Filmtheater Jens Theska und Katrin Müller vom Förderverein zum Erhalt des Schneeberger Kinos freuen sich über die historische Kasse, die der Verein aus einem alten Filmtheater in der Pfalz bekommen hat.

Foto: Lars Rosenkranz

Historisches Kassenhaus schmückt Schneeberger Kino

Die Mitglieder des Schneeberger Fördervereins Union-Filmtheater scheuen keine Mühen. Aus Rheinland-Pfalz haben sie ein historisches Kassenhaus ins Erzgebirge geholt, um es zu restaurieren und im Haus an der Hartensteiner Straße wieder aufzustellen. Die verglaste, halbrunde Kabine steht links vom Eingang und versprüht nostalgisches Kino-Flair.

Darauf bauen die Mitstreiter um Vereinschef Jens Theska. Das Häuschen sowie die goldfarben umrandeten Lampen an Decke und Wänden im Foyer sind ein weiterer Mosaikstein, um das Schneeberger Kino wieder zu dem zu machen, was es einmal war. Maßgeblich dabei im Inneren: der Stil der 1970er-Jahre.

Das Kassenhäuschen stammt noch dazu aus einem der ältesten Kinos Deutschlands, den Flonheimer Lichtspielen. Der Fund war Zufall. Erik Strobel vom Schneeberger Förderverein sammelt privat Film- und Vorführtechnik. Über seine Kontakte stieß er auf das Schmuckstück.

"Das Kino in Flonheim war dem Abriss preisgegeben. Also kümmerte ich mich - und wir durften das Kassenhäuschen, das dort seit etwa 1899 stand, sowie Teile der Beleuchtung abholen." Berühmt sind die Flonheimer Lichtspiele dank ihres des Vorführers Hans Frank, der 2008 im Alter von 92 Jahren in seiner Vorführ-Kabine starb. "Insofern zieht in unser Haus nun ein Stück deutsche Kinogeschichte ein", sagt Theska.

Die Mitglieder des Schneeberger Fördervereins haben in den vergangenen Jahren viel erreicht. In der ehemaligen Wohnung im zweiten Stock gibt es zwei große Zimmer samt Küchenzeile für Firmen-, Familienfeste und Feiern. Die Miete beträgt 120 Euro. Wer noch 80 Euro drauflegt, bekommt im Schneeberger Kino sogar eine private Vorstellung. "Der Film ist frei wählbar und der Vorführer inklusive", so Theska.

Trotzdem: Zu tun gibt es für die derzeit 17 Mitglieder nach wie vor eine Menge. So befindet sich der Treppenaufgang im Rohputz-Zustand. Und der alte Vorhang im Saal hat bei einer Waschaktion 50 Zentimeter Stoff eingebüßt. "Er ist eingelaufen", so Kathrin Müller schmunzelnd. Unterkriegen lässt sich die engagierte Truppe von solchen Rückschlägen nicht. Vielmehr setzt sie Schritt für Schritt neue Ideen um. So bereichern Schneeberger Kunststudenten die Räume des Kinos mit ihren Arbeiten. "Das ist angelaufen und muss sich noch entwickeln. Aber ein Anfang ist gemacht."

Der Verein will das Schneeberger Kino der 1970er-Jahre erhalten - so kennen es viele noch von früher. "Es soll authentisch sein", sagt Theska. Neuheit: Gäste können ihre Karten ab sofort in D-Mark bezahlen.

www.filmtheater-schneeberg.de

 
(Von Anna Neef)
 
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