Ellen Köstner als Anna Magdalena Poltermann vor dem Silbermannhaus, das 40 Jahre lang als Werkstatt und Wohnort Gottfried Silbermanns diente. Ellen Köstner als Anna Magdalena Poltermann vor dem Silbermannhaus, das 40 Jahre lang als Werkstatt und Wohnort Gottfried Silbermanns diente.

Foto: Stadt Freiberg/Marcel Schlenkrich

Neue Stadtführung in Freiberg sorgt bei Touristen für bleibende Eindrücke

 

Freiberg ist um eine touristische Attraktion reicher: Anna Magdalena Poltermann, Gottfried Silbermanns geschwätzige Haushälterin, hat in dieser Woche ihre Dienste als Stadtführerin aufgenommen und lädt ab sofort zu humorvollen Führungen durch Freibergs historische Altstadt ein. Dabei plaudert sie reichlich aus dem "Nähkästchen". Die Geheimnisse, das Lebenswerk und der Lebenswandel des weltberühmten Orgelbaumeisters Gottfried Silbermann stehen bei der anderthalbstündigen Tour im Mittelpunkt.

Die neue Stadtführung ergänzt das Freiberger Erlebnisführungsangebot rund um die seit Jahren beliebten thematischen Stadtrundgänge "Auf den Spuren der Hebamme" und "Freiberger Bierführung". "Mit Silberklang und Berggeschrey reagieren wir erneut auf die gestiegene Nachfrage nach erlebnisreichen und kulinarischen Tourismusangeboten," hebt Cornelia Hünert, Leiterin des Amtes für Kultur-Stadt-Marketing, die Bedeutung des Angebots für die touristische Weiterentwicklung Freibergs hervor. Das auch für Tourismus zuständige Amt möchte damit Silbermann und seine Orgeln sowohl Touristen als auch Einheimischen auf eine lockere Art näher bringen. Gottfried Silbermann (1683 - 1753), einer der bedeutendsten deutschen Orgelbauer der Barockzeit, lebte und arbeitete vor rund 300 Jahren in Freiberg. 31 der von ihm gebauten Orgeln sind bis heute erhalten, davon vier allein in Freiberg: zwei im Dom, und je eine in der Petri- und Jakobikirche.

Am Schlossplatz neben dem Silbermannhaus, wo fast 40 Jahre lang seine Orgelwerkstatt angesiedelt war, beginnt künftig die Führung. Stadtführerin Ellen Köstner, die in die historische Figur von Silbermanns Haushälterin schlüpft, entführt ihre Gäste in das Leben und die Ereignisse der Silberstadt im 18. Jahrhundert. Wegen ihres Reichtums an Silber erlebte die Stadt in dieser Zeit eine wahre Blüte. Historie und Histörchen sowie Sage und Wahrheit vermischen sich nicht selten, wenn Frau Poltermann loslegt. Während des Rundgangs überrascht sie ihre Gäste auch mit einem echten Freiberger Silberkräuter und lässt die legendäre Freiberger Eierschecke, ein köstlicher Kuchen, der nur in Freiberg gebacken werden darf, verkosten.

Monika Kutzsche, Leiterin des Sachgebiets Tourismus beim Amt für Kultur-Stadt-Marketing, war schon lange auf der Suche nach einer Stadtführerin, die die Rolle der redseligen Vertrauten Silbermanns mit Witz und Charme ausfüllen kann. "Erlebnisführungen stehen und fallen mit der richtigen Person, die sie authentisch in Szene setzen können. Ein vom Fremdenverkehrsverein initiierter Volkshochschulkurs für historisch Interessierte im vergangenen Jahr brachte den ausschlaggebenden Erfolg. Mit Kursteilnehmerin Ellen Köstner haben wir sie endlich gefunden", freut sich Kutzsche. Köstner entwickelte den Rundgang mit Unterstützung der Tourismusexpertin, der Silbermanngesellschaft sowie des Fremdenverkehrsvereins. Auch Magda Czolbe, ehemalige Geschäftsführerin der Silbermanngesellschaft und profunde Silbermannkennerin, hat mitgeholfen und manchen fachlichen Tipp zu Silbermanns Leben und Wirken gegeben. Dankenswerter Weise konnte auch auf eine Quelle über Frau Poltermann von Gisela Müller, langjährige Leiterin des Silbermannmuseums in Frauenstein, zurückgegriffen werden.

Öffentliche Führungen finden ab 13. März regelmäßig statt und können schon jetzt über die Tourist-Information Freiberg gebucht werden. Weitere Informationen zum Angebot gibt es unter diesem Link.

 

 
erschienen am 02.03.2016
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Artikel weiter empfehlen