Grüne Unterkünfte im und ums Erzgebirge - Naturnahe und nachhaltige Ferien erleben

Ferien im Erzgebirge werden der schönen Landschaften und Ausflugsmöglichkeiten wegen häufig naturnah gestaltet. Man ist viel im Freien, geht spazieren und wandern und genießt das Wetter im Grünen. Viele Reisende - vor allem auch Familien mit Kindern, aber auch Erwachsene allein - sehnen sich daher auch nach naturnahen Unterkünften im Erzgebirge. Wird bei diesen das Wohnen auch noch tatsächlich nachhaltig umgesetzt, sind solche Unterkünfte natürlich doppelt interessant. Wir haben einmal verschiedene Konzepte zusammengetragen und stellen beispielhaft Unterkünfte vor, in denen sich im Erzgebirge genau auf beschriebene Weise die Ferien erleben lassen.

Der Klassiker des grünen Wohnens - Camping

Naheliegend und doch wichtig als Teil dieser Liste ist natürlich das Camping. Beim Zelten unter freiem Himmel oder Wohnen in bereits bereitgestellten kleinen Wohnwägen handelt es sich um die wahrscheinlich älteste Form des naturnahen und nachhaltigen Wohnens während der Ferien.

Für Wärme gesorgt wird hier in der Regel einfach dadurch, dass sich dick eingepackt wird und mitunter abends einmal an einem offiziellen Platz gemeinsam am Lagerfeuer gesessen wird. Die meisten Campingfreunde essen während ihres Urlaubs viel Brot und Rohkost und kochen meist nur  einmal am Tag auf dem mitgebrachten Gaskocher eine kleine Suppe, Tee oder Kaffee oder ein paar Nudeln. Geduscht wird oft nicht, wie zuhause, jeden Tag ausgiebig, sondern dann, wenn es nötig ist, ein paar Minuten in der minütig zu bezahlenden Campingdusche. Wer sich eine eigene kleine Campingdusche mitbringt, duscht wohl kalt und ebenfalls wassersparsam.

Allein diese reduzierte und genügsame Lebensweise während der Campingferien lässt sich als nachhaltig bezeichnen. Auch auf den meisten Campingplätzen im Erzgebirge geht es auf diese Weise zu. Wer mit Kindern reist, kann sich über Spielmöglichkeiten auf dem Campingplatz - Spielplätze, aber etwa auch Fußballtore und Ähnliches umschauen - und sich nach geführten Naturerlebnissen erkundigen. Campingparks, wie jener in Greifensteine erfreuen sich nicht ohne Grund großer Beliebtheit. Nicht nur ist dieser direkt am Greifenbachstauweiher gelegen und bietet somit natürlichen Badespaß für die ganze Familie. Es gibt hier auch einen gesonderten Jugendzeltplatz und einen Spielplatz. Die Stadt Geyer bietet darüber hinaus diverse "Naturerkundungsprogramme" vor allem auch für die Kleinsten an. Darunter eine "Kräuterschatzsuche für Kinder" oder auch "Mikroabenteuer" mit Wildnistrainern, bei denen die Natur auf Pfadfinderweise erkundet wird.

Wer ohne Kinder unterwegs ist, beim Campen auch gerne unter Erwachsenen ist und ebenfalls besonders viel Wert auf nachhaltige Ferien legt, sollte sich "Waldcamping-Erzgebirge" einmal genauer anschauen. Die überdachten Gebäude werden mit einer Erdkollektorwärmpumpe geheizt. Die Wasserversorgung wurde autark aufgebaut - aus zwei Brunnen kommt das verfügbare Wasser, das über eine thermische Solaranlage geheizt wird. Strom wird teilweise durch Photovoltaik selbst erzeugt. Grüner und entspannter campt es sich im Erzgebirge fast nirgends sonst.

Ökologische Mehrfamilienferien mitten im Grünen

Wer deutlich mehr Komfort während der Ferien bevorzugt und vielleicht auch gemeinsam mit mehreren Pärchen oder kleinen Familien ins Erzgebirge reisen möchte, für den könnte das ehemalige Bahnwärterhaus bei Plauen etwas sein. Zwar nicht direkt im Erzgebirge gelegen, aber durch die Grenzlage des Vogtlands nur eine kurze Fahrt entfernt, trumpft diese Unterkunft mit nachhaltigem Luxus, Entspannung und Ruhe mitten in der Natur gleichermaßen auf.

Reine Natur des Erzgebirges vor der Tür - wer möchte während der Ferien so nicht unterkommen? stock.adobe.com © jojoo64 (DATEI-NR.: 180720175)

So wurde das ehemalige Bahnwärterhaus, das sich unterhalb der kleinen Ortschaft Drossdorf (Teil der Gemeinde Tirpersdorf) findet, in den Jahren 2012/ 2013 unter streng ökologischen Gesichtspunkten vollumfänglich saniert. Im Erdgeschoss wurde dabei das historische Mauerwerk erhalten, während das Obergeschoss aus massivem Holz neu aufgebaut wurde. Verputzt mit Lehm und den Fußboden mit Lärchenholz-Dielen und Fliesen ausgestattet, versprüht das Häuschen heute echten Naturcharme. Die Möbel des Häuschens sind zudem fast vollständig von regionalen Tischlern gestaltet worden, sodass sogar hier auf Nachhaltigkeit geachtet wurde.

Trotz alledem finden sich im Haus eine umfassende Ausstattung mit verschiedensten Küchengeräten, einer Fußbodenheizung im modernen Anbau sowie etliche andere Utensilien.

Andere Menschen treffen die hier untergebrachten acht bis neun Erwachsenen inklusive Kinder wohl eher selten. Doch genau das ist das Konzept des Bahnwärterhäuschens: Mitten in der Natur gelegen kann im Umland oder auch auf den 3000 m² Garten, der aus naturbelassener Wiese mit Obst und Nussbäumen besteht, einmal so richtig runtergefahren werden.

Wohnen in kleinen Häuschen

Wer sich mit weniger Platz zufriedengibt und sowieso vor allem die Zeit in der Natur verbringen möchte, kann eine Kompromisslösung aus Camping und luxuriöserer Unterkunft wählen: Das Tiny House. Hier hat man zwar ein festes Dach über dem Kopf und ist mit eigener Küche und eigenem Bad versorgt, spart aber an Kosten für ausufernde Fläche und somit etwa auch Heizkosten der Behausung.

Der Trend der Tiny Houses hat in den vergangenen Jahren - auch aufgrund eines zunehmendes Nachhaltigkeitsbewusstseins - massiv zugenommen. Angefangen in den USA und angestoßen durch eine immer größer werdende Wohnungsnot ist die Begeisterung für das Wohnen auf begrenztem Raum inzwischen längst auch hier angekommen. In Deutschland verkörpern die kleinen Häuschen in der Regel Umweltbewusstsein, aber auch einen Hang zum Minimalismus und das Beschränken der eigenen Bedürfnisse auf das Wenige, das man "wirklich" braucht.

Bei Olbernhau, mitten im Erzgebirge, lässt sich das Leben im Tiny House für ein paar Ferientage einmal austesten. Erst 2020 wurde das autarke Tiny House "mit gesunden Materialien wie zum Beispiel Holz, Lehmputz und Lehmfarbe" umgebaut, wie auf der Website zu lesen ist. Neben einer eigenen Terrasse vor dem kleinen Häuschen dürfte vor allem auch das Wasser, das frisch aus einem Brunnen geholt werden kann, eines der Highlights darstellen.

Auch bei Schöneck, südlich von Zwickau und östlich von Plauen, kann "tiny" untergekommen werden. Für drei oder auch fünf Personen stehen dort für rund 150, bzw. rund 95 Euro die Nacht Tiny Houses bereit, die auf einer Höhe von 732 Metern ü. NN, inmitten der Natur liegen. Sie bieten einen Panoramablick über das gesamte Umland und die Möglichkeit, sich von den ersten Sonnenstrahlen wecken zu lassen und als erstes am Morgen das saftige Grün der umliegenden Wiesen zu bewundern.

In der Riege der Designer und Bauer jener kleinen Häuschen spielt übrigens ein Erzgebirgler ganz oben mit. Philipp Siegel aus Annaberg baut seit 2019 portable Tiny Houses und verkauft sie an Kunden aus ganz Europa. Bis zu sechs Häuschen entstehen in Siegels Werkstatt pro Jahr. Wer weiß, vielleicht werden sich in Zukunft ja auch welche dieser Unterkünfte irgendwo im Erzgebirge zur Miete für die Ferien finden.

Bäume, statt Gebäude zum Übernachten nutzen

Unweit von Chemnitz gelegen und somit nur einen Katzensprung ins Erzgebirge, kann während der Ferien auch auf Bäumen übernachtet werden. Richtig gehört: In Kriebstein, genauer gesagt, an der Talsperre Kriebstein, findet sich das "Baumhaushotel Kriebelland".

Baumhausübernachtungen sind im Erzgebirge ebenfalls möglich. stock.adobe.com © galitskaya (DATEI-NR.: 332822842)

Hier stehen vier Baumhäuser, die die Namen "Romantik", "Fass", "Baumjurte" und "Segelschiff" tragen, in 3-20 Metern über dem Boden zur Verfügung. So spannend und spaßig die Namen der einzelnen Häuschen in den Bäumen klingen, so faszinierend sehen die Ferienhüttchen auch aus. Fast wie ein handgemachtes Hippierefugium, das aus einem Traum entstammt, wirken nicht nur die Architektur, sondern auch die detaillierte und liebevolle Gestaltung der Innenräume. Viel Holz, aufwendige Schnitzereien und ein unverstellter Blick auf die Zschopau machen das Wohnen in den Bäumen zu einer echten Naturerfahrung.

Übrigens kann hier auch während der Corona-Zeit übernachtet werden - allerdings sind solange nur Mehrfachübernachtungen möglich.

Wohnen im Naturschutzzentrum Erzgebirge

Das Naturschutzzentrum Erzgebirge ist eine gemeinnützige GmbH in Trägerschaft des Erzgebirgskreises. Hier sind 18 Mitarbeiter aktiv, die saisonal von Landschaftspflegern, Freiwilligen und Schutzgebietsbetreuern unterstützt werden. Das Naturschutzzentrum setzt nicht nur praktische Naturschutzprojekte in die Tat um und setzt sich für die nachhaltige Entwicklung ein. Vielmehr werden in Dörfel bei Schlettau (ehemals Naturschutzzentrum Annaberg) auch Unterkunftsmöglichkeiten angeboten.

Auf dem idyllischen Gelände befinden sich fünf baugleiche Gästehäuser, die mit Massivholzmöbeln ausgestattet sind. Die Häuser sind beheizbar und lassen sich das ganze Jahr über für Ferien in der Erzgebirger Natur mieten. In jedem der fünf Gästehäuser sind zwei Bäder mit jeweils Dusche, Waschbecken und Toilette vorhanden. Außerdem gibt es eine Kleinküche, die zusätzlich angemietet werden kann.

Wer im Naturschutzzentrum Erzgebirge unterkommt, wird allerdings sicherlich eines der zahlreichen Touren und Bildungsangebote rund um Naturschutz und Nachhaltigkeit wahrnehmen - solche sind sowohl für Kinder verschiedener Altersstufen sowie Erwachsene vorhanden. Sinnvoll ist dann, sich von der Zentrumsleitung auch einfach gastronomisch versorgen zu lassen. Knappe 25 Meter von den Gästehäusern entfern sind die Speise- und Aufenthaltsräume gelegen, in denen leckere Gerichte und Snacks zu bekommen sind.

Selbstverständlich steht während des Aufenthaltes alles im Zeichen der Nachhaltigkeit. So wird auch "mit dem Landschaftsbild und den natürlichen Ressourcen schonend" umgegangen. Regionaltypische Bauweisen und alternative Energien werden genutzt, Abwässer mit der Kraft der Natur geklärt, Müll geringgehalten und richtig getrennt und Energie etwa mit entsprechender Beleuchtung gespart.