Trauzimmer Hausdame Ina Hofmann und Touristikmanager Udo Hartmann bei den letzten Handgriffen f√ľr die erste Eheschlie√üung im neuen Trauzimmer.

Foto: Jan Görner

Heiraten im Schloss Purschenstein wird immer beliebter

Nach dem erst im vergangenen Jahr eingeweihten neuen Festsaal k√∂nnen sich Heiratswillige auf Schloss Purschenstein nun noch auf ein neues Trauzimmer freuen. Ein verliebtes Duo aus der Nachbarstadt Sayda macht den Anfang, will sich dort als erstes Paar die ewige Treue schw√∂ren. Und damit liegt es im Trend. Grund: "Das Ja-Wort im Schloss wird immer beliebter", begr√ľndet die Neuhausener Standesbeamtin Dagmar Schneider. Seit Ende 2010 kann auf der Burganlage geheiratet werden - bisher im Gew√∂lbekeller. Mit dem neuen Trauzimmer ist laut Schneider alles noch heller und schicker geworden. Bis zu 50 G√§ste sollen dort Platz finden.

24 Eheschließung im Vorjahr

Von den 24 Eheschlie√üungen im Jahr 2011 fanden elf im Schloss statt. Hotelmanager Eric van der Heijden ist √ľberzeugt, dass sich dieses Verh√§ltnis weiter positiv zugunsten von Purschenstein entwickelt. "Wir haben allein f√ľr 2012 schon 36 Hochzeitsanfragen vorliegen", freut sich van der Heijden. Wegen der wachsenden Nachfrage soll deshalb in dem zum Schloss geh√∂renden Rittergut, das derzeit saniert und umgebaut wird, ein weiterer Festsaal entstehen.

Hochzeitsplanerin Katrin Beck glaubt die Gr√ľnde f√ľr die Anziehungskraft von Schl√∂ssern auf Heiratswillige zu kennen: "Die Frauen w√ľnschen sich eine Traumhochzeit in einer Traumatmosph√§re. Sie wollen sich an diesem Tag wie eine Prinzessin f√ľhlen", erl√§utert die Dresdnerin. Das kann auch die Lunzenauer Standesbeamtin Ute Wrede best√§tigen, die Paare auf der Rochsburg im gleichnamigen Lunzenauer Ortsteil in den Hafen der Ehe steuert. Von den 36 Eheschlie√üungen im Vorjahr fanden 27 im Schloss statt. "F√ľr dieses Jahr haben wir schon 14 Anmeldungen", sagt Wrede. Auf der Augustusburg, wo seit Mitte der 1980er-Jahre geheiratet werden darf, waren es 2011 sogar fast 150 Trauungen. "Im Rathaus wird kaum noch geheiratet", betont Rathausmitarbeiterin Andrea Franke, die den Paaren sogar eine historische Hochzeit anbieten kann. Dann schl√ľpft nicht nur die Standesbeamtin in ein Kleid von anno dazumal. "Die romantische Kulisse des Jagdschlosses in einer wundersch√∂nen Landschaft verspricht einen unvergesslichen Hochzeitstag und den G√§sten ein Erlebnis besonderer Art", ist Franke √ľberzeugt.

Hochzeitsbranche ist lukrativ

Darauf setzt auch Neuhausens Hotelmanager van der Heijden. Er h√§lt die Hochzeitsbranche weiter f√ľr lukrativ. Allein 2010 wurden 382.000 Ehen in Deutschland geschlossen, 13.000 mehr als 2007. Damit wachse dieser Markt um den sch√∂nsten Tag des Lebens. H√§ndler und Dienstleister w√ľrden sich zunehmend auf den Hochzeitstrubel spezialisieren. Ein Trend, den die Hotelbranche nicht verschlafen d√ľrfe. Dennoch bleibe die jetzt beginnende Hochzeitssaison nur ein Mosaikstein f√ľr das Gesch√§ft auf Schloss Purschenstein. "Wir merken, dass sich mehr Deutsche f√ľr einen Urlaub bei uns entscheiden", sagt der Manager, der f√ľr Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum das Dreifache an Buchungen registrieren konnte. Nur noch 15 Prozent der G√§ste k√§men aus dem Ausland. So hat es das Unternehmen innerhalb k√ľrzester Zeit auf 12.000 √úbernachtungen j√§hrlich geschafft. Zum Vergleich: Die gesamte Region Neuhausen z√§hlte 2010 mehr als 50.000.

F√ľr B√ľrgermeister Peter Haustein sind Schlossbesitzer Roelof Praagman und seine Ehefrau Henriette nach wie vor ein Gl√ľcksfall. Das sieht der Leiter des √∂rtlichen Fremdenverkehrsamtes, Frank Hiemann, nicht anders: "Das ist eine Erfolgsgeschichte. Nicht nur des Investors, sondern auch f√ľr unsere Region."

 
erschienen am 16.02.2012 (Von Jochen Walther)
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Artikel weiter empfehlen