Radler mit Elektrofahrrädern Marcel Weiß - hier mit Ehefrau Katrin und Tochter Madlen - kennt sich als Mitarbeiter der Firma Emobile Erzgebirge bestens mit den Elektrofahrrädern aus. Er weist die Kunden an der Ausleihstation auch ein.

Foto: Marcel Weidlich

Einheimische und Touristen können jetzt Elektrofahrräder ausleihen

Wer im Erzgebirge Rad fährt, weiß eines genau: Der nächste Berg kommt bestimmt. Und dann gilt es, stramm in die Pedale zu treten. Es geht aber auch anders: Die Lösung für alle Einheimischen und Touristen, die gern auf dem Drahtesel die herrliche Landschaft erleben wollen, ohne sich allzu sehr abzuquälen, heißt Elektrofahrrad.

Die Eibenstocker Firma Emobile Erzgebirge bietet solche Vehikel jetzt zum Leihen an. Täglich von 9.30 Uhr bis 10.30 Uhr ist Mitarbeiter Marcel Weiß an einem orangefarbenen Container hinter dem Hotel "Am Bühl" zu finden. Zwölf der Drahtesel mit Nabenmotor warten auf testfreudige Leute. Auch Anhänger als Mitfahrgelegenheit für Kinder sind vorhanden. Mit 35 Kilogramm ist ein solches rund 2300 Euro teures Zweirad natürlich schwerer als herkömmliche Fahrräder.

Das liegt am Lithium-Ionen-Akku, der den geräuscharmen Antrieb speist. Mit rund 40 Kilometern gibt Weiß die Reichweite an und ergänzt: "Sie hängt davon ab, wie stark der Motor beansprucht wird." Der lässt sich in drei Stufen regeln - von ein klein bisschen bis ganz viel Nachhilfe. Und in der Tat spürt der Fahrer eine deutliche Unterstützung, was gerade bei sommerlicher Hitze äußerst angenehm ist. Bis Tempo 25 schiebt der Motor mit.

Das Rad mit Sieben-Gang-Schaltung kann indes auch ohne "Saft" bewegt werden. Insofern braucht keiner Angst haben, unterwegs liegen zu bleiben. Außerdem erhalten die Nutzer Infomaterial mit Tourempfehlungen und Hinweisen, wo der Akku nachgeladen oder gegen einen vollen getauscht werden kann. Dies ist zum Beispiel in einigen Gaststätten möglich. "Wir suchen noch weitere Partner. Es läuft ja gerade erst an", sagt Firmenchef Peter Hohe. Einen Partner hat er im ehemaligen FCE-Ringer Olaf Brandt gefunden. Der will in seinem Geschäft an der Wasserstraße in Aue ebenfalls Elektrofahrräder zum Ausleihen anbieten.

"Ich habe einfach nach einer Möglichkeit gesucht, die dem hiesigen Gelände gerecht wird. Und das Thema Elektromobilität beschäftigt mich ohnehin", erklärt Peter Hohe, wie er auf die Idee kam. Da das Ganze auch noch umweltfreundlich sei, passe es besonders gut in die Region um Eibenstock.

Letztere will der Aschaffenburger, der hauptberuflich als Unternehmensberater tätig ist, nicht nur um ein paar Elektrofahrräder bereichern. Der 52-Jährige hat vor, auf einem Grundstück an der B 283 und der Schneeberger Straße einen kleinen Freizeitpark zu errichten. Den Bauantrag habe er bereits gestellt. Das 20.000 Quadratmeter große Areal in der Schutzzone I des Naturparks blieb quasi übrig, als Hohe den Steinbruch verkaufte, den die Familie viele Jahre in der Nähe betrieben hat. Ursprünglich war ein Grundstückstausch mit der Stadt geplant. Dieser ist laut Hohe inzwischen aufgrund der hohen Kosten einer Revitalisierung der Brache vom Tisch. "Ich musste überlegen, was ich mit dem Platz mache. Da kam mir der Gedanke einer freizeitorientierten Nutzung", erklärt der verheiratete Vater zweier Kinder.

Da die Firma Emobile Erzgebirge ihren Sitz ohnehin in dem Areal hat, lag es nahe, das Thema weiter zu verfolgen. Hohe wollte es indes nicht bei einem Informations-, Verkaufs- und Verleihzentrum für verschiedene Elektrofahrzeuge belassen. Also ersann er ein Konzept, das unter anderem eine Rundstrecke sowie einen Enduro-Kurs mit Trial-Elementen vorsieht. Auch für das leibliche Wohl der Besucher soll gesorgt werden. Zudem sei das Gelände für Veranstaltungen geeignet.

Auf etwa eine Million Euro schätzt Hohe die Kosten für das gesamte Projekt. Die Finanzierungsgespräche laufen, und auch nach Fördermitteln hat er die Finger bereits ausgestreckt. Bis zu sechs Arbeitsplätze könnten entstehen. "Mein Wunschtermin für eine Eröffnung wäre April 2011", so der Aschaffenburger. Bis dahin können auf dem Firmengelände montags bis sonnabends von 11 bis 16 Uhr zumindest einige Elektrofahrzeuge getestet und Elektrofahrräder ausgeliehen werden.
 

 

 
erschienen am 29.07.2010 (Von Kjell Riedel)
 
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