Winterwandern im Erzgebirge - unsere besten Strecken

Am 20. November hat es in diesem Jahr den ersten Schnee auf dem Fichtelberg gegeben und nun nähert er sich, der Winter (hier ein verschneiter Blick auf den Hotzenwald). Unser Erzgebirge hat nicht nur im Sommer oder Herbst, sondern auch im Winter viel zu bieten. Verschneite Wipfel, der Blick auf die tolle Berglandschaft - das Erzgebirge ist nicht nur für Romantiker, sondern auch für sportlich Ambitionierte ein war gewordenes Wintermärchen.

Winterwanderung nach Zinnwald: über 10 km durch die verschneite Landschaft

An der Gegend rund um Zinnwald haben nicht nur Radsportfans ihre helle Freude, sondern auch Wanderer. Zu einer der schönsten und ambitioniertes Wandertouren gehört die Strecke von Altenberg bis nach Zinnwald. Auf über 10 km haben andere Freunde die Möglichkeit, die von Schnee bedeckten Wipfel der Bäume und die wunderschöne einzigartige Hügellandschaft der Region zu entdecken. 

Der Aufstieg erfolgt über 170 Höhenmeter und dauert, abhängig von der Kondition, ca. 3 Stunden. Idealer Ausgangspunkt für diese Wanderung ist die Touristen-Information am Bahnhof von Altenberg. Von dort aus geht es zum Skilift entlang des Aschergraben. Wer die Wanderung durch die verschneite Winterlandschaft in ruhiger Atmosphäre noch einmal Revue passieren lassen möchte, kann in Zinnwald in die Bärenhütte einkehren, welches sich an Schneise 30 befindet. Auch das Hotel Lugsteinhof Heißgetränk und einem leckeren Essen ein und bietet noch dazu eine sagenhafte Aussicht auf das verschneite Winterpanorama.

Umwanderung der Scharspitze: auch für den Einstieg gut geeignet

Zinnwald ist für viele Wanderwege beliebter Startpunkt, denn auf dem Wander- und Loipenparkplatz lässt sich auch sicher parken. Wer die Winterausrüstung für die Wanderung (robuste Winterschuhe und warme Kleidung sollten auf jeden Fall dabei sein) im Kofferraum hat, kann sich auf dem Parkplatz ganz bequem umziehen. Da in Zinnwald immer ein besonders eisiges Lüftchen geht, ist vor allem der Schutz von Gesicht, Ohren und Händen besonders wichtig.

Auf der einmaligen Winterwanderung geht es vom Parkplatz aus Richtung Geising (die Beschilderung weist den Weg). Die Scharspitze hat eine Höhe von 807 Meter und wird liebevoll als Teil des Himalaja im Osterzgebirge bezeichnet. Oben angekommen, bietet sich ein fantastischer Blick auf die Loipen. Auf dem Rückweg bietet sich der halt an der ehemaligen Bobbahn an, die Zeitzeuge einstiger Erfolge ist. Zum Aufwärmen und beim Hungergefühl legt die Waldschänke "Altes Raupennest" ein, in der es besonders urig und gemütlich zugeht. Gestärkt ist der Rückweg zum Parkplatz dann ein Kinderspiel.

Panoramaweg Neuhausen: 3 Stunden entlang der schönsten Aussichtspunkte

Das Erzgebirge hat seinen ganz besonderen Reiz, vor allem im Winter. Davon zeugt der Panoramaweg Neuhausen, der auf Nebenstraßen und Waldwegen entlangführt. Wanderfreunde bewegen sich auf über 10 km um Neuhausen und legen dabei 280 Höhenmeter zurück. Auf der Wanderung, die ca. 3 Stunden dauert, werden die schönsten Aussichtspunkte der Region angesteuert.
Der Start findet direkt im Zentrum von Neuhausen statt und führt zunächst auf den Berganstieg. Der Schwartenberg ist nicht nur eine Herausforderung durch den Anstieg, sondern belohnt auch mit einer fantastischen Sicht ins Tal. Aber Vorsicht, denn im Winter kann es durch Schneeverwehungen und Glatteis etwas rutschig werden. Deshalb ist winterfestes Schuhwerk mit griffsicherer Sohle die beste Wahl. Wer etwas länger gehen möchte, kann einen Abstecher nach Seifen machen. Dafür einfach auf den Weg an der Biermannkreuzung der Ausschüttung folgen und die Winterwanderung verlängern.

Eindrucksvolle Bilder im Wildgehege

Das Wildgehege in Neuhausen auf dem Goldhübel hat im Winter einen ganz besonderen Reiz. Hier lassen sich die Hirsche und über 30 andere Tiere fast aus der Nähe beobachten und gleichzeitig ist hier ein spannender Geocache zu finden. Auf vier Hektar finden sich die ein oder anderen Tierspuren, die es zu erraten gilt. War es der Hase, der Hirsch oder doch ein anderes Rotwild? Besonders mit Kindern macht der kurze halt beim Wildgehege viel Spaß und ist genau das richtige kurze Päuschen, bevor es mit der Winterwanderung weitergeht.

Die richtige Ausstattung bei der Winterwanderung: warm und tuschfest sollte sie sein

Klare Luft, stundenlange Wanderung durch schneebedeckte Natur. Gibt es etwas Schöneres, als die Winterlandschaft auf diese Weise zu erkunden? Damit es nicht kalt und jeder Schritt durch und schicke Sohlen unsicher wird, sollte jeder die passende Kleidung für die Winterlandschaft haben.

Gerade in und um Zinnwald weht ein eisiger Wind. Wer ungeschützte Ohren oder Finger hat, wird kaum lange Spaß auf der winterlichen Entdeckungstour haben. Mit ein paar Tipps kann sich jedoch jeder optimal auf seine Wandertouren durch die Winterlandschaft vorbereiten.

Das richtige Schuhwerk wählen

Das Schuhwerk ist bei einer Wanderung über Schnee und Eis besonders wichtig. Es sollte nicht nur schön warmhalten, sondern auch wasserdicht sein. Die optimale Sohle ist ebenfalls wichtig, denn sie bietet Tritt- und Standsicherheit auch beim steifen Aufstieg. Bei den Wintertouren im Erzgebirge werden häufig zwischen 100 und über 200 Höhenmeter zurückgelegt. Damit dies ohne Wegrutschen oder umknicken gelingt, sollten die Schuhe eine robuste Sohle haben.

Wer sich in der verschneiten Winterlandschaft fernab der Wege bewegt, sollte auch über Spikes nachdenken, denn sie bieten zusätzlich Halt auch auf eisigen Untergründen. Es lohnt sich definitiv für den passionierten Winterwanderer in speziell für Schnee konzipierte Winterboots zu investieren, die den Anforderungen gerecht werden. So behält man beim Wandern warme Füße und damit die gute Laune.

Mit dem Zwiebellook bleibt es schön warm

Im Erzgebirge pfeifen eisige Winde, sodass wärmende Kleidung ein absolutes Muss bei der Winterwanderung ist. Empfehlenswert ist der Zwiebellook, denn er hält nicht nur kuschelig warmen, sondern kann auch bei Bedarf angepasst werden.
Die unterste Schicht des Zwiebellooks bildet meist eine dünne Jacke, die auch aus Vliesstoff bestehen kann. Darüber eine weitere Jacke oder dickerer Pullover und schließlich die wasserabweisende Jacke zum Schutz gegen eisige Temperaturen.

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Zum Schutz der Ohren sind Mützen, Stirnband oder Ohrenschützer empfehlenswert. Auch an warme Hände sollte gedacht werden. Empfehlenswert sind Handschuhe aus Vliesstoffen oder wasserabweisende Ski-Handschuhe.

An Verpflegung denken

Auf dem Weg durch die Winterlandschaft des Erzgebirges gibt es einige Möglichkeiten, um einzufahren und rast zu machen. Hier zeigt sich der Spagat zwischen Moderne und Traditionsbewusstsein, denn viele der Hütten erstrahlen im urigen Glanz und zeigen die für das Erzgebirge typische Holzkunst.
Gerade auf längeren Wandertouren kann es nichts schaden, selbst ein wenig Verpflegung dabei zu haben. Ein Team in der Thermoskanne bietet angenehme Wärme von innen und ein Snack (beispielsweise Nüsse) spendet Energie für die letzten Meter.

Die optimale Streckenplanung

Die Streckenplanung ist bei der Winterwanderung das A und O, denn häufig lassen sich die verschneiten Wege gar nicht richtig sehen, manchmal noch nicht einmal benutzen. Im Erzgebirge sind zwar sämtliche Wege gut ausgeschildert, der eisige Wind kann sie jedoch mit Schneeflocken verdecken oder gar verwehen. Deshalb empfiehlt sich eine optimale Vorbereitung: Am besten die Karte ausdrucken oder auf dem mobilen Endgerät herunterladen, um sie dann bei fehlender Wegmarkierung zur Hand zu haben.

Stöcke unterstützen die Trittsicherheit

So schön die Winterlandschaft mit ihren Schneeverwehungen anzuschauen ist, so herausfordernd kann ihr Bezwingen sein. Trotz robuster Schuhsohlen fällt es häufig schwer, auf den unebenen Wegen mit dem hohen Schnee die Balance zu behalten.

Hier können Tracking-Stöcke Unterstützung bieten, denn sie lassen sich links und rechts neben dem Körper in den Untergrund setzen. Dadurch gibt es deutlich mehr Sicherheit beim Laufen, sodass auch steilere Anstiege bei den Touren durch das verschneite Erzgebirge einfacher zu meistern sind.

Rucksack bietet optimalen Platz für Stöcke und andere Utensilien

Wanderfreunde können mithilfe eines Rucksacks sämtliche Wanderutensilien bequem tragen. Wer die Stöcke nicht die ganze Zeit in der Hand tragen möchte, kann sie auch bei einem guten Wanderrucksack festschnallen. Empfehlenswert sind dafür Stöcke, die sich bequem auf wenige Zentimeter zusammenschieben lassen.

Wird das Gelände zu unwirksam, können sie mit nur wenigen Handgriffen aus dem Rucksack geholt und auf die gewünschte Größe ausgezogen werden. Um die Stützfunktion werden in der Winterlandschaft zusätzlich zu erhöhen, können die Stöcke mit speziellen Winter-Spikes versehen werden. Sie sind äußerst spitz und durchdringen mit etwas Muskelkraft auch eisige Untergründe.