Bergaltar von Hans Hesse Der Bergaltar von Hans Hesse in der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz zählt zu den berühmtesten Darstellungen des frühneuzeitlichen Bergbaus

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Montanregion Erzgebirge bewirbt sich um Unesco-Welterbetitel

Der Welterbekonvent "Montanregion Erzgebirge" hat am 4. Februar auf seiner 7. Sitzung auf Schloss Augustusburg bei Chemnitz jene Liste erstellt, mit der sich die Region um den Unesco-Welterbetitel bewerben möchte.

Bergaltar von Hans Hesse in der St. Annenkirche

Der Bergaltar von Hans Hesse in der St. Annenkirche in Annaberg-Buchholz zählt zu den berühmtesten Darstellungen des frühneuzeitlichen Bergbaus. Dieser prägte das Erzgebirge über Jahrhunderte. 

Angefangen von der Altenberger Pinge mit der Nummer 1 bis hin zum Bergarbeiter-Kulturhaus "Hans Marchwitza" in Oelsnitz/Erzgebirge umfasst die Liste 521 Objekte. Darunter sind ehemalige Schachtanlagen, Unternehmervillen - aber auch Firmen, die in Folge des Bergbaus entstanden, wie das Glashütter Uhrenwerk.

 

 

Wellner-Hauptgebäude in Aue Das Wellner-Hauptgebäude in Aue, für das die Hillebrand-Gruppe angeblich ein Kaufinteresse hegte.

Foto: Publicpix

Wellner-Fabrik in Aue mit auf der Liste

Neu aufgenommen wurden für die Bewerbung die hochmittelalterlichen Silberbergwerke in Dippoldiswalde, der Grüne Graben in Pobershau, die Wellner-Fabrik in Aue sowie die St.-Georgen-Hütte in Schneeberg. Einige Objekte wie die Katharinenkirche in Buchholz stehen unter Vorbehalt auf der Liste, und wieder andere wurden gestrichen. Dazu zählen das Kulturhaus "Aktivist" und das Rathaus in Bad Schlema, die Galgenteiche in Altenberg, ein Kesselhaus sowie zwei Hallen in Oelsnitz im Erzgebirge.

"Der Karl-Liebknecht-Schacht in Oelsnitz wirkt für sich", sagte Rolf Höhmann. Der Industriearchäologe, der schon an der Erarbeitung von etwa zehn Welterbeanträgen mitgewirkt hat, hatte alle Objekte in Augenschein genommen. Seinen Empfehlungen folgte der Konvent weitgehend.

Hüttenkomplex in Muldenhütten, Amalgamierwerk in Halsbrücke und die Schindlersche Blaufarbenwerke in Zschorlau im Visier

Höhmann machte auch klar, dass bei einigen Objekten dringend Handlungsbedarf besteht. "Sie sind wegen ihrer historischen Bedeutung und Einmaligkeit sehr wertvoll für die Gesamtbewerbung, jedoch ist ihr Zustand problematisch, oder es gibt kein Konzept." Dies betreffe etwa den Hüttenkomplex in Muldenhütten, die Gebäude des Amalgamierwerkes in Halsbrücke und die Schindlerschen Blaufarbenwerke in Zschorlau.

Es könne nicht darum gehen, die Objekte in einem Jahr schon präsentabel zu haben, wichtig sei aber, zur Antragstellung im Februar 2014 ein Konzept für die Gebäude mit einzureichen. Klärungsbedarf gibt es zudem bei den beteiligten Bergstädten, die in unterschiedlicher Weise gelistet sind. So stehen Marienberg und Schneeberg nur mit dem Zusatz "Historische Altstädte" in der Unesco-Vorschlagsliste, während Annaberg und Freiberg den Zusatz "Historischer Stadtgrundriss und Stadtbild" haben. Eine Formulierungsfrage, die keineswegs nebensächlich ist; sie kann enorme Auswirkungen auf die künftige Bautätigkeit in der Stadt haben. Das jedenfalls müsste das Beispiel der einstigen Unesco-Welterbestadt Dresden gezeigt haben.

 
erschienen am 05.02.2013
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