Wandern in Westsachsen: Zwickau - Weg mit Natur und Geschichte

Wer sich darauf einlässt, Zwickau zu Fuß zu erkunden, bekommt eine tolle Mischung aus Automobilbaugeschichte und reizvoller Natur geboten. Um diesbezüglich auch etwas zu erfahren, habe ich mir Mitwanderer dazu geholt, die mich auch auf den einen oder anderen Fakt aufmerksam machen können. Der große Vorteil der Strecke sind die weitgehend flachen Passagen in der Nähe der Innenstadt. Wer vor Anstiegen Respekt hat, ist hier gut aufgehoben. Wir starten am Hauptbahnhof und halten uns nördlich. Bald taucht die Paracelsus-Klinik auf. Wir folgen aber weiter der Straße nach Norden. Nicht zu übersehen ist rechts das Sachsenring-Gelände, das vom charakteristischen "S" überragt wird. Hier wurden einst die legendären Autos der Marke Trabant produziert.

In westliche Richtung ist schnell ländliche Gegend zu sehen. Die Wälder und Felder außerhalb von Zwickau liegen etwas oberhalb. Am Rand von Weißenborn geben wir die nördliche Richtung zunächst auf. Bis zur schönen Johanniskirche kommen wir nicht. Sie bleibt rechts vom Weg. Die Strecke hat noch mehr Automobilgeschichte zu bieten. So ist ein Gebäude des einstigen Sachsenring-Werks 3, zuvor über 60 Jahre Sitz der Kammgarnspinnerei, wieder auf Vordermann gebracht worden und beherbergt jetzt die Agentur für Arbeit. Kurz danach biegen wir links ab. Gewebegebiete und Gartenkolonien sind gleichermaßen zu finden. Einmal scheint der Weg fast zu Ende zu sein. Aber direkt am Zaun sieht man, dass es weitergeht. Kurzzeitig bewegen wir uns unmittelbar an der Bahnstrecke Dresden-Nürnberg entlang. Hier bieten sich schöne Blicke in das nordwestliche Umland.

Nach Überquerung der Altenburger Straße stehen wir im Stadtteil Crossen an der Zwickauer Mulde. Ein Hinweisschild für Radfahrer gibt die Distanz bis Glauchau mit elf Kilometern an. Wanderer und Radler teilen sich in beide Richtungen den Uferweg. Das ist kein Problem. Die Zweiradfahrer können ja notfalls klingeln. Hier führt auch der Sächsische Jakobsweg entlang. Bis Santiago de Compostela, dem Endpunkt des berühmten Pilgerwegs, wäre es aber etwas weit. Wir wenden uns nach Süden und verlassen erst im Park am Konzert- und Ballhaus "Neue Welt" das Ufer. So kürzen wir ein Stück ab, sehen aber auch das 04-Bad am Fluss nicht.

Am Schlobigpark gehen wir noch einmal etwas vom Wasser weg. Rechtzeitig bevor die Innenstadt in Sicht kommt, stehen wir allerdings wieder am Fluss. Diesen Teil der Uferpromenade, das Muldeparadies über dem B93-Tunnel, nutzen Einheimische und Gäste gern als Flaniermeile. Weiter geht's ins Zentrum. Am Hauptmarkt und auf dem Weg zum Dom kann man sehen, dass Zwickau eine schöne Innenstadt hat. Die Peter-Breuer-Straße und die Humboldtstraße überqueren wir, um schließlich nördlich des Schwanenteichs zu stehen.

Allmählich schließt sich der Kreis. Anstiege haben wir bisher keine mitbekommen. Auf dem Weg zum Hauptbahnhof wird es ein wenig hügelig. Trotzdem waren die reichlich 13 Kilometer sehr leicht zu bewältigen. Bei einem der nächsten Male nehme ich mir eine Strecke in den Randgebieten von Zwickau vor.



Start und Ziel: Hauptbahnhof Zwickau, Streckenlänge: 13,5 Kilometer,

An- und Abfahrt von Zwickau: Regionalverkehr. Tiefster Punkt: 253 Meter über dem Meeresspiegel zwischen Altenburger Straße und Zwickauer Mulde; Höchster Punkt: 288 Meter über dem Meeresspiegel am Hauptbahnhof; Gesamtanstieg: ungefähr 40 Meter; Beste Aussicht: an der Zwickauer Mulde kurz vor der Innenstadt.

Die Strecke durch Zwickau eignet sich für alle Wanderer, die steile An- und Abstiege scheuen. Lediglich am Ende der Tour geht es vom Schwanenteich in Richtung Bahnhof leicht bergauf.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn sich die Wanderer den Weg mit Radfahrern teilen oder entlang der Straße laufen. Außerhalb geschlossener Ortschaften sollte man auf der linken Straßenseite laufen und dem Verkehr entgegengehen.

 
erschienen am 14.07.2014 ( Von Jens Zeidler )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Hiking trail

Wandern in Westsachsen: Zwickau



Länge:
14.547 km
Zeit:
3:35 h
Aufstieg:
34 m
Abstieg:
34 m
niedrigster Punkt:
254 m
höchster Punkt:
288 m
Schwierigkeit:
Kondition:
Erlebnis:

Technik:

Landschaft:

Bewertung:
()

Anfahrtsberechnung



Höhenprofil


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Weitere Informationen



Autor: Thomas Boy
Quelle: Freie Presse
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