Die Metall-Skulpturen Eberhard Fiebigs stehen im Kontrast zu den farbigen Installationen Sung Hern Lees.

Foto: Bernd März

Aktueller Museumstipp: Erzhammer zeigt kühle Kunst für heiße Tage

Zu einer besonderen Entdeckungsreise lädt die diesjährige Sommerausstellung kunstinteressierte Besucher in den Kleinen Saal des Erzhammers ein. Rund 20 Skulpturen des international bedeutenden Künstlers Eberhard Fiebig werden durch einen monumentalen farbigen Rahmen ergänzt, den die Installationen des jungen Südkoreaners Sung Hern Lee eigens für diesen Ort schaffen. Die kühle Schönheit der aus Metall gefertigten Werke Fiebigs verbindet sich perfekt mit den überdimensionalen Stoffbahnen Lees. Und selbst das moderne Ambiente des Raumes wirkt so, als sei es speziell für diesen Zweck entstanden.

International Namen gemacht

"Es ist für uns immer wieder eine Herausforderung, Einheimischen und Gästen mit den Sommerausstellungen etwas Besonderes zu bieten", nannte Kulturmanagerin Gabriele Lorenz den Anspruch der Organisatoren, mit Hilfe der Kunst weltstädtisches Flair ins Erzgebirge zu holen. "Unser Haus bietet dafür aufgrund der vorhandenen Vielzahl von Räumen und mit seiner zentralen Lage alle Möglichkeiten. Wir wünschen uns, dass die Besucher dieser Schau sich an- und aufregen lassen von außergewöhnlichen Kunstwerken in einer einmaligen Kombination", brachte Lorenz ihre Erwartungen zum Ausdruck.

Eine fachkundige Einführung in die Arbeit beider Künstler gab die Kunsthistorikerin Anjelika Spöth. Mit großer Sachkenntnis ließ sie unter anderem die bewegte Biografie von Eberhard Fiebig Revue passieren, der seit den 1960er-Jahren zu den Großen seiner Zunft gehört und sich mit teilweise überdimensionalen Skulpturen aus Stahl international einen Namen gemacht hat. Bereits im Alter von 17 Jahren fertigte er die ersten Skulpturen. In den Jahren danach machte sich Eberhard Fiebig nicht nur als Künstler, sondern auch als gesellschaftskritischer Publizist und Fotograf einen Namen.

Spannender Kontrast

Die im Erzhammer gezeigten Werke des heute 83-Jährigen, der aus gesundheitlichen Gründen bei der Vernissage nicht anwesend sein konnte, sind im Gegensatz zu vielen seiner monumentalen Plastiken von handlicher Größe. Überwiegend aus Metallblech gefertigt, bestechen sie zum einen durch eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Formen, zum anderen durch die absolute Präzision der Verarbeitung.

Im spannenden Kontrast dazu stehen die aus Jute, Keilrahmen und Rollpapier gefertigten Installationen von Sung Hern Lee in Rot, Blau und Schwarz, die allein schon durch ihre Farbigkeit die Werke von Eberhard Fiebig vortrefflich ergänzen.

Zu verdanken ist diese außerordentlich gelungene Kombination dem jungen Kasseler Galeristen Tobias Rasch. Der gebürtige Tannenberger hatte die Idee zur Ausstellung und stieß damit beim Team des Erzhammers auf offene Ohren.

Service

Die Sommerausstellung im Kleinen Saal des Erzhammers mit Werken von Eberhard Fiebig und Sung Hern Lee ist noch bis zum 18. August zu sehen. Der Eintritt ist frei. Einige der Skulpturen von Fiebigs sind verkäuflich, der Verkauf erfolgt über die Galerie Rasch, Telefon 0176 61197425.

www.galerie-rasch.de

 
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Aktueller Museumstipp: Erzhammer zeigt kühle Kunst für heiße Tage
"Der Erfolg einer Galerie hängt nicht von der Größe der Stadt ab."
 
erschienen am 22.07.2013 ( Von Petra Kaden )
 
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