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Härtensdorf feiert 500 Jahre Breuer-Altar

Am 5. September erklingt Musik in der Kirche "Zu den drei Marien" - Anschließend steigt Gemeindefeier- Kleine Festschrift erscheint


Der Freiwillige Kirchenchor Härtensdorf

Der Freiwillige Kirchenchor Härtensdorf ist am 5. September 1900 gegründet worden. Mit anderen Chören gestaltet er die Festmusik zur 500. Wiederkehr der Weihe des Peter-Breuer-Altars in Härtensdorf.

Härtensdorf. Mit einer Festmusik und einem anschließenden Gemeindefest wird am 5. September, 14 Uhr in der Kirche "Zu den drei Marien" in Härtensdorf" an die 500. Wiederkehr der Weihe des Peter-Breuer-Altars und an die Gründung des Freiwilligen Kirchenchores erinnert.

Dieser war am 5. September 1900, vor genau 110 Jahren, von Kirchschullehrer Paul Gerhardt gegründet worden. Der Peter-Breuer-Altar war zwischen 1996 und 2000 von Anke und Jan Großmann aufwändig restauriert worden.

Kantorat erwartet Gäste

Das Kantorat Härtensdorf hat zur Festmusik den Männerchor aus Friedrichsgrün unter dem Dirigat von Doreen Feldheim, den Rochus-Chor aus Schönau mit seinem Dirigenten David Joram und den Posaunenchor Härtensdorf mit seinem Leiter Stephan Viertel eingeladen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Kantorin Maria Mempel. Es erklingen Werke alter und neuer Meister.

Orgel hat kein "Asthma" mehr

Die Kirchgemeinde ist froh darüber, dass pünktlich zum Fest die erste Phase der Sanierung der wertvollen Urban-Kreutzbach-Orgel von 1846 erfolgreich abgeschlossen worden ist. Es handelt sich um eine der ältesten und besterhaltenen Kreutzbach-Orgeln. "Vom Asthma wurde die gute alte Dame schon geheilt, der Blasebalg ist komplett neu beledert, ein neuer Winderzeuger eingebaut", so Kirchenvorstand Frank Mempel.

Er berichtet, dass sich die Gemeinde entschlossen hat, die Sünden der Vorzeit bei der großen Orgelreparatur durch die Orgelwerkstatt Christian Reinhold aus Bernsdorf tilgen zu lassen. Die Zinnprospektpfeifen hatten 1917 bei Androhung schärfster Strafen durch die kaiserliche Regierung zu Kriegszwecken abgegeben werden müssen. Warum das schöne Gambenregister in den 1930er-Jahren ausgetauscht wurde, sei kaum nachzuvollziehen. Beides soll nun authentisch wieder hergestellt werden. Außerdem werden alle 921 Pfeifen von vier Metern Länge bis Bleistiftgröße ausgebaut, gereinigt und neu eingestimmt.

Frank Mempel hat auch eine kleine Festschrift erarbeitet, die am 5. September erscheint. "Sie enthält eine Zusammenstellung von Daten zur Geschichte der Kirche. Auch erfährt man darin, warum der Freiwillige Kirchenchor Härtensdorf diesen etwas eigenwilligen Namen trägt. Darüber hinaus gibt es in der Festschrift Wissenswertes über die Orgel, das Geläut und die Gründung der ersten geschlossen Bekennenden Gemeinde in Sachsen in Härtensdorf.

Gotteshaus öffnet als Denkmal

Geöffnet sein wird die Kirche auch am Tag des offenen Denkmals am 12. September. Zwischen 13 und 18 Uhr gibt es Orgelspiel, stündliche Führungen und Turmbesteigungen.

Zur Person

Peter Breuer (1472 bis 1541) war ein berühmter spätgotischer, sächsischer Bildhauer aus Zwickau. Er begann seine künstlerische Karriere mit der damals üblichen Wanderschaft, während der er Schüler von Tilmann Riemenschneider war. 1502 gründete Breuer in Zwickau als Handwerksmeister eine eigene Werkstatt und erlangte das Zwickauer Bürgerrecht.

Als sein Hauptwerk wird die im gleichen Jahr entstandene Pieta (Darstellung Marias) angesehen, die sich im Zwickauer Dom befindet. Neben dem in Härtensdorf gehören auch Altäre in weiteren Orten des Landkreises Zwickau zu seinen Werken. Seinen letzten Altar schuf der Bildschnitzer 1521 für eine Kirche in Kirchberg. Im Zuge der einsetzenden Reformation blieb Breuer fortan ohne Aufträge. Er verstarb in tiefster Armut.

Von Viola Martin


Erschienen am 02.09.2010




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