Wandern in Westsachsen: Wälder, Wiesen und tolle Bauten in Waldenburg

Meine Kindheitserinnerungen an Waldenburg beschränken sich darauf, dass wir den Ort immer durchfahren haben, wenn wir Verwandte im Altenburger Land besuchten. Meine Mitwanderin und ich werden also heute die Kleinstadt genauer unter die Lupe nehmen. Alle Ortsteile können wir aber bei einer einzigen Tour nicht erreichen, weil sie weit auseinanderliegen und es auch nur die eine Muldenbrücke im Kernort gibt.

Dort ist unser Startpunkt. Und schon beim Weg in Richtung Zentrum der Töpferstadt gibt es so viel zu sehen, dass wir das Wandern fast vergessen. Wir bewundern das Schloss und die mittelalterlichen, gepflasterten Gässchen, die zum Teil nach Zünften benannt sind. Entlang der Jahnstraße bewegen wir uns im Bogen um das Europäische Gymnasium herum.

Nach der neuen Umgehungsstraße (B 180) stehen wir quasi schon mitten in der Natur. Das schmucke Freibad von Waldenburg lassen wir am Wegesrand liegen. Nach einer nochmaligen Querung der Bundesstraße geht es in Richtung der Ortsteile. Zwar bewegen wir uns auf einer Straße, doch der Verkehr ist gering. Schwaben liegt nicht ganz auf der Route. Aber wir können zumindest in die Ortschaft hineinschauen. Der Ausblick danach in alle Richtungen ist imposant.

Links schauen wir bis ins Leipziger Land. Sogar die wuchtigen Kühltürme des Kraftwerks Lippendorf bei Böhlen sind zu sehen. Und die sind Luftlinie 35 Kilometer weg. Das Cityhochhaus und das Völkerschlachtdenkmal in der Messestadt, die noch weiter entfernt sein müssen, können wir aber nicht ausmachen. Wesentlich näher steht dafür die durch ihre markante Form bekannte Ziegelheimer Kirche. Rechts schaut man über Limbach-Oberfrohna bis zum bunten Chemnitzer Schornstein. Weiter südlich ist auch die Langenberger Höhe nahe Wüstenbrand zu erkennen.

In Dürrenuhlsdorf beobachten wir eine Weile zwei Pferde beim Grasen. Insgeheim freuen wir uns schon auf den nächsten Abschnitt unserer Tour. Franken, das wie sein Nachbar Schwaben nach der Herkunft seiner Siedler benannt wurde, ist ein schmuckes Museumsdorf geworden. Die Kirche kommt hinter einem Hügel in unser Blickfeld. Mit ihrer Form könnte sie auch in Spanien oder Mexiko stehen. Heute ist das frühere Gotteshaus ein Veranstaltungszentrum. Wir schauen auch in den Denkmalhof und auf das wahrscheinlich älteste Haus Sachsens, das aus Wickersdorf hierher versetzt wurde. Beim Verlassen von Franken sind etwas abseits sogar Strauße zu beobachten. Das ist ein richtiger Trend: Einige Dörfer der Region züchten solche Laufvögel.

Mit großen Schritten nähern wir uns jetzt wieder dem Tal der Zwickauer Mulde. In Schlagwitz sind auf einer ähnlichen Tafel wie in Franken die wichtigsten Informationen zum Waldenburger Ortsteil zu lesen. Brände haben die Geschichte des Dorfs gezeichnet. Von Schlagwitz aus können wir den gelb markierten Weg oberhalb der Mulde nach Waldenburg zurücklaufen. Das geht nicht so glatt wie gedacht. Die Kennzeichnung ist manchmal schwierig zu finden. Die Wege sind teilweise sehr nass. Dafür entschädigen Blicke auf ein Gehege mit Rehen sowie schöne Wiesen und Waldränder.

In Waldenburg macht der Weg dann noch einen großen Bogen, sodass wir auch von der anderen Seite auf die Stadt sehen können. Schon wieder an der Muldenbrücke gibt es noch einmal reizvolle Ausblicke Richtung Schloss. Die Ortsteile Nieder- und Oberwinkel sowie den Grünfelder Park konnten wir heute nicht mehr in die Tour einbauen. Auf jeden Fall war es eine schöne Strecke.

Wichtig beim Wandern sind gutes Schuhwerk, atmungsaktive Kleidung und eine Regenjacke für den Notfall.

Die Strecke: Start und Ziel ist die Muldenbrücke in Waldenburg. Dort befinden sich auch die Bushaltestelle der Linie 629 Glauchau-Geithain sowie ein großer Parkplatz. Streckenlänge: 13 Kilometer; tiefster Punkt: 221 Meter über dem Meeresspiegel an Start und Ziel; höchster Punkt: 301 m über dem Meeresspiegel zwischen Schlagwitz und Waldenburg; Gesamtanstieg: 215 Meter; beste Aussicht: zwischen B 180 und Dürrenuhlsdorf.

 
erschienen am 17.03.2014 (Von Jens Zeidler)
 
Hiking trail

Wandern in Westsachsen: Waldenburg



Länge:
13.062 km
Zeit:
3:35 h
Aufstieg:
189 m
Abstieg:
189 m
niedrigster Punkt:
219 m
höchster Punkt:
301 m
Schwierigkeit:
Kondition:
Erlebnis:

Technik:

Landschaft:

Bewertung:
()

Anfahrtsberechnung



Höhenprofil


Höhenprofil

Weitere Informationen



Autor: Thomas Boy
Quelle: Freie Presse
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