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Volkskunst

Seit 100 Jahren kommt Porzellan aus Freiberg

Zandi Form & Dekor GmbH führt seit dem Jahr 2000 die Tradition der Porzellanherstellung fort


Eine breite Palette von Haushaltsporzellan wird bei der Zandi Form & Dekor GmbH hergestellt.

Im August 1906 wurde an der Frauensteiner Straße in Freiberg erstmals Porzellan gebrannt. Die Zandi Form & Dekor GmbH hält die Tradition der Porzellanherstellung bis heute am Leben. Das 100-jährige Jubiläum soll im August dieses Jahres gefeiert werden.

Die Vorbereitungen für eine Festwoche laufen auf Hochtouren. "Ein Formgestalter erarbeitet derzeit das Muster für ein Unikat, welches in limitierter Auflage angeboten wird", berichtet Zandi-Geschäftsführerin Cornelia Mitzlaff, die allerdings noch keine Einzelheiten verraten will. Auch eine kleine Schau zur Geschichte der Freiberger Porzellanherstellung soll es im August für die Besucher geben.

Bereits zu DDR-Zeiten war Freiberger Porzellan weit über die Grenzen Sachsens hinaus eine bekannte Marke. Produziert wurde es im Freiberger Porzellanwerk, das 1999 in Konkurs ging. Die Firma Zandi setzte die Tradition der Porzellanherstellung fort, zunächst vier Jahre lang am Standort in Brand-Erbisdorf.

Seit 2004 produziert das Unternehmen mit derzeit 15 Mitarbeitern wieder in Freiberg, in einem neuen Domizil an der Zuger Straße. Vasen, Tassen, Schalen, Becher, Krüge und zahlreiche andere Haushaltsprodukte entstehen unter den geschickten Händen der Keramiker. Etwa 1000 verschiedene Artikel gehören zur Palette des Betriebes.

Durch die Investition von 100.000Euro in einen neuen Brennofen konnte die Produktion im vergangenen Jahr erheblich gesteigert werden. Von etwa 70.000 Produkten im Jahr 2004 stieg die Zahl auf 110.000 an. Der Umsatz lag 2005 bei rund 500.000 Euro.

Neueste Kreation der Mitarbeiter ist ein Kindergedeck, das eine "Begegnung am See" erzählt. Die Motive hat die Freiberger Künstlerin Regine Menz entworfen. "Von jedem verkauften Exemplar sollen zwei Euro in das Projekt ,Kinder in Not' fließen", informiert Cornelia Mitzlaff. Passend zum Geschirr soll demnächst eine Broschüre mitgeliefert werden, in der die Geschichte in Worten geschildert wird.

Das Freiberger Porzellan entsteht aus einer Mischung mit Kaolin nach einem hauseigenen Firmenrezept. Die Produkte werden im Gießverfahren hergestellt, einige Teile maschinell gedreht. Der erste Brennvorgang erfolgt bei 1200 Grad. Nachdem das Porzellan in eine Glasurwanne getaucht wurde, wandert es nochmals in den Ofen. Der Betrieb fertigt auf Kundenwunsch auch Jubiläumsplaketten.

Vor allem Verbände und Vereine machen davon Gebrauch. Gefragt sind sie ebenso für Schul- und Heimatfeste. Sogar Straßenschilder aus Porzellan verlassen die Firma. Eines davon hängt in Freibergs französischer Partnerstadt Gentilly und verkündet die "Rue de Freiberg".

Von Rolf Rudolph


Erschienen am 01.06.2006




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