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Museen & Ausstellungen
Alltags-Fotos zeigen Arbeit der Stadtmission
Ausstellung "Beziehungsweise" im Tietz: Diakonie illustriert Themen wie Familie und Jugend - 50 Plakate und fünf Vorträge von Experten
Dieses Bild gehört zur Ausstellung "Beziehungsweise" im Tietz. Mit den Fotos wollten Besucher von Diakonie-Einrichtungen ihre Lebenssituation oder momentane Stimmung per Kamera festhalten.
Chemnitz. Einen Einblick in den Alltag der Arbeit und des Lebens der Klienten von Einrichtungen der Chemnitzer Diakonie gibt die Ausstellung "Beziehungsweise" in der Volkshochschule im Tietz in Chemnitz. Dort werden rund 50 Foto-Plakate mit unterschiedlichen Motiven gezeigt.
"Wir haben an unsere Einrichtungen 50 Einweg-Kameras verteilt, die uns vom DM-Markt zur Verfügung gestellt worden sind. Damit sollten die Klienten unserer Beratungs- und Kontaktstellen ihre Sicht auf das von uns begleitete Leben fotografisch einfangen", so Birgitt Schlag von der Diakonie Stadtmission Chemnitz.
Den Anlass für die Aktion lieferten gleich mehrere runde Jubiläen, die etwa die Wohnungslosenhilfe, die Jugendsozialarbeit oder die Mobile Behindertenhilfe feiern. "Viele können ihren 20. Geburtstag feiern und die Lebensberatung blickt bereits auf drei Jahrzehnte Bestand zurück", erklärte Schlag.
"Allerdings", so fügte sie hinzu, wollten wir zu diesem Anlass nicht selbst feiern, sondern etwas machen, bei dem unsere Klienten in den Mittelpunkt gerückt werden können." So seien mittels der Einweg-Kameras sehr viele Fotos entstanden, von denen eine Jury die besten zu einer Ausstellung auswählte. "Diese Fotos wurden dann vergrößert und als Plakat gedruckt sowie gerahmt", sagte Schlag, die von der Unterschiedlichkeit der Bilder überrascht und begeistert war.
"Es gibt viele Fotos, die Chemnitz zeigen, aber auch welche, die versuchen, die Stimmung des Klienten abzubilden, weil er selbst nicht ins Bild wollte", berichtet sie weiter. Die Arbeit der Stadtmission einmal auch auf diese Weise darzustellen, sei in Schlags Augen eine Idee gewesen, die so gut war, dass sich zu Realisierung des Vorhabens auch Sponsoren wie die Friedrich-Ebert-Stiftung oder der DM-Markt fanden, die die Ausstellung unterstützten.
Rund 800 Beschäftigte arbeiten zurzeit bei der Chemnitzer Stadtmission und ihren rund 35 Stellen und Einrichtungen, zu denen auch Kindergärten sowie die Ambulante Suchtkrankenhilfe zählen. Deren Arbeit und Themen finden sich nicht nur in den Fotos wieder, sondern kommen bis September auch mehrfach im Tietz bei der Chemnitzer Volkshochschule in verschiedenen Vorträgen zur Sprache.
So folgt der Ausstellungseröffnung am 20. August ein Vortrag von Ulf Liedke von der Evangelischen Hochschule Dresden. Er wird sich mit den Beziehungen und dem Leben von Menschen mit und ohne Behinderung beschäftigen.
Am 27. August heißt es: "Familienbande-woher-wohin?" Hier gibt Sabine Hufendiek vom Evangelischen Zentralinstitut Berlin Auskunft. "Wird unser Land suchtkrank?", fragt am 3. September der Chefarzt der Suchtfachklinik Magdalenenstift, Falk Weiß und am 10. September versucht sich der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit an einer Standortbestimmung für sein Arbeitsfeld.
"Keine Arbeit, keine Wohnung, keine Arbeit..." wird am 17. September das Motto des Vortrags von Uwe Hirschfeld sein. "Zu allen Vorträgen gibt es im Anschluss eine Podiumsdiskussion", sagte Birgitt Schlag. Sie hofft, dass das Zimmer 4.07 im Bereich der Volkshochschule zu den kostenlosen Vorträgen immer gut gefüllt sein wird, da dort auch Experten zu Wort kämen, die viel Neues zu ihren Themen im Gepäck hätten. Alle Vorträge beginnen jeweils 19 Uhr.
Service
"Beziehungsweise": Foto-Plakat-Ausstellung in der 4. Etage des Kulturkaufhauses Tietz an der Moritzstraße 20 in Chemnitz. Der Eintritt ist frei.
Von Uwe Rechtenbach
Erschienen am 19.08.2010
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