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Musikfest soll Strahlkraft erhöhen

Dem Erzgebirge stehen klangvolle Tage ins Haus: Vom 3. bis 12. September sind renommierte Künstler zu Gast


Schwarzenberg/Annaberg-Buchholz. Wenige Tage vor Beginn der Premierenauflage eines neuen Musikfests im Erzgebirge ist die Aufregung - insbesondere bei den Ideengebern und Organisatoren - unheimlich groß. Denn hoch ist der Anspruch, den sie sich selbst gestellt haben: "Das Musikfest Erzgebirge möge der Region zu der internationalen Strahlkraft verhelfen, die sie auf Grund ihrer reichen Musiktradition verdient hat", hoffen die Veranstalter.

Der "geistige Vater" des Musikfestes ist kein Geringerer als Professor Hans-Christoph Rademann. Für den gebürtigen Schwarzenberger geht damit ein ganz besonderer Wunsch in Erfüllung. Denn dieses Musikfest will er als einen Brückenschlag zwischen der reichen musikalischen Tradition des Erzgebirges und den faszinierenden Interpretationen internationaler Künstler verstanden wissen.

"Ich wünsche mir, dass dieses Musikfest ein Fest der Entdeckung und Begegnung wird", sagt Rademann, der 1999 den Dresdner Kammerchor gründete und heute den Rias-Kammerchor leitet. Seine erzgebirgische Heimat ist die Wiege großer Musiker, wie Johann Hermann Schein, der einst in Grünhain das Licht der Welt erblickte. Und es sind nicht zuletzt die Kirchen und Kantoreien im Erzgebirge, in denen bis heute eine anspruchsvolle und weithin geschätzte Kirchenmusik gepflegt wird.

"Hier stimmt einfach alles", bringt es Ben Uhle, der Geschäftsführer des Musikfestes Erzgebirge, auf den Punkt. Und er verspricht Kunstgenuss im Zusammenklang von Landschaft, Architektur und Musik an den zehn Veranstaltungstagen.

Die Ouvertüre des Festes erklingt am 3. September in der St.-Georgen-Kirche zu Schwarzenberg. Dort, wo auch Hans-Christoph Rademann seine ersten Dirigate, damals an der Seite seines Vaters, des langjährigen Kirchenmusikdirektors Rolf Rademann, übernahm.

Schwarzenberg ist aber nicht zuletzt auch deshalb für den Auftakt ausgewählt worden, weil es bereits in den Jahren zuvor als Zentrum für das Fest Alter Musik im Erzgebirge fungierte, das von 1994 bis 2008 jährlich erklang.

Das neue Musikfest soll es aller zwei Jahre geben, denn es wird künftig im Wechsel mit den Silbermanntagen stattfinden. Dafür dürfen sich die Kenner und Musikliebhaber auf ganz besondere musikalische Leckerbissen freuen, die an zehn Tagen in zehn Orten des Erzgebirges kredenzt werden. Künstler von internationalem Rang konnten gewonnen werden, wie beispielsweise Philippe Herreweghe, der die h-Moll-Messe in St. Georgen Schwarzenberg dirigieren wird, oder Simon Hasley, der in Lößnitz den Taktstock beim Erzgebirgischen Sängerfest führt, um nur mal zwei der zahlreichen Namen mit internationalem Renommee heraus zu greifen.

Vieles könnte man schon heute über die Mitgestalter des Musikfestes, die zahlreichen Musiker und hervorragenden Sänger, erzählen. Und echte Vorfreude auf die klangvollen Tage keimt in all jenen auf, die schon jetzt das Begleitbuch des Musikfestes zur Hand nehmen und darin lesen. Es ist nicht nur ein Programmheft schlechthin, sondern vielmehr ein inhaltlich anspruchsvoller Wegbegleiter durch die Musiktage. Dieser ist ab sofort und für den Preis von drei Euro an allen Vorverkaufsstellen erhältlich.

Apropos Kartenvorverkauf. Die wohl erfreulichste Nachricht für die Initiatoren des neuen Musikfestivals ist der Zuspruch, der sich schon seit Anfang März bemerkbar macht. Einige Konzerte sind bereits ausverkauft und für andere wurden kurzfristig größere Spielstätten gebucht. Zudem wird es eine Reihe von begleitenden Veranstaltungen geben, die neben den eigentlichen Klangerlebnissen die Besucher mitnehmen hinter die Kulissen der Notenwelt, ihnen Hintergründe und zeitliche Einordnung der Kompositionen ermöglichen.

Deshalb werden bei einer Vielzahl der geplanten Konzerte Einführungsvorträge angeboten, die von Musikjournalisten oder Musikwissenschaftlern gehalten werden. Zudem sollen das Musik-Café in Schwarzenberg, ein Klassik-Picknick im Schlosspark Schlettau, eine Stadtführung in Marienberg oder die Besteigung des König-Albert-Turmes die Besucher der sich anschließenden Konzerte regelrecht hinführen zur Musik.

Doch was hat eigentlich der kleine rote Wichtel in diesem Text mit dem Musikfest zu tun, werden Sie sich fragen.

Ganz einfach, es ist der Picus, das offizielle Maskottchen des Verbandes erzgebirgischer Kunsthandwerker im Erzgebirge. Als solchen gibt es die aus Fichtenholz gefertigte Figur in einem grünen Mantel. Diesen weinroten aber (der Farbe des Musikfests) streift das Maskottchen nur für Landrat Frank Vogel über, der als Gastgeber des Festivals eine Sonderedition des Picus' hat fertigen lassen. "Jeder Musiker und aktive Mitgestalter des Festes bekommt ihn als Andenken an die Premierenauflage 2010", verkündet Vogel.

Und Hans-Christoph Rademann zeigte sich verblüfft von der Genauigkeit der erzgebirgischen Kunsthandwerker, denn sein geschultes Auge sah sofort, dass die Noten in den Händen des Wichtels die letzten fünf Takte des ersten Kyrie aus der h-Moll-Messe sind.

Von Beate Kindt-Matuschek


Erschienen am 26.08.2010




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