Luisenturm auf dem Geisingberg.

Altenberg im Osterzegbirge aufs Dach gestiegen

Altenberg. Der Kurort Altenberg im Osterzgebirge empfiehlt sich nicht nur für Wintersport, sondern insbesondere jetzt im Herbst auch für Wandertouren. Eine Tour, die zwei der drei Türme der Stadt zum Ziel hat, stellen wir an dieser Stelle vor.

Ein gut ausgeschilderter Wanderweg führt vom Zentrum der Stadt, aber auch aus anderen Richtungen zum höchsten Punkt des 824 Meter hohen Geisingberges. Der letzte Abschnitt ist jedoch eine Herausforderung, denn es geht steil bergauf. Da der gesamte Berg unter Naturschutz steht, darf der Wanderer nicht von den Wegen abweichen. Oben angekommen, wird der Wanderer mit einem einzigartigen Blick entschädigt. Und wer noch die 88 Stufen einer engen Wendeltreppe im Luisenturm überwunden hat, darf das gesamte Panorama des Osterzgebirges genießen.

Der Turm wurde 1891 auf Betreiben des Erzgebirgszweigvereins Altenberg errichtet und erhielt den Namen der Verlobten des Königs von Sachsen, Luise von Österreich und Toskana. Er ist ein achteckiger Ziegelbau ähnlich dem auf dem Keilberg bei Schneeberg. 1906 kam eine Bergbaude hinzu. Diese wurde anfangs nur in den Sommermonaten betrieben, heute ist sie das ganze Jahr über geöffnet. Gastronom Marco Klein kaufte das gesamte Areal im Jahr 2000. Damit ist der Luisenturm einer von drei Aussichtstürmen, die sich heute in Privatbesitz befinden. Im Jahr 2014 bestiegen etwa 4000 Gäste den Turm. Die Bergbaude bietet Platz für 40 Personen. Bei gutem Wetter können die Wanderer auch auf der Sonnenterrasse oder im Biergarten Platz nehmen.

Eine ähnliche Geschichte weist die Kohlhaukuppe auf. Ursprünglich unter dem Namen Kuppe oder Koppe bekannt, erhielt die Erhebung 1889 anlässlich des 800-jährigen Bestehens des Herrscherhauses Wettin den Namen Wettinhöhe. Im gleichen Jahr wurde ein Turm von neun Metern Höhe errichtet. Die Bewirtung der Besucher erfolgte nur im Sommer in einfachen Bauden, die letzte wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg abgerissen. Angeblich seien vom Berg aus illegale Flugschriften verteilt worden. Der Wiederaufbau wurde 1952 begonnen, auch der Name des Berges wurde geändert, weil der Begriff Wettinhöhe nicht mehr in die sozialistische Zeit passte. Im gleichen Jahr ist der Turm um zwei Meter erhöht worden, um die Sicht über die inzwischen gewachsenen Bäume zu gewährleisten.

In den folgenden Jahren gab es verschiedene Betreiber der Baude, zeitweise war sie sogar geschlossen. Seit 1993 hat Michael Schindler einen Erbpachtvertrag und bewirtet die Gäste. Die Besonderheit der Bergbaude Kohlhaukuppe sind die verschiedenen Knoblauchgerichte. Diese verhalfen der Höhe auch zu den im Volksmund bekannten Namen "Knoblauchkuppe". Der Besucher kann aber noch eine Menge mehr auf der Höhe erleben. So gibt es seit einigen Jahren Themenabende, deren Besuch jedoch ohne Voranmeldung und Reservierung nicht möglich ist.

Der inzwischen in die Jahre gekommene Aussichtsturm musste 1995 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. Im gleichen Jahr wurde der Bau durch eine neue Stahlkonstruktion ersetzt, die dem ursprünglichen Turm nachempfunden ist. Wie auf dem Luisenturm ist auch beim Turm auf der Kohlhaukuppe die Aussicht in alle Richtungen möglich. Leider fehlen auf beiden Türmen wichtige Informationen, so Hinweise zu den umliegenden Höhen, Tälern und Ortschaften. Erreichbar ist der Berg, wie auch der Geising, nur zu Fuß. Verschiedene gut ausgeschilderte Wanderwege führen zur Höhe.

Im Umfeld beider Berge befindet sich eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, darunter alte bergbauliche Hinterlassenschaften wie die Pinge und die Galgenteiche, die Müglitztalbahn, die Bergwiesen und das Naturschutzgebiet Geisingberg. Auch die Bobbahn und das Biathlonzentrum sowie die Skipisten am Raupennest sind empfehlenswerte Ausflugsziele im Winter.

 
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Altenberg im Osterzegbirge aufs Dach gestiegen
Eintritt in Bauden zu zahlen
 
erschienen am 02.11.2015 ( Von Frieder Berger )
 
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