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Kultur & Sehenswertes

Museum rettet legendären Porphyr-Bogen

Historisches Gemäuer befand sich bis 1994 am Haus der Einheit in Lichtenstein - Museum stellt Tor wieder auf


Anne-Sophie Berner am Türgewände

Anne-Sophie Berner an dem Türgewände.

Lichtenstein. Was hatten das Lichtensteiner Haus der Einheit, das 1994 abgerissen wurde, und das Brandenburger Tor gemeinsam? In beide Gebäude ließen die Architekten einst wertvolles Rochlitzer Porphyr einbauen.

Nach einer fast jahrzehntelangen Odyssee ist das alte Türgewände der legendären "Einheit" nun aufpoliert zurückgekehrt. Das schwere, historisch bedeutsame Teil aus leicht rötlichem Vulkangestein aus der Zeit des Perm stammt von 1802. Viele Jahre lag es unbeachtet auf dem Gelände des Bauhofs. Jetzt wurde es an einer Giebelwand des Ratskellers wieder aufgebaut.

Der Torbogen gehört zu den wuchtigsten und wichtigsten Zeugen der Lichtensteiner Stadtgeschichte, ist zudem das letzte erhalten gebliebene Teil des Traditionslokals. 1994 war es nach dem Abbruch der "Einheit" bei einer Zwickauer Abrissfirma verschwunden. Drei Jahre später holte es der Bauhof ab. Doch das war noch nicht die Rettung.

Erst als sich Museum und Geschichtsverein für das Türgewände interessierten und sich für seine Rettung einsetzten, kam Bewegung ins Spiel. Allerdings dauerte es weitere Jahre, bis das Stück auf starken Halterungen aufpoliert an den Ratskeller kam. "Wir sind froh, dass wir es erhalten und nun der Öffentlichkeit zugänglich machen konnten", sagt Anne-Sophie Berner, Chefin des Stadtmuseums. Jetzt soll noch eine Infotafel angebracht werden.

Der Torbogen gehörte zu einem der markantesten zentralen Punkte der Stadt. Die Geschichte des Hauses reicht mehr als 200 Jahre zurück, als der Gasthof "Goldener Helm" errichtet wurde. Die Zahl auf dem Bogen deutet auf das Baujahr hin. 1924 wurde ein Saal angebaut. Wanderkinos und Theatergruppen traten auf. 1950 wurde das Lokal schließlich in Haus der Einheit umgetauft. Träger war die HO, die Handelsorganisation der DDR. Später fanden dort legendäre Tanzveranstaltungen statt. 1994 verschwand die Einheit mit dem jetzt wieder aufgetauchten alten Türbogen.

Von Erik Kiwitter


Erschienen am 26.08.2010




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