaffung. Während zum Einsatz kommende Gehölze wie Buche, Fichte und Linde nicht das Problem seien, gingen langsam die Vorräte an Streichholzschachteln zur Neige.

Ein Riesaer Anbieter hatte vor Jahren dicht gemacht. Aber es zeichne sich eine Lösung ab. Sogar in der Wernesgrüner Musikantenschänke war Gisbert Neuber schon mit seinen Miniaturen. Die Sendung wird am 16. November vom Mitteldeutschen Rundfunk ausgestrahlt.

Von Matthias Leipnitz


Erschienen am 05.07.2007




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