Unterkunft suchen
Das aktuelle Wetter vor Ort
Fichtelberg
Do![]() -11 °C |
Fr![]() -15 °C |
Sa![]() -13 °C |
So![]() -9 °C |
Mo![]() -8 °C |
Do![]() -7 °C |
Fr![]() -12 °C |
Sa![]() -12 °C |
So![]() -8 °C |
Mo![]() -3 °C |
Gastgeber
Sie möchten mit Ihrer Unterkunft in das Gastgeberverzeichnis von erzgebirge.de?
Hier geht's zur AnmeldungWillkommen im Erzgebirge
Magazin präsentiert Montanregion Erzgebirge auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe-Titel
Die Herbst-Winter-Ausgabe "WILLKOMMEN im Erzgebirge" zeigt dem Leser die Bergstädte Freiberg, Annaberg-Buchholz, Marienberg, Aue oder Schneeberg, fährt mit ihm unter Tage in die Gruben, aus denen all die Bodenschätze gehoben wurden. Die Spuren führen in außergewöhnliche Kirchen und Museen, aber auch auf Marktplätze und in Festsäle, wo Brauchtum und Tradition heute lebendig sind. Webtipps
| Rabatte und Gutscheine für Studenten und Schnäppchenjäger. |
| Willkommen im Parkhotel Schwarzenberg. |
| Wer frühzeit Konzertkarten kauft, kann die Karten auch noch zu günstigen Preisen bekommen. |
Kultur & Sehenswertes
Die letzten Geheimnisse der Unterwelt
Durch Zufall kamen Bunkerforscher einem Stasi-Objekt im Auer Bärengrund auf die Spur - Nach anderen Anlagen wird noch immer gesucht
Heute ein offenes Geheimnis: Der Zugang zur Ausweichdienststelle der Staatssicherheit zwischen Wildbach und Hartenstein führt in eine 1285 Quadratmeter große Bunkerwelt. Sie war für die Objektverwaltung Wismut des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) gedacht. Die MfS-Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt hätte sich im Ernstfall in einem baugleichen Bunker unter der Dittersdorfer Höhe verschanzt.
Jahnsdorf. Nur ein Zufall brachte Christian Reiniger auf die Spur. Auf der Dittersdorfer Höhe bei Amtsberg gab es zu DDR-Zeiten einen großen Stasi-Bunker. Das ist ein offenes Geheimnis.
Heute befindet sich ein Campingplatz über der Anlage. Reiniger, der seit 20 Jahren Bunker erforscht, schrieb an einer Dokumentation über das "Objekt Tanne". Von einem Bekannten bekam er einen Karton voller Original-Unterlagen zur Dittersdorfer Anlage. Zwischen den Blättern fand er Baupläne und Notizen, die da nicht hingehörten. Es ging um einen völlig anderen Bunker - im Bärengrund von Aue.
"Das war eine Anlage, von der Außenstehende bis dahin nichts wussten", sagt Reiniger. Die Objektverwaltung Wismut des Ministeriums für Staatssicherheit hatte sich im Bärengrund eine so genannte Ausweichführungsstelle eingerichtet. Bei einem Aufstand oder einem Krieg wären die für die Wismut im Raum Aue zuständigen Stasileute hier in den Untergrund gegangen. Aber der Bunker war zu feucht, alle Bemühungen einer Trockenlegung scheiterten, das MfS gab das Objekt bereits in den 1960er Jahren auf. Die neue Ausweichführungsstelle der Wismut-Stasi wurde zwischen Hartenstein und Wildbach errichtet.
Keine Hinweise in Archiven
"Dass im Bärengrund mal ein Bunker war, sieht man heute nur noch an einem alten Entwässerungsrohr im Wald und einigen abgebrochenen Zaunsäulen", sagt Reiniger. Weder in der Stasiunterlagenbehörde noch bei der Wismut selbst oder im Kreisarchiv Aue konnte er Dokumente über die unterirdische Trutzburg finden. Ohne den Zufallsfund im Aktenstapel wäre der nasse Bunker dem Vergessen anheimgefallen.
Der 69-jährige Christian Reiniger aus Jahnsdorf gehört zu einer kleinen Gruppe erzgebirgischer Amateurforscher, die unterirdischen Relikten hinterherspüren. Neben seiner eigenen Ehefrau gehen auch ein Ehepaar aus Gornsdorf, das nicht genannt werden möchte, und Patrick Wagner aus Chemnitz regelmäßig auf Erkundungstour. "Wir wissen viel, aber bei weitem nicht alles", sagt Reiniger, der überzeugt ist, dass es in der Region noch heute unentdeckte Bunkeranlagen aus DDR-Zeiten gibt, in denen die Stasi möglicherweise Waffen und Devisen versteckt hat.
Finden könne man diese jedoch nur durch glückliche Zufälle - wie im Falle Bärengrund geschehen. "Gerüchte helfen selten weiter", weiß der 69-Jährige. "Denn wo Gerüchte waren, wurde nachgeforscht, und entweder ist der Bunker dabei entdeckt worden, oder es hat ihn niemals gegeben."
Neue Mieter Untertage?
Patrick Wagner, der eine Internetplattform für Bunker-Fans betreibt, hält die Geschichten um verborgene Waffen zwar für hypothetisch, doch dass einige Geheimanlagen bis heute nicht entdeckt wurden, ist für ihn naheliegend: "Es gibt noch ein paar DDR-Dienststellen, die Bedarf an Bunkern hatten. Gefunden wurden deren Objekte bislang nicht."
So hatte die Objektverwaltung Wismut des MfS drei Standorte - Hartenstein, Ronneburg und die Sächsische Schweiz. Der Bunker in Hartenstein wurde entdeckt, die anderen beiden nicht. "Das heißt nicht unbedingt, dass die Stasi dort etwas versteckt hat. Es könnte auch sein, dass die Objekte heute von bundesdeutschen Behörden genutzt werden und ihre Lage daher weiter geheim gehalten wird", sagt Wagner.
Von den enttarnten Anlagen sind die Stasi-Führungsbunker auf der Dittersdorfer Höhe (Codename: "Objekt Tanne") und Hartenstein ("Sonderobjekt 2") die eindrucksvollsten. Sie liegen vier Meter unter der Erde und boten auf 37,6 mal 34,2 Metern Platz für 130 Mitarbeiter. Die Vorräte reichten für 14 Tage. 6000 Liter Trinkwasser wurden in Reserve gehalten.
In zwei Tanks lagerten 5000 Liter Dieselkraftstoff für die Notstromaggregate. Es gab Kommunikationsverbindungen zu allen wichtigen MfS-, NVA- und SED-Zentralen in der ganzen DDR sowie zum sowjetischen Geheimdienst KGB. Die Anlagen waren für den "Tag X" gedacht. Der kam zwar im Herbst 1989, doch Bunker waren kein Mittel gegen eine friedliche Revolution.
Service: Bunker in Wort und Bild
Christian Reiniger aus Jahnsdorf hat fast 40 Bunkeranlagen im ehemaligen Bezirk Karl-Marx-Stadt in Wort und Bild dokumentiert, unter ihnen die MfS-Ausweichführungsstellen "Tanne" (Dittersdorfer Höhe) und "Sonderobjekt 2" (Wildbach-Hartenstein). Die Broschüren werden auf direkte Nachfrage beim Autor gedruckt und versendet. Kontakt: 03721/23 473.
Von Mario Ulbrich
Erschienen am 19.08.2010
|
|
|



