Zu den Wanderwochen im Frühjahr gibt es in diesem Jahr erstmals ein Wanderkonzert.

Foto: Bernd März/Archiv

Im Erzgebirge unterwegs mit neuer Karte und neuer App

Annaberg-Buchholz. Das Ziel von Veronika Hiebl ist ehrgeizig: Eine Gästekarte, mit der auch die Busse und Bahnen im Erzgebirge kostenlos genutzt werden können. Die sogenannte Konus-Gästekarte aus dem Schwarzwald ist Vorbild für die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Erzgebirge. Finanziert wird diese aus der Kurtaxe, beteiligt sind mehrere regionale Verkehrsverbünde. "Und es funktioniert hervorragend", weiß Veronika Hiebl.

Pilotprojekt gestartet

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Der erste Schritt dorthin: Als erster in Sachsen hat der Tourismusverband Erzgebirge eine einheitliche elektronische Gästekarte eingeführt - vorerst als Pilotprojekt in sechs Orten: unter anderem Oberwiesenthal, Eibenstock und Seiffen. Doch viele Bürgermeister aus anderen Kommunen hätten bereits Interesse signalisiert. Veronika Hiebl hofft, dass nach der Projektphase möglichst alle Orte, in denen Kurtaxe erhoben wird, auch die elektronische Gästekarte anwenden. Parallel dazu will der Verband aber auch Anreize schaffen, eine Kurtaxe oder eine Fremdenverkehrsabgabe überhaupt erst einzuführen. "Gerade in Zeiten knapper Kassen ist das wichtig, um so Geld für touristische Investitionen zur Verfügung zu haben", argumentiert die Touristikerin. Gekoppelt mit der bekannten Erzgebirgscard, mit der sich in mehr als 100 Einrichtungen Geld beim Eintritt sparen lässt, ergibt sich daraus die neue Gästekarte Erzgebirge.

Andere Kommunikationswege

Neue Wege beschreitet der Tourismusverband auch in Sachen Kommunikation. Bis Ende Februar soll eine sogenannte Aktiv-App erarbeitet werden, kündigt Veronika Hiebl an. Dafür soll das umfangreiche interaktive Kartenmaterial, welches auf den Internetseiten des Verbandes bereits zur Verfügung steht, handyfähig gemacht werden. "Als Kartengrundlage für unterwegs", erläutert sie. Zum Inhalt der neuen App sollen neben Rad- und Wanderrouten für den Sommer beispielsweise auch Skigebiete für den Winter gehören - einschließlich Serviceteil mit Fahrzeiten, Liftbetrieben und ähnlichen Dingen. Nach der Oberlausitz, dem Vogtland und der Sächsischen Schweiz wäre das Erzgebirge die vierte Region in Sachsen, die Einheimischen und Gästen ein solches mobiles Angebot macht.

Doch das Erzgebirge geht gleich noch einen Schritt weiter und integriert ein zusätzliches Teil: ein sogenanntes Reporting Tool. Damit können die jeweiligen Nutzer Meldungen zu möglichen Qualitätsmängeln zurückschicken. Für Veronika Hiebl ist das eine wichtige Ergänzung, geht es doch dabei um die Sicherung der Qualität. Und dafür seien solche Hinweise sehr hilfreich. "Denn auf der großen Fläche ist es schwierig, alles in Ordnung zu halten." Erkannte Mängel sollen umgehend weitergeleitet werden - zum Beispiel an die Stadt- und Gemeindeverwaltungen. Nur so könne der Mangel auch schnell behoben werden.

Wandern mit Musik

Mit im wahrsten Sinne des Wortes neuen Tönen warten die traditionellen Wanderwochen auf. 43 Touren durch das Erzgebirge sind für die Tage vom 21. bis zum 29. Mai vorbereitet - darunter zum ersten Mal auch "Wege mit Musik". Dahinter verbirgt sich ein Wanderkonzert, das neugierig machen soll auf das Musikfest Erzgebirge, das in diesem Jahr vom 9. bis zum 18. September stattfindet. Die Wanderung führt von Grünhain über Bernsbach und Beierfeld zum Spiegelwaldturm und wieder zurück zur Kirche in Grünhain. Dabei wandern die drei renommierten Musiker David Erler (Countertenor), Katharina Holzhey (Gambe) und Stefan Maaß (Theorbe) mit. An fünf Stationen musizieren sie Barockmusik erzgebirgischer Komponisten.

Zugleich schaffen die Organisatoren die Verbindung zu einem anderen wichtigen Ereignis in diesem Jahr: der Entscheidung über die Vergabe des Titels Weltkulturerbe. Im Juli tagt das zuständige Komitee. Ein Teil der Strecken bei den Frühjahrs- beziehungsweise Herbstwanderwochen führt zu einigen der insgesamt 500 Einzelobjekte - zum Beispiel dem Pöhlberg in Annaberg-Buchholz, zum Schreckenberg in Frohnau oder zum historischen Kalkwerk in Lengefeld.

www.erzgebirge-tourismus.de

 
erschienen am 25.01.2016 ( Von Antje Flath )
 
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