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Museen & Ausstellungen

Hai, Windsurfer und Krokomobil

Neue Ausstellung in der Galerie Hofefeld


Anna Gille und Timo Hinze

Anna Gille und Timo Hinze bauten ihre Ausstellung im Hofefeld auf.

Frauenstein. Mutter und Kind bleiben noch eine Woche länger in Frauenstein - die Ausstellung "Madonna col Bambino" der Sommergalerie Hofefeld wird bis 5. September verlängert. Und während in der Scheune diese höchst anregende vielseitige Schau weiterläuft, beginnt im Atelierhaus bei Susanne und Carsten Gille schon die nächste Exposition.

Anna Gille und Timo Hinze, Studenten der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, zeigen Grafiken, Skulpturen, Objekte über Tier und Mensch und das alles unter dem Motto: "Man kennt sich". Stimmt genau. Der von Goldpapier umhüllte überdimensionale Schokoladenhase gibt durch die offene Tür weithin sichtbar das Erkennungsmerkmal preis - man hat sich zum Fressen gern. Das beruht in diesem liebevollen Verhältnis durchaus auf Gegenseitigkeit, wenn man andererseits vernimmt, wie der Hai gerade einen Windsurfer gefressen hat und meint ... - nein, die Pointe bleibt im Hofefeld.

Das alte Kunstgenre der Tierzeichnung, vielleicht das älteste überhaupt seit den in Felsen geritzten Darstellungen der Urgeschichte, hat die beiden Studenten inspiriert zu eigenen Arbeiten, aber auch für ihr Projekt Anhänger zu suchen. An der Leipziger Hochschule und im Bekanntenkreis haben 25 Zeichner auf ihre Anregung reagiert und mehr als 200 Blätter beigesteuert. Eine Auswahl davon haben die beiden zu einem handgedruckten und selbst gebundenen Buch zusammengestellt, das im Hofefeld zu sehen und zu erwerben ist. Und dazu auch einige der Tiermotive auf Leinenbeutel oder T-Shirts und Postkarten gedruckt.

In der Ausstellung ist sehr viel Witz drin. Das Krokomobil ist ein treffliches Beispiel der so genannten Entschleunigung. Das Vorderteil ist von einer schnellen Limousine, die hintere Hälfte stammt vom Krokodil. Eine der Grafikfolgen aus dem Zoo zeigt - nein, nicht ein einziges Tier, sondern deren Gehegemauern und -zäune. Nicht schlecht gedacht, aus der Perspektive der Tiere stehen die Menschen hinter den Gittern.

Ein umgepackter Ikea-Hund bestaunt vor dem Spiegel seinen Schöpfer, den Plüsch-Menschen. So sehen ihn die Tiere - wahrscheinlich. Und was der Mensch dem Tier abguckt, ist auch zu sehen. Vorwiegend die Idee der Behausung nämlich hat der Meister aller Dinge bei seinen Bekannten aus dem Tierreich geklaut. Eine Serie künstlerischer Fotos von Muscheln gibt verblüffende Kunde davon. Wir kennen uns, denken wir Menschen. Aber das liegt bestimmt daran, dass Tiere auch nur Menschen sind.

Service

Die Ausstellungen "Man kennt sich" und "Madonna col Bambino" in der Sommergalerie Hofefeld sind bis zum 5. September zu sehen. Geöffnet ist täglich von 11 bis 17 Uhr.

Von Reinhold Lindner


Erschienen am 02.09.2010




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