Das Erzgebire will sich verstärkt als Radfahrer-Region ins Gespräch bringen. Das Erzgebirge will sich verstärkt als Radfahrer-Region ins Gespräch bringen.

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Erzgebirge will mit verschiedenen Ideen mehr Radtouristen locken

Annaberg-Buchholz/Zwönitz. Das Erzgebirge putzt sich als Radtouristik-Gegend heraus. Für die Zwönitztal-Greifenstein-Region engagiert sich Hartmut Krause als Tourismusmanager in dieser Sache. "Mir ist es eigentlich lieber, wenn von Mountain- und E-Bike die Rede ist", betont Krause. "Schließlich sind wir hier im Gebirge und das kann nicht jeder Tourist richtig einordnen." Da spricht eben der Tourismusmanager, der sich darüber im Klaren ist, dass das Erzgebirge nicht mit amtlich ausgebauten Radwegen wuchern kann. "So großzügig ausgebaute Wege wie etwa den Elberadweg haben wir nicht", räumt Krause ein. Trotzdem biete die Landschaft ausreichend Potenzial für Radtouristik.

Die radtouristische Erschließung wird in der hiesigen Region vornehmlich über eine komfortable Ausschilderung realisiert. "Wir bewegen uns auf bestehenden Wegen, rund drei Viertel des Routennetzes ist bereits ausgeschildert", sagt Krause. Bisher besteht ein touristisches Radroutennetz in der Region Zwönitztal/Greifensteine von zirka 190 Kilometern. Der Rest soll im ersten Halbjahr 2014 fertig gestellt sein. "Die bestehende Ausschilderung wurde jüngst von einheimischen Vielfahrern, ich nenne sie gerne Bike-Ranger, auf Herz und Nieren geprüft", sagt Krause. An einigen Stellen allerdings klemmt es noch ein wenig. So gibt es noch verstärkt Arbeit in Zwönitz und Burkhardtsdorf. Dort sind noch Fragen bezüglich der Duldung und Haftung bei Wegen durch den Forst zu klären.

Faltkarte im Taschenformat

Dass die reine Ausschilderung nicht die Touristenmassen anlocken wird, ist Krause klar. Er möchte daher in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Erzgebirge eine Radkarte erstellen. "Mir schwebt eine Faltkarte im Taschenformat mit GPS-Daten, Höhenprofilen und Vernetzungsmöglichkeiten in die Nachbarregionen vor", beschreibt Krause den Plan, der im Frühjahr 2014 umgesetzt werden soll. Gerade auf die günstige Anbindung an Chemnitz, aber auch an den Preßnitztalweg oder den Radfernweg Sächsische Mittelgebirge sowie die Verbindung bis nach Karlsbad in der Tschechischen Republik und natürlich die Routen der Erzgebirgsbahn möchte Krause aufmerksam machen. Für die Karte sind zudem in fünf Workshops in Zusammenarbeit mit den "Bike-Rangern" Touren durch die gesamte Region, die auch an Sehenswürdigkeiten oder Schwimmbädern entlang führen, entstanden.

"Ich könnte mir vorstellen, dass wir diese Sache im Umfeld der Zwönitztalradtour im Juni auf den Markt bringen", sagt Krause. Im Internet sind Karten verschiedener Touren bereits auf der Seite des Tourismusverbandes einzusehen.

Neben der Faltkarte soll auch das bestehende Netz von E-Bike-Verleihstationen ausgebaut und beworben werden. Dafür zeichnet der Tourismusverband Erzgebirge verantwortlich. Im ersten Jahr der Bemühungen hat der Verband in seinem kompletten Zuständigkeitsbereich immerhin 25 Verleihstation mit insgesamt 65 Rädern akquiriert. "Für 2014 haben wir schon weitere sieben, acht Anfragen", sagt Geschäftsführerin Veronika Hiebl. Im Altkreis Stollberg allerdings sieht es eher schlecht aus.

Der Tourismusverband arbeitet mit einem bundesweit tätigen Unternehmen zusammen, hält die Türe jedoch auch für lokale Anbieter offen. Um auf das offizielle Merkblatt des Tourismusverbandes kommen zu können, wird allerdings eine Marketinggebühr fällig. "Die Resonanz bei Hotelbetreibern in der Region ist dürftig. Da könnte mehr kommen", fordert auch Krause.

Beschilderung durch Kommunen

Der Tourismusverband legt zudem jährlich die Broschüre "Zweirad-Liebe" auf. In der aktuellen Ausgabe sind allein 45 Fahrrad-Touren in den drei Kategorien "Klassisch", "Elektrisch" und "Sportlich" aufgeführt. "Wir nehmen allerdings nur einwandfrei ausgeschilderte Touren auf. Darauf werden wir künftig noch mehr achten", betont Hiebl. Diesbezüglich seien einzig und allein die Kommunen in der Pflicht. Diese könnten die Kosten allerdings ihrer Meinung nach bequem über eine Kurtaxe refinanzieren.

 
erschienen am 07.01.2014 ( Von Björn Josten )
 
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