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Kultur & Sehenswertes

Kuriositäten vergangener Zeiten

Waldheimer Kulturzentrum zeigt ausgewählte Exponate - Von Bohnenschnippelmaschine bis Trockenhaube


Historische Haartrockenhaube

Hobbyhistoriker Hans-Peter Zacharias, Museumsleiter Falk Hartig und Kuratorin Franziska Buschbeck (von links) begutachten die historische Haartrockenhaube, die als eines der zahllosen Exponate zur Sonderschau zu sehen sein wird.

Waldheim. Am 13. März öffnen sich die Pforten des Waldheimer Kulturzentrums zu einer bemerkenswerten Sonderschau. Gezeigt wird Kurioses aus dem Fundus des Museums, das in 20 Jahren zusammengetragen worden ist. Neben stadtgeschichtlichen Objekten wie Fahnen und Straßenschildern und einer Sammlung aus Handwerk, Handel und Betrieben werden Exponate aus längst vergangenen Schulzeiten sowie teils skurrile Haushaltsgeräte zu sehen sein.

"Etliche der Exponate sind so exotisch, dass wir erst nach intensiven Recherchen herausfanden, wozu sie früher verwendet wurden", stellt Museumsleiter Falk Hartig fest. So gab die Bohnenschnippelmaschine den Initiatoren der Schau lange Zeit Rätsel auf. Auch das Geheimnis eines Aggregates, als Massagereizstromgerät deklariert, ist noch nicht völlig gelüftet.

"Hier sind wir auf Hinweise der Ausstellungsbesucher angewiesen, für die das eine oder andere Stück zum Alltag gehörte", regt Kuratorin Franziska Buschbeck an. Sie begleitet die Präsentation und trifft die Auswahl aus den mehr als 6000 Exponaten im rund 500 Quadratmeter großen Magazin. "Die Nachforschungen zu Herkunft und Funktionsweise sowie die Dokumentation der Exponate gestalten sich zunehmend schwieriger", so Buschbeck. "Wir können auf immer weniger Zeitzeugen und deren Wissen zurückgreifen. Darin liegt die Gefahr unserer heutigen Zeit, dass das Wissen, das mit diesen alten Dingen verbunden ist, nach und nach verloren geht."

Vereinsmitglied Hans-Peter Zacharias weiß noch sehr genau Bescheid über die zahllosen kleinen und großen Raritäten. Das martialische Gerät mit den sperrigen Heizstäben lässt seine Verwendung erahnen. "Diese Trockenhauben wurden viele Jahre im Friseurgeschäft am Obermarkt benutzt", erklärt der passionierte Hobbyhistoriker. Auch das mehr als 100 Jahre alte Schaufenster-Rollo des Geschäftes werden viele Waldheimer wiedererkennen.

In den Räumen des Friseurladens praktizierte Zacharias' Schwiegervater Friedrich Lorenz gleichzeitig als Puppendoktor der Zschopaustadt. 1999 feierte der Friseurmeister das 100-jährige Bestehen des Geschäftes. "Gleichzeitig schlossen sich die Türen am Obermarkt 6 für immer, und ich konnte viele der historischen Gerätschaften für die Nachwelt sichern", so Zacharias.

Service

Die Sonderausstellung "Kurioses aus dem Fundus" wird am 13. März um 16 Uhr in den Räumen des Waldheimer Kulturzentrums an der Gartenstraße 42 eröffnet. Die Exponate sind bis zum 15. August zu sehen. Veranstalter sind das Kulturamt der Stadt Waldheim sowie die Interessengruppe Kultur- und Heimatfreunde Waldheim und Umgebung. Gefördert wird die Schau vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen. Geöffnet ist das Museum dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 18 Uhr; mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr, und an Sonntagen in der Zeit von 9.30 bis 11.30 Uhr.

Zusätzlich zur Sonderschau sind die Dauerausstellungen zur Waldheimer Stadtgeschichte sowie die Ausstellung "Georg Kolbe - Waldheims großer Sohn" für Interessierte geöffnet.

Von Marion Gründler


Erschienen am 11.03.2010