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Kultur & Sehenswertes

Kinder bauen Fledermaus ein Haus

Die Sonderausstellung "Faszinatur - Natur entdecken" gibt im Chemnitzer Naturkundemuseum einen Einblick in den Umweltschutz


Ausstellung im Chemnitzer Naturkundemuseum im Tietz

In der neuen Ausstellung im Chemnitzer Naturkundemuseum im Tietz dürfen Besucher vieles ausprobieren. Museums-Mitarbeiterin Mary Günther zeigt eine Bilderwand, an der verschiedene Gesichter einer Stadt zusammengestellt werden können.

Die Ausstellung "Faszinatur - Natur entdecken" hat ihre Pforten im Chemnitzer Naturkundemuseum im Tietz geöffnet. Auf etwa 150 Quadratmetern bietet sie auf spielerische Weise verschiedene Einblicke in sechs Themengebiete, die im Zusammenhang mit dem Natur- und Artenschutz in Deutschland stehen.

Biologin Thorid Zierold, im Museum für Ausstellungen zuständig, erklärte: "Vor allem Kinder dürften wohl ihren Spaß an vielen Exponaten haben, da es eine Menge Experimente gibt, bei denen selbst mit angepackt werden kann." So gibt es im Bereich museumspädagogischer Angebote die Möglichkeit, ein Haus für Fledermäuse zu bauen. Das ähnelt ein wenig einem Nistkasten für Vögel. Allerdings gibt es an der Hausfront kein Einstiegsloch, sondern einen breiten Schlitz.

Die bis zum 18. April präsentierte Schau wurde vor geraumer Zeit als Wanderausstellung konzipiert und kommt 2010 im Uno-Jahr der biologischen Vielfalt nach Chemnitz. "Und biologische Vielfalt ist nicht zuletzt durch Naturschutz zu sichern", so die Biologin.

Deshalb gibt es Schwerpunktthemen: Naturschutz, die Stadt als Lebensraum, Flüsse, Gewässer und Feuchtgebiete, Sinnespfade, Kind und Natur sowie Naturschutzgebiete in Deutschland. Zu letzterem gehört auch das so genannte "grüne Band", das sich rund 1400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Hof bis Lübeck zieht. Stationen dieser Strecke können die Besucher des Naturkundemuseums per Rad erkunden. Allerdings setzt sich der Drahtesel mit dem Tritt in die Pedale nicht in Bewegung, sondern verharrt an Ort und Stelle. Dafür setzt das Rad einen Monitor in Gang. Es werden Filmsequenzen vom Weg des "grünen Bandes" gezeigt.

"Geeignet ist die Ausstellung sicherlich für alle Kinder, die schon das Lesen erlernt haben, weil es an vielen Tafeln Anleitungen und Informationen zu den Themen und Experimenten gibt", so Thorid Zierold. "Dennoch haben wir aber auch für Vorschulkinder spezielle Angebote, die ihnen die Ausstellung näher bringen", fügte sie hinzu.

So lässt ein Experiment nachvollziehen, wie schwer es etwa Vogelkundler haben, wenn sie Anzahl der Vögel eines Schwarms ermitteln wollen. An einer anderen Station können Kinder versuchen, im Wald versteckte Fledermäuse aufzufinden oder Stimmen von Tieren zu erkennen. Die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Kooperation mit dem Bundesamt für Naturschutz konzipierte Schau lässt aber auch einen Blick auf die bedrohten Tier- und Pflanzenarten der eigenen Heimat werfen. In Chemnitz gehören der Totenkopfschwärmer als Schmetterling und das Knabenkraut als Orchideenpflanze dazu. Letztere gedeiht derzeit fast nur noch im Zeisigwald.

Service

Die Ausstellung ist bis zum 18. April im Naturkundemuseum Chemnitz im Tietz zu sehen: montags bis freitags, 10 bis 20 Uhr, am Wochenende 10 bis 18 Uhr. Eintritt: 4 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro.

Von Uwe Rechtenbach


Erschienen am 21.01.2010




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