"Ich habe die Tiere nicht mit Futter angelockt, es sind alles Aufnahmen von Wildtieren des Erzgebirges." Dem Hobbyfotograf Dominik Kwetkat sind beeindruckende Bilder gelungen. "Ich habe die Tiere nicht mit Futter angelockt, es sind alles Aufnahmen von Wildtieren des Erzgebirges." Dem Hobbyfotograf Dominik Kwetkat sind beeindruckende Bilder gelungen.

Foto: Dirk Trautmann

Im Erzgebirge Auge in Auge mit dem Reh

Die "Alte Brauerei" in Annaberg-Buchholz wagt sich auf Neuland. "Normalerweise zeigen wir Fotos von Abrisshäusern. Das ist die erste Ausstellung mit Tierfotografien, die bei uns zu sehen ist", sagt Jens Roscher vom Soziokulturellen Zentrum. Denn am Freitag wurde die Ausstellung "Wildes Erzgebirge" eröffnet. Und diese Fotografien haben es in sich, denn sie sind ungewöhnlich, sie sind zum Teil sogar einmalig.

Dominik Kwetkat sind diese Fotos gelungen, die das Erzgebirge und vor allem seine Fauna so zeigen, wie sie der normale Wanderer und Spazierg√§nger selten bis gar nicht zu Gesicht bekommt. Eisv√∂gel sind darunter, diese kleinen V√∂gel mit dem schillernden Gefieder, die an einigen Stellen an unseren Fl√ľssen anzutreffen sind. Auch Tiere wie Rothirsch, Reh oder Dachs hat Dominik Kwetkat vor die Linse bekommen und erstaunliche Aufnahmen von ihnen gemacht.

Da ist beispielsweise das Reh, das genau in die Linse der Kamera schaut, die Lauscher hat es aufgestellt. "Ich habe die Tiere nicht mit Futter angelockt, es sind alles Aufnahmen von Wildtieren des Erzgebirges", sagt der Hobbyfotograf, den es seit fr√ľhester Kindheit in die Natur zieht. Die Fotopirsch ist m√ľhsam, da sind die gro√üen Objektive mit Festbrennweiten, das Stativ, das Tarnzelt, das besonders bei Vogelbeobachtungen zum Einsatz kommt. "Ich gehe aber nicht immer mit gro√üer Ausr√ľstung los, denn vor dem Fotografieren kommt das Beobachten", erz√§hlt der 26-J√§hrige aus Annaberg-Buchholz.

Viel Geld hat er schon in sein Hobby investiert, alleine ein Objektiv mit der Festbrennweite von 500 Millimetern kostet schon eine richtige Stange Geld.

Und viel Zeit investiert Dominik Kwetkat, denn einen Kampf zweier Rehb√∂cke fotografiert man nicht einfach so. Aber gerade dieser Zweikampf ist es, was der Ausstellung das Sahneh√§ubchen aufsetzt, denn wer hat schon einmal einen Rehbock gesehen, der einen Purzelbaum schl√§gt? "Das war der Sieger des Revierkampfs, der hatte mit dem Geh√∂rn in die Erde eingespie√üt, das Feld aber als Sieger verlassen", berichtet der Naturfotograf √ľber diese einmalige Fotostrecke, die jedem professionellen Tierfotografen zur Ehre gereichen w√ľrde.

Der Annaberger will nur fotografieren und die Tiere nicht in ihrem Lebensraum stören. "Ich möchte kein Reh in meinem Schlafzimmer haben. Und das Reh will mich auch nicht dort haben, wo es ruht", ist die Philosophie von Dominik Kwetkat.

 

Text:  Dirk Trautmann

 
erschienen am 18.01.2018
 
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