Völlig neu gestaltet wurde in den zurückliegenden Monaten die Naturherberge in Affalter. Völlig neu gestaltet wurde in den zurückliegenden Monaten die Naturherberge in Affalter.

Foto: Lars Rosenkranz

Urlauben in der Naturherberge Affaltar

Im romantisch gelegenen Schieferbruchtal in Affalter ist jetzt ein feierlicher Akt vollzogen worden: Nach erfolgter Sanierung hat der Lößnitzer Bürgermeister Gotthard Troll das Haupthaus der Naturherberge Affalter seiner Bestimmung übergeben.
 
Der Zeremonie ging eine zweijährige Bauzeit voraus. Das Gebäude als Herzstück der Anlage, die sich unter Regie des Naturschutzbunds (Nabu) Aue-Schwarzenberg befindet, wurde grundhaft saniert. "Unser Ziel war es, das historisch wertvolle Objekt zu erhalten", so Troll. Nicht nur zu DDR-Zeiten diente das Haus als Jugendherberge. Sein Ursprung geht auf die Wandervogelbewegung und die 1925 gegründete Spielschar zurück. Die Jugend baute sich ihr eigenes Nest, das im August 1928 eingeweiht wurde. Damit das unvergessen bleibt, erwarb die Stadt 2003 die Herberge und schloss 2004 mit dem Naturschützern des Kreisverbands einen Nutzungsvertrag ab.
 
2007 gab es erstmals ein internationales Jugendlager. Im Dezember 2009 begannen die Arbeiten am äußerst baufälligen Haupthaus. Insgesamt kostete das Projekt 1,177 Millionen Euro. 231.900 Euro davon flossen als Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II. Der Nabu steuerte Eigenleistungen bei.
 
Entstanden ist ein farbenfrohes und modernes Domizil für 30 Übernachtungsgäste. Erd- und erstes Obergeschoss sind barrierefrei. Die Zimmer tragen Namen wie "Hummelnest", "Käferwiese" und "Bienenkorb". Im "Schneckenhaus" wohnt derzeit Linda Colditz. "Die Herberge ist klasse und wirklich kaum wiederzuerkennen. Ich war schon vor ein paar Jahren mal da", so die Zwölfjährige, die wie 16 weitere Mädchen und Jungen am 1. Winterferiencamp des Vereins Lößnitzer Bildungsweg teilnahm.
 
"Wir waren auf dem Bauernhof und töpferten in der Werkstatt. Das Gelände ist schön groß. Es wird viel geboten", sagte der 14-jährige Steven Tessner von der Albert-Schweitzer-Schule Aue. "Wir arbeiten mit Naturherberge und Nabu zusammen, wollen das vertiefen", so Alexander Troll, Vizevorsitzender des Lößnitzer Bildungswegs. In der Herberge sollen sich Schulklassen und Wanderfreunde nicht nur wohlfühlen, sondern auch das Thema Natur- und Umweltschutz praktisch kennen lernen. "Motto: Natur vermitteln mit allen Sinnen. Die Voraussetzungen sind toll und ziehen hoffentlich viele Besucher an", so Nabu-Kreischef Matthias Scheffler.
 
Baumhaus, Zeltplatz, Waldküche und Kreativwerkstätten stehen bereit. Auf Streuobstwiesen und im Bauerngarten wachsen seltene Obst- und Gemüsesorten, die in der Küche verarbeitet werden.
Zu den tierischen Bewohnern gehören Röhnschaf Sieglinde mit ihren Zwillingen, Häsin Hannelore sowie die Katzen Karla, Klara und Käthe. "Wir haben sachsenweit Schulen und Freizeiteinrichtungen informiert. Positive Resonanz gibt es schon. Unser Konzept eignet sich mit Exkursionen und Lehrgängen in Sachen Natur- und Umweltschutz auch für Erwachsene", so Scheffler. Zudem sind Feiern und Urlaube möglich. Ein großes Fest am 4. Mai rundet den Neustart der Einrichtung ab.
 
www.naturherberge.de
 
 
 

 
 
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