Carmen Gröber (l.) und Grit Händel mit Hund Danji werfen einen Blick ins Heimatmuseum im Seiffener Ortsteil Heidelberg.

Foto: Jens Zeidler

Wandern im Erzgebirge: Tour bei Hitze gemeistert

Als die Planung, einmal den Glockenweg komplett abzuwandern, in die entscheidende Phase ging, hieß es mit Blick auf das Datum gleich: "Zum Fußball-EM-Finale sind wir wieder daheim." Und das schafften die Wanderer am Sonntag, wenn sie auch einschließlich Pausen fast neun Stunden auf der anspruchsvollen, 23 Kilometer langen Route unterwegs waren.

Dafür hieß es aber für Wochenendverhältnisse zeitig aufzustehen. Die Wanderer, die in Chemnitz wohnen oder arbeiten und sich von einer Facebook-Gruppe für Freizeitaktivitäten kennen, gingen schon kurz nach 9 Uhr in Deutschneudorf auf die Piste. Die Wanderer hatten den Anspruch, die Tour im Original zu absolvieren. Deutschneudorf bietet dafür sowohl Parkplätze als auch eine Bushaltestelle des Regionalverkehrs. Nach einem schweißtreibenden Anstieg kamen nicht nur die erste Glocken in Sicht, sondern auch ein wunderbarer Ausblick Richtung Tschechien. Der Aussichtsturm in Sankt Katharinaberg begegnete den Leuten auf Schusters Rappen im Laufe des Tages noch einige Male.

Ähnlich war es mit dem Schwartenberg kurz vor Seiffen, der die Läufer kilometerlang begleitete. Die Gruppe merkte sich die höchste Spitze des Osterzgebirges für einen späteren Ausflug gleich mal vor. Schon nach Seiffen wurde klar, was das Manko der Tour ist. Teilnehmerin Carmen Gröber formuliert es so: "Strecke und Aussichten waren das Beste, was wir bisher mit unserer Gruppe gesehen haben. Aber der Asphalt ist kein Untergrund für mich." Und Grit Händel ergänzte: "Straßen sind fürs Laufen nicht so gut. Das ist wohl eher für Biker gemacht."

Tatsächlich sind auf den ersten zwei Dritteln der Tour die etwas weicheren Wege rar gesät. Erst kurz vor Oberlochmühle wird es besser. Die Gruppe freute sich da auch über etwas Schatten in Waldpassagen. Als sehr gut sind die Ausschilderung des Weges sowie die Beschriftung der Glocken zu bewerten. So kämpften sich die Wanderer über viel Asphalt und durch die Hitze wieder zum Ausgangspunkt und hatten einen anstrengenden, aber angenehmen Tag im Erzgebirge.

Die Teilnehmer der Facebookgruppe für Freizeitaktivitäten haben schon einiges gemeinsam erlebt: Bowling, Brunch oder einfach nur Kaffeeklatsch. Neulich traf sich ein Teil der Gruppe bei einem Konzert am Rochlitzer Berg. Gewandert wurde unter anderem auf den Bismarckturm in Glauchau, in Wechselburg und Umgebung und durch das Zwönitztal.

 
erschienen am 12.07.2016 ( Von Jens Zeidler )
 
Theme trail

Glockenwanderweg



Länge:
22.381 km
Zeit:
6:44 h
Aufstieg:
476 m
Abstieg:
476 m
niedrigster Punkt:
556 m
höchster Punkt:
751 m
Schwierigkeit:
Kondition:
Erlebnis:

Technik:

Landschaft:

Bewertung:
()

Anfahrtsberechnung



Wegbeschreibung

 Ausgehend von der 1736 geweihten Kirche Deutschneudorf (1) wandern wir bergaufwärts. Vorbei am alten Spritzenhaus (2) wenden sie an der 3. Station, der alten Taufglocke, noch einmal den Blick und genießen die Sicht auf den Erzgebirgskamm. Weiter ...

 Ausgehend von der 1736 geweihten Kirche Deutschneudorf (1) wandern wir bergaufwärts. Vorbei am alten Spritzenhaus (2) wenden sie an der 3. Station, der alten Taufglocke, noch einmal den Blick und genießen die Sicht auf den Erzgebirgskamm. Weiter vorbei am Fußball-platz biegen wir kurz vor Ortsausgang rechts ab in den Kupferweg Richtung Brüderwiese. Am Ende dieser kleinen Siedlung, an einem kleinen Ruheplätzchen, finden wir die 4. Station. Auch hier wieder der schöne Blick über das Schweinitztal hinweg ins Böhmische. Nach wenigen Kilometern erreichen wir Deutscheinsiedel. Bei einer kleinen Runde durchs Dorf lassen wir den Grenzübergang zur Tschechischen Republik rechts liegen und gehen zur Kirche Deutscheinsiedel (5). Diese 1905 geweihte Kirche ist wie ihre Schwester in Deutschneudorf in den Sommermonaten zur täglichen Besichtigung geöffnet. Wir folgen der Ausschilderung und biegen nach wenigen Metern links in eine Siedlung und erreichen wenig später die Straße nach Seiffen. Am Ortsausgang biegen wir links ab und laufen über Waldwege und über die Erdgastrasse Russland-Deutschland zum Freilichtmuseum Seiffen (6). Achtung, dort haben wir eine kleine Schleife und müssen ein Stück zurückwandern ehe wir rechts in den Ahornbergweg einbiegen. Hier überqueren wir die Oberheidelberger

Straße und laufen am Ende der Siedlung auf alten Bergmannswegen parallel zum ausgeschilderten Kammweg Erzgebirge hinunter zur weltbekannten Bergkirche Seiffen (7/8). Wir sehen das Spielzeugdorf Seiffen, die kleinen Häuser der Bergleute und Spielzeugmacher. Über dem Dorfbild grüßt uns der 741m hohe Reicheltberg. Nur wenige Meter oberhalb der Kirche finden wir die nächste Station, die Pinge “Geyerin” (9), eine Naturbühne entstanden durch eingestürzte Grubenbauten. Wir wandern immer weiter bergaufwärts und gelangen mit vielenschönen Ausblicken auf Ahornberg (823m), Reicheltberg, auf das Bergstädtchen Sayda oder zur Kirche von Maly Haj (Kleinhan).

 So gelangen wir zum Friedhof der Streusiedlung Oberseiffenbach mit der alten Schulglocke (10). Nach Oberseiffenbach biegen wir in den Zänkerweg ein und erreichen die große Freifläche Klötzerhübel, biegen links ab und kommen zu dem Kleinod “Kapelle am Weg” (11) und steigen hinunter in das Dörfchen Oberlochmühle (12). Oberhalb des Ortes geht’s rechts auf den Kupferleitenweg und erreichen

Deutschkatharinenberg. Vorbei an im Sommer herrlich blühenden Bergwiesen sehen wir gegenüber das alte Bergstädtchen Hora Svaté Kateriny (Sankt Katharinaberg). An einem Rastplatz finden wir hier unsere 13. Station, die alte Ewigkeitsglocke. Nun steigen wir hinunter zum Abenteuer Bergwerk Bernsteinzimmer (14) und der Schachtkaue (15). Durch das Morgengründel, vorbei an mehreren kleinen Teichen und Biotopen kommen wir zum Anton-Günther-Stein mit der Stundenglocke (16) und erreichen nach kurzer Zeit wieder den Ausgangspunkt dieser Beschreibung.

 


Höhenprofil


Höhenprofil

Weitere Informationen



Autor: Thomas Boy
Quelle: Freie Presse
Download als PDF
Download der GPS-Daten

Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Artikel weiter empfehlen