Der Barbara-Uthmann-Brunnen auf dem Annaberger Markt.

Foto: Brigitte Streek

Annaberg-Buchholz arbeitet an Barbara-Uthmann-Festjahr

Ob die große erzgebirgische Verlegerin in Elterlein oder doch in Annaberg-Buchholz geboren ist, darüber wird heutzutage gern gestritten. Unbestritten scheint hingegen ihr Geburtsjahr: 1514.

In zwei Jahren wird im Erzgebirge der 500. Geburtstag von Barbara Uthmann begangen. Die Kreisstadt, in der die Unternehmerin die meiste Zeit ihres Lebens wirkte, will 2014 gar zum Uthmann-Jahr erklären. Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen, Peggy Kreller, Leiterin des Fachbereiches Kultur, Marketing und Tourismus der Kreisstadt, hatte den Räten ein erstes Konzept für die Feierlichkeiten präsentiert.

Demnach sind über das gesamte Jahr hinweg verschiedene Veranstaltungen vorgesehen. Erste Akzente in Sachen Barbara Uthmann sollen 2014 mit der Januar-Volkskunstausstellung im Erzhammer gesetzt werden. Auch andere im Stadtleben fest verankerte Events möchte Kreller in dem Festjahr gern auf Uthmann trimmen. Als Beispiel nannte sie die vom Werbering organisierte Modenacht im Mai. "Sie könnte als Spitzenmodenacht über die Bühne gehen, umso einen Bogen zum Spitzenklöppeln zu spannen, mit dem Barbara Uthmann in der Vergangenheit immer wieder in Verbindung gebracht wird, was inzwischen aber wohl nicht mehr hundertprozentig sicher ist", betonte Kreller.

Sie spielte dabei auf jüngere Forschungen von Reinhart Unger aus Annaberg-Buchholz an. Seinen Worten zufolge wird Barbara Uthmann wahrscheinlich zu Unrecht als eine der größten Förderinnen des  Klöppeln bezeichnet, was ihre Verdienste aber keineswegs schmälere. So habe die Unternehmerin in Spitzenzeiten bis zu 900 Bortenwirkerinnen und nicht Klöpplerinnen beschäftigt, in dem sie den Frauen Material lieferte und ihnen anschließend die in Heimarbeit gefertigten Waren abkaufte und veräußerte.

Doch zurück zum geplanten Festjahr. Dessen Höhepunkt ist für August terminiert. In jenem Monat - ein genaues Datum steht noch nicht fest - plant die Kreisstadt ein Festwochenende mit Festumzug. Im September sind dann die Annaberger Klöppeltage geplant und im Oktober soll eine Sonderausstellung zur großen Tochter der Stadt in der Manufaktur der Träume öffnen.

In die Feierlichkeiten will Kreller auch andere Kommunen einbeziehen, die eng mit Barbara Uthmann verknüpft sind. So unter anderem Olbernhau, wo sie nach dem Tod ihres Mannes Christoph von 1553 bis 1567 die Saigerhütte im Ortsteil Grünthal führte. Aber auch die Stadt Elterlein gehört dazu, deren Name Barbaras Vater Heinrich von Elterlein trug. Die Kosten, die mit dem Uthmann-Festjahr auf die Stadt zukommen, schätzte Peggy Kreller auf etwa 100.000 Euro.

 

 
erschienen am 05.07.2012 (von Thomas Wittig)
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)
Artikel weiter empfehlen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Wetter

Hier finden Sie lokale Prognosen und den 4-Tage-Trend für viele Orte des Erzgebirges sowie die Wetterrekorde der Region.

weiterlesen