Auch diese Produkt-Collage gehört zur Ausstellung über die Industriegeschichte von Lößnitz, in der Textil- und Schuhfabriken eine große Rolle spielten.

Foto: Lars Rosenkranz

Industriegeschichte der Erzgebirgsstadt Lößnitz im Fokus

Es ist die erste ihrer Art im Erzgebirge, sagen die Initiatoren: Und tatsächlich lockt die Ausstellung über die Industriegeschichte der Stadt Lößnitz viele Neugierige an. Gestaltet haben die Schau aus Anlass der 775-Jahr-Feier vor wenigen Wochen die Mitglieder des Vereins Lößnitzer Heimatfreunde.

Besonderes Augenmerk gilt der Ära von der Nachkriegszeit ab 1945 bis zur Wende. "Viele Menschen erbrachten in Lößnitz ihre Lebensleistung. Das soll gewürdigt werden und unvergessen bleiben", so Vereinsvorsitzende Steffi Rathe. Weiteres Ziel: mit neuen Wegweisern den Tourismus ankurbeln. Basis der Expositionen ist eine Chronik, die während einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme Mitte der 1990er-Jahre erarbeitet worden ist und vier dicke Ordner umfasst. Lößnitz gehörte zu den wichtigsten Industriestandorten des damaligen Kreises Aue mit 1990 rund 12.000 Arbeitsplätzen. Die Menschen verdienten ihren Lohn in Großbetrieben wie der Schuhfabrik, dem Bekleidungswerk, der Wäschekonfektion und Pirol.

Reise in die industrielle Vergangenheit

Bei der Vorbereitung der Ausstellung liefen die Fäden bei Karin Birke, Brigitte Böttrich, Christa Günther, Reingard Seewald, Gisela Filinski, Bernd Männel, Werner Naumann, Wolfgang Rathe und Gerhard Troll zusammen. Ihr Wunsch: dass sich ehemalige Arbeiter wiedererkennen und Schüler die Schau als Reise in die industrielle Vergangenheit der volkseigenen Betriebe nutzen. Neben Anzügen aus der letzten Nobelman-Marken-Produktion sind Schuhe zu sehen, die oft für den Export bestimmt waren. Hinzu kommen Kehrschaufeln, Strandkleider und Spielgeld.

"Die Ausstellung ist informativ und weckt Erinnerungen", sagte Besucher Peter Neukirch. Der 65-Jährige lernte einst bei Emil Schwammekrug. "Die Firma hat überlebt, sich geteilt. Sie existiert als Pfau GmbH und Bauer Werkzeugbau und Stanzerei GmbH weiter", so der Lößnitzer, dessen Frau Sigrid nicht nur den Verbandsmull entdeckte, den sie einst in der Weberei herstellte. Urkunden, Fotos, Betriebspläne und vieles mehr machen die Ausstellung einzigartig. Sie spart auch die am 1. Juni 1953 eröffnete Kinderkrippe nicht aus, in der anfangs 20 Knirpse betreut wurden. 1974 besuchten sie bereits 124 Mädchen und Jungen.

Service

Zu sehen ist die Industrieausstellung im Bürgerhaus noch bis Ende des Jahres - jeweils zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung.

Kontakt

Anmeldungen sind bei Matthias Rockstroh nötig: Ruf 03771 557516

 
erschienen am 09.07.2013 ( Von Karina Kartach )
 
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