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Wintersport
Schnelle Helfer für Notfälle am Hang
Skigebiete erhalten neue Rettungsschlitten und Quad

Drei moderne Motorschlitten sollen künftig dafür sorgen, dass die Rettungskräfte schnell am Einsatzort sind. Ronny Meisel (links) fährt den Schlitten der Bergwacht Carlsfeld Probe. Von rechts: Ina Baumheier und Andreas Schramm von der Bergwacht Oberwiesenthal.
Carlsfeld/Oberwiesenthal. Über neue finnische Motorschlitten vom Typ "Lynx Yeti 800" freuen sich die Mitglieder der Bergwachten Carlsfeld und Oberwiesenthal. Landrat Frank Vogel (CDU) übergab die schnittigen Teile, die zusammen 75.000 Euro kosten, am 23. Dezember - sie wurden zu 80 Prozent mit Fördermitteln aus dem Konjunkturpaket II angeschafft. Damit soll die Arbeit der Berg-Rettung verbessert werden, was sich mittelbar auch auf die Qualität der Betreuung für Touristen auswirkt: Die Bergwacht des Rettungszweckverbandes Westsachsen, zu dem Carlsfeld gehört, hat einen Yeti 800 erhalten. Mit diesem wird das Areal am Skihang "Hirschkopf" betreut - und im Bedarfsfall das Gebiet östlich und westlich davon: bis Johanngeorgenstadt auf der einen Seite, bis Klingenthal auf der anderen.
Für das wesentlich größere Skigebiet mit den tausenden Touristen täglich am und um den Fichtelberg sowie in Rittersgrün/Tellerhäuser stehen ab sofort zwei der neuen Motorschlitten zur Verfügung.
Die Yetis ersetzen zwei alte Rettungs-Schlitten. Statt der Zweitaktmotoren donnern nun Viertakter auf den Pisten, die im Verbrauch deutlich sparsamer als ihre Vorgänger sind: Rund 40 Liter brauchten die alten, die neuen bei normaler Fahrweise gut 20 Liter.
Die Motorschlitten dienen den Bergwachten als schnelles Einsatzmittel bei Unfällen auf Abfahrtshängen oder Langlaufpisten, beispielsweise der viel genutzten Kammloipe. Dabei ist der Alarmierungsweg im Grunde derselbe wie bei anderen Notfällen: Man wählt die zentrale Notrufnummer 112 - und wird dann automatisch mit der Leitstelle in Zwickau oder Annaberg-Buchholz verbunden, von wo aus der Rettungseinsatz geleitet wird. In den entlegensten Gegenden der Kammregion kann es außerdem vorkommen, dass man kein deutsches Handynetz mehr empfängt, sondern ein tschechisches - wie beispielsweise Oskar. Wählt man in diesem Netz die 112, geht der Ruf zur Leitstelle nach Karlovy Vary und wird in der Regel nach Zwickau oder Annaberg weitergeleitet.
Die neuen Yetis bringen auch einiges an Zusatztechnik mit: Zum Beispiel Martinshorn und Blaulicht, eine Spezialhalterung für zwei Paar Skier oder Snowboards, ferner Heckbremsen, die einen sicheren Stand der Maschinen auch auf Hängen gewährleisten.
Die Kameraden der Bergwacht Oberwiesenthal haben zusätzlich zu den Motorschlitten ein Raupen-Quad bekommen. Dieser wurde zu 14.400 Euro aus Mitteln des Sachsen-Lottos finanziert. Er kostet in der Basisvariante 19.700 Euro. Das 80 PS starke Quad ist sowohl auf Schnee wie auch auf Straßen und im Gelände einsetzbar. Eine eingebaute Seilwinde kann im Notfall liegen gebliebene Fahrzeuge heraus holen. Und damit dem Fahrer bei Minusgraden die Hände nicht einfrieren, sind die Gasgriffe beheizt.
Von Lars Rosenkranz
Erschienen am 27.12.2009
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