Borstendorfer Wandergruppe auf dem Zwönitzblick.

Zwei junge Türme locken die Wanderer rund um Gelenau

Zwönitz/Gelenau. Sie sind fast im gleichen Jahr gebaut worden, beide liegen auf einem Plateau und am Waldrand: der Zwönitzblick und der Aussichtsturm im Freizeitbereich "Am Kegelsberg" von Gelenau.

Der erste Turm bietet einen wunderschönen Blick auf Zwönitz und seine Umgebung. Erbaut im Jahr 2001, gehört er mit seinen acht Metern Höhe zu den kleinsten Aussichtstürmen im Erzgebirge. Die Idee zu diesem Bauwerk hatte Altbürgermeister Uwe Schneider, umgesetzt wurde das Vorhaben von Mitarbeitern einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme sowie einer Kühnhaider Firma.

Vollkommen aus Holz, steht er auf einem Plateau in 645 Metern Höhe. 29 Stufen führen auf die oberste Plattform. Eintritt wird nicht verlangt, demzufolge ist auch eine Ermittlung der Besucherzahlen nicht möglich. Hinweise auf die sichtbare Umgebung sind ebenfalls nicht zu finden. Nach Aussage von Uwe Schneider waren entsprechende Tafeln vorgesehen, sind aber noch nicht gefertigt worden.

Unmittelbar neben dem Turm steht eine sogenannte Wetterbirke, die bei voller Belaubung einen Teil des Panoramas verdeckt. Dort stehen auch ein Vermessungspfahl sowie zwei Bänke. In südlicher und östlicher Richtung breitet sich ein großes Waldgebiet aus, eine Reihe von Wanderwegen führen zum Schatzenstein, zum Spiegelwald, zur Moosheide und zur Türkenheide. Die Wege, die zu Fuß oder auch mit dem Rad bewältigt werden können, sind gut ausgeschildert.

In nordöstlicher Richtung befindet sich einer der interessantesten Berge der Umgebung von Zwönitz: der Ziegenberg. Rund drei Kilometer grüner Wanderweg führen ab Zwönitzblick zum Reiter ohne Kopf, zum Arme-Sünder-Brunnen und zum Reppelstein. Dazu gehört auch der höchste Punkt, im Volksmund unter dem Begriff Räuberhöhle bekannt, der unter Naturschutz steht. Wer dann noch Muße hat, sollte den Weg bis zur historischen Altstadt von Zwönitz fortsetzen. Es gibt nicht viele Orte im Erzgebirge, die so viel Sehenswertes aufweisen können.

Der Gelenauer Aussichtsturm wurde 2002 von der Gemeinde erbaut. Auch hier war der ehemalige Bürgermeister Erhard Berger der Ideengeber für dieses Bauwerk. Gelenau investierte rund 140.000 Euro. Mit etwa 27 Metern Höhe ist er um einiges höher als der Zwönitzblick. Außerdem besteht er vollkommen aus Stahl und weist 136 Stufen bis zur obersten Plattform auf.

Der Kegelsberg, nach dem der Freizeitbereich benannt wurde, ist 525 Meter hoch, der Turm steht rund 500 Meter südwestlich auf einem kleinen Plateau auf 495 Metern. Er ist leicht zu finden, fährt man von unten in den Ort, ist er schon von Weitem zu sehen. Außerdem ist die Beschilderung geradezu vorbildlich. Parkplätze sind am Sportareal Erzgebirgsblick in ausreichendem Maße vorhanden und wie alle öffentlichen Parkmöglichkeiten im Ort kostenfrei. Von diesen sind es nur wenige Minuten Fußweg, dann ist der Turm erreicht und unentgeltlich zu besteigen.

Die Sicht über Gelenau und auf die Umgebung ist vor allem in östliche und südliche Richtung ausgezeichnet. Allerdings fehlen auch hier Informationstafeln, sodass der Besucher auf seine eigene Ortskenntnis oder eine gute Wanderkarte angewiesen ist. Der Turm ist von April bis Oktober ständig geöffnet, im Zeitraum November bis März allerdings komplett geschlossen.

Was die Gemeinde im Umfeld des Turms geschaffen hat, ist mehr als beeindruckend. Das Sportareal mit Stadion und Sporthalle, das Schwimmbad mit Minigolfanlage, die Alpine Coasterbahn, ein Wildgehege und der Heimatlehrpfad sind nur einige Möglichkeiten, seine Freizeit zu verbringen. Gut ausgeschilderte Wanderwege in und um Gelenau herum, die Wander- und Bikestation, in der auch Fahrräder ausgeliehen werden können - all das macht den Ort zu einem Freizeiterlebnis. Dazu kommen im Winter noch der Rodelhang und die Skipiste mit einem Lift am Gerichtsberg.

Dass Gelenau zu den längsten Dörfern Sachsens, vielleicht auch Deutschlands gehört, hat sich längst herumgesprochen. Und der Ort besitzt sogar eine regelmäßig verkehrende, innerörtliche Buslinie.

 
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Viel Sehenswertes für Gäste
 
erschienen am 26.10.2015 ( Von Frieder Berger )
 
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