OB Sven Krüger (Mitte) durfte sich am Gründonnerstag als erster Freiberger über die beiden kostenlosen Jahreskarten für den Besuch des Domes freuen. Sie wurden von Domkantor Albrecht Koch (l.) und Dompfarrer Urs Ebenauer höchstpersönlich überreicht.

Foto: Eckardt Mildner

Neue Dauerkarte lockt in den Freiberger Dom

Für den Domkantor Albrecht Koch ist eines klar: Die Einwohner der Stadt Freiberg und ihrer Ortsteile seien "die wichtigsten Multiplikatoren", um vielen Menschen in aller Welt den Dom St. Marien näherzubringen. Nicht wenige Bergstädter würden ihren Freunden, ihren Gästen die bedeutende gotische Hallenkirche zeigen. Das soll nun belohnt werden, und zwar mit einer Jahreskarte. Im Klartext: Für lediglich zwölf Euro können die Freiberger ein Jahr lang beliebig den Dom während der Öffnungszeiten besuchen - ausgenommen sind Führungen und Konzerte. Mitglieder der Domgemeinde erhalten zudem die Jahreskarte kostenlos, da sie laut Dompfarrer Urs Ebenauer bereits finanziell an der Unterhaltung des Bauwerkes beteiligt seien.

Quasi als "Ostergeschenk" durfte sich gestern OB Sven Krüger (SPD) als erster über die Jahreskarte freuen. "Der Dom St. Marien ist eines der Wahrzeichen unserer Stadt. Ich freue mich, dass die Domgemeinde auf die Bürger der Bergstadt zugeht und somit ein Stück dazu beiträgt, lokale Identität zu stärken", sagte der Rathauschef. In diesem Zusammenhang kündigte Krüger an, dass bei künftigen Projekten Stadt und Domgemeinden enger zusammenarbeiten wollen.

Angesichts der begonnenen Osterferien betonte Pfarrer Ebenauer, dass zahlreiche Sonderführungen unter dem Titel "Hinter Schloss und Riegel - Geheimnisvolle Türen im Dom" stattfinden. Dabei geht es auch durch Treppentürme und auf die Empore des Domes, von wo die Teilnehmer einen grandiosen Blick auf die Schätze des Gotteshauses haben: Kunstwerke wie die Goldene Pforte, die Tulpenkanzel oder die Silbermann-Orgeln haben nach Ansicht von Ebenauer Weltgeltung. Deshalb verwundert es nicht, dass 2015 mehr als 50.000 Besucher gezählt wurden, die den Dom besichtigten. Laut Dompfarrer sei die Anzahl der Besucher seit einigen Jahren konstant. "Jeden Sonntag feiert die Domgemeinde ihren Gottesdienst in der Kirche", so Ebenauer. Recherchen zufolge sei der Dom bereits seit 90 Jahren eintrittspflichtig. "Die Domgemeinde erhebt den Eintritt, um die Unkosten zu tragen, die sie als kleine Kirchgemeinde sonst nicht aufbringen könnte", erklärte Gottesmann Ebenauer. Das sei in den Domkirchen in Berlin, Naumburg und Quedlinburg nicht anders.

Unter dem Dach des Doms finden sich Kunstschätze aus 800 Jahren: Die weltbekannte Goldene Pforte, Silbermanns erste große Orgel und die Begräbniskapelle sind nur einige von ihnen. Mehr Informationen zum Freiberger Dom gibt es unter diesem Link.

 
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erschienen am 26.03.2016 ( Von Jochen Walther )
 
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