Das Logo des Vereins Welterbe Montanregion Erzgebirge.

Foto: Reproduktion: Welterbeverein

Das Erzgebirge steht vor dem Ritterschlag

Anfang Juli schlägt die Stunde der Wahrheit - für das Erzgebirge. Es kann eine ganz große Stunde, quasi ein Ritterschlag, für die Region zwischen Carlsfeld und Altenberg werden. Sie kann aber auch mit einer bitteren Enttäuschung enden. Das Welterbekomitee der Unesco wird auf seiner Sitzung im türkischen Istanbul über den Antrag der Montanregion Erzgebirge auf Anerkennung als Welterbe der Menschheit entscheiden. Mehr als 15 Jahre Arbeit stecken in dem 1430 Seiten umfassenden Antrag, der 500 Einzelobjekte in drei Landkreisen beschreibt und mit Tschechien als grenzüberschreitendes Projekt eingereicht wurde. Etwa 25 Mitbewerber aus aller Welt gibt es 2016. Die Montanregion ist der einzige industrielle Welterbe-Anwärter - und mittlerweile auch der einzige aus Deutschland. Der zweite Mitbewerber, die Franckschen Stiftungen aus Halle, sind schon vor der Endrunde aus dem Rennen. Anfang Dezember hatte sich der Weltdenkmalrat Icomos gegen die Bewerbung aus Sachsen-Anhalt ausgesprochen. Unter anderem sei die Architektur der ehemaligen Schulstadt, die zwischen 1663 und 1727 für arme und reiche Kinder gemeinsam errichtet wurde, nicht innovativ genug. Dabei waren sich die Einreicher so sicher, den Titel zu bekommen.

Auch Vertretern aus Sachsen und Tschechien hatte der Icomos-Rat am 30. November in Paris noch einmal bohrende Fragen gestellt. Die Weichen für die Abstimmung im Juli werden bereits diesen Monat gestellt: Die Experten geben eine Empfehlung ab. Ob es eine Befürwortung, Ablehnung oder Zurückstellung sein wird, ist völlig offen. 35 Kommunen bangen bis dahin. (Von Gabi Thieme)

 
Seite 1 von 8
erschienen am 02.01.2016
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Artikel weiter empfehlen