Ute Schulz gönnte sich mit ihrer Tochter Lena und ihrem Mann André die Auszeit vom Alltag.
Ute Schulz gönnte sich mit ihrer Tochter Lena und ihrem Mann André die Auszeit vom Alltag.

Foto: Katja Lippmann-Wagner

Wintercamper schlagen Zelte zwischen Elterlein und Geyer auf

Das Thermometer zeigt Minusgrade. Es ist so kalt, dass der frisch gefallene Schnee unter den Schuhen knirscht. Die meisten Menschen lieben einen Waldspaziergang bei diesem herrlichen Winterwetter, sind dann aber doch froh, wenn sie zuhause wieder aufwärmen können. Nicht so die 60 Teilnehmer des Wintercamps an der Black-Lake-Lodge zwischen Elterlein und Geyer.

Truppe zieht Blicke auf sich

Einige Autofahrer scheinen am Wochenende ihren Augen nicht zu trauen, als sie das bunte Zeltlager auf der Wiese entdecken. Einige fahren langsamer und staunen. Manchmal hupt einer. Die meisten aber fahren vorbei. "Hin und wieder schüttelt auch mal einer den Kopf und erklärt uns offensichtlich für verrückt", sagt Mitorganisator Torsten Roder. Hinter der illustren Truppe, der es gar nicht kalt genug sein kann, stecken das Aktivreise-Team und der Boofe Trekkingladen aus Chemnitz, die in der erzgebirgischen Lodge einen Partner gefunden haben. Inhaber Lutz Gentsch ergänzt ihre Aktivitäten zum Beispiel mit Husky-Schnupperfahrten.

Es sind längst nicht nur Jungspunde, die sich einmal im Jahr das eiskalte Vergnügen gönnen. "Unsere Teilnehmer sind zwischen 2 und 62 Jahre alt", so Torsten Roder. "Als wir vor sieben Jahre damit angefangen haben, war es zunächst ein Treffen unter Freunden." Nach Silvester und den ganzen Feiertagen sei das eine schöne Abwechslung gewesen. Nach und nach sei die Runde größer geworden. Im vorigen habe man erstmals die 100-Teilnehmer-Marke geknackt. "Einige kommen, weil sie eine größere Tour planen und ihr Equipment teste wollen. Selbst das Einschlagen der Heringe ist bei Schnee und Kälte eine Herausforderung", weiß er. 18 Euro je Nase kostet der Winterspaß.


Auch das Kochen ist beim Wintercampen eine Herausforderung: Ronny Just (vorn links) und Ilka Sohr (vorn rechts) schnipselten mit Jens Hoffmann und Nicole Käppel die Zutaten für den Kesselgulasch.
Auch das Kochen ist beim Wintercampen eine Herausforderung: Ronny Just (vorn links) und Ilka Sohr (vorn rechts) schnipselten mit Jens Hoffmann und Nicole Käppel die Zutaten für den Kesselgulasch.

Foto: Katja Lippmann-Wagner

Für Mittagessen sorgt unter anderem Ilka Sohr. "Die Kartoffeln haben den Frost gut überstanden", sagt sie lachend. Der Paprika ebenfalls, denn der darf in einem deftigen Kesselgulasch nicht fehlen. Doch das Wintercampen hat auch seine Tücken. "Die Bionade ist zerplatzt", erzählt sie. "Das Bier hat aber durchgehalten. Und das Mineralwasser gefriert kurioserweise erst, wenn man den Verschluss aufdreht."

Jens Hoffmann ist zum ersten Mal mit dabei. Der 29-jährige Industriemechaniker aus Chemnitz hatte einfach Lust darauf: "Das ist doch mal ein ganz anderes Erlebnis." Da er ein Zelt für sich allein hat, ist er etwas im Nachteil: "Je mehr Leute im Zelt schlafen, umso wärmer wird es." "Die Innenwand bleibt aber trotzdem gefroren", so Ilka Sohr. Ute Schulz aus Dresden gönnt sich die Alltagsauszeit mit ihrem Mann André und ihrer Tochter Lena (7): "Das Wichtigste ist, dass man trocken bleibt. Das ist aber bei dem Schneefall schon etwas schwierig."

Gegen Kälte hilft Bewegung

Gegen die Kälte helfen Bewegung und warme Getränke. Holger Bönitz findet: "Das Wichtigste sind lange Unterhosen." Aus reiner Abenteuerlust hat er vor ein paar Jahren erstmals am Camp teilgenommen: "Nach der Lust kam dann die Sucht." Seither könne er nicht mehr davon lassen. In einem sind sich die meisten Wintercamper einig: Der schwierigste Moment sei das Aufstehen: "Aus dem warmen Schlafsack herauskrabbeln, ist echt unangenehm - zumindest im ersten Augenblick", so Ilka Sohr.

 
erschienen am 13.01.2013 ( Von Katja Lippmann-Wagner )
 
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