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Bergwerke
Mit Lampe, Helm und Retter unter Tage
500 Jahre alter Stolln in Bad Schlema für Besucher offen

Dietmar Rosmej (l.), stellvertretender Leiter Koordinierung, und Peter Wolff, Chef der Untertagesanierung beim Wismut-Nachfolger, fahren in den Schacht 15 II b ein.
Bad Schlema. Wenn Besucher auf der Rasenbank am Schacht 15 II b stehen, dann sind sie schon in voller Montur: blauer Arbeitsanzug über grauer Unterwäsche, Gummistiefel, Grubenlampe, Helm und Selbstretter. Zwischen 1990 und 1996 sind rund 50.000 Bergbauinteressierte in den Hartensteiner Schacht 371 eingefahren. Auf der Minus-540-Meter-Sohle ging es mit dem Mannschaftszug bis zu einem Grubenbereich, der nach Ende des Uran-Erzabbaus für Besucher hergerichtet und gesichert worden war.
Als die Flutung des untertägigen Grubengebäudes weiter voranschritt, musste die Sohle aufgegeben werden. Doch die Nachfrage war ungebrochen. Der Sanierungsbetrieb fand im Markus-Semmler-Stolln eine neue Möglichkeit, das Leben unter Tage realistisch darzustellen.
Der 500 Jahre alten Entwässerungsstollen, der als bedeutendster Zugang in den Schneeberg-Neustädtler Silber- und Kobaltbergbau sowie den Schlemaer Kupferbergbau gilt, musste für die Untertage-Sanierung ohnehin wieder aufgewältigt werden. Allein auf der Markus-Semmler-Sohle gibt es ein Gangsystem von 170 Kilometern Länge. Besucher erleben aber nur einen Rundgang von 800 Metern. Aber der hat es in sich. Die Gäste erfahren alles über Bohr-, Spreng- und Sicherungstechnik sowie Abbaumethoden. Wer Lust hat, kann sogar einen Bohrhammer für Sprenglochbohrungen bedienen. (hpk)
www.besucherbergwerke-westerzgebirge.deMarkus-Semmler-Stolln
Der tiefste Entwässerungsstolln des Schlemaer Bergbaureviers wurde 1503 nordöstlich in Niederschlema auf dem Höhenniveau der Zwickauer Mulde angeschlagen und binnen sieben Jahren auf einer Länge von 3,5 Kilometern aufgefahren. Im Jahr 1911 sind dort die stärksten Radonquellen der Welt entdeckt worden. Der Semmler-Stolln war nicht nur in Zeiten des Altbergbaus von enormer Bedeutung, sondern auch während des Uranabbaus der SDAG Wismut. Heute ist er wichtig für die Frischluftzufuhr im untertägigen Sanierungsgebiet.
Kontakt
Führungen (13 Euro pro Person) werden sonnabends und sonntags von 10 bis 13 Uhr veranstaltet. Informationen gibt es unter Ruf 03771 212223. Dort können sich aus Interessierte für die Rundgänge anmelden.
Erschienen am 07.09.2007
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