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Willkommen im Erzgebirge

Magazin präsentiert Montanregion Erzgebirge auf dem Weg zum UNESCO-Welterbe-Titel

Die Herbst-Winter-Ausgabe "WILLKOMMEN im Erzgebirge" zeigt dem Leser die Bergstädte Freiberg, Annaberg-Buchholz, Marienberg, Aue oder Schneeberg, fährt mit ihm unter Tage in die Gruben, aus denen all die Bodenschätze gehoben wurden. Die Spuren führen in außergewöhnliche Kirchen und Museen, aber auch auf Marktplätze und in Festsäle, wo Brauchtum und Tradition heute lebendig sind. weiter

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Altes Pochwerk ist die Attraktion im Museum

Dorfchemnitzer Knochenstampfe war bis 1954 in Betrieb


Bei Führungen wird den Gästen die Funktion des Pochwerks nicht nur erklärt, sondern auch demonstriert. Wenn die zentnerschweren Stößel mit donnerndem Geräusch nach unten sausen, sind die wirkenden Kräfte als Erschütterungen im Boden zu spüren.

Dorfchemnitz. Wer im Landkreis Stollberg nach dem Ort Dorfchemnitz fragt, der bekommt mit Sicherheit die Antwort: Das ist dort, wo die Knochenstampfe steht. Das gleichnamige Heimatmuseum beherbergt dieses weit und breit einzigartige technische Denkmal.

Bis 1954 wurde in der funktionstüchtigen Knochenstampfe noch gearbeitet. Angetrieben von einem Wasserrad mit einem Durchmesser von 3,40 Meter, kann das Pochwerk Tierknochen zerkleinern. Zentnerschwere Stößel zermalmen sie zu feinem Düngemehl. Das führt Museumsleiter Jürgen Zabel den Gästen auch gern vor.

1744 war das hölzerne Monstrum in die damalige Mahlmühle eingebaut worden. In dem Raum gibt es auch eine Lohstampfe zum Herstellen von Gerberlohe.

Die Knochenstampfe ist unbestritten die Attraktion des örtlichen Heimatmuseums. Daneben finden Besucher Zimmer vor, die im Stil der Jahre um 1900 eingerichtet sind, eine Sammlung präparierter heimischer Tiere, mechanische Weihnachtsberge, Schnitzereien und Schwibbögen sowie einen alten Backofen aus Stein aus dem 16. Jahrhundert.

Historisch interessierte Besucher des Museums erfahren außerdem Wissenswertes über den größten Sohn des Ortes: Samuel Pufendorf, geboren 1632. Er versuchte als Rechtsgelehrter erstmals, die Staatswissenschaft von der Vorherrschaft der Theologie zu befreien.

Von Hans-Peter Kuppe


Erschienen am 21.08.2006




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