Südtor von Schloss Augustusburg

Foto: Fremdenverkehrsamt Augustusburg

Schloss Augustusburg: Einzigartige Vielfalt vor den Toren von Chemnitz

Historisches Bauwerk vereint Museen, Restaurant, Jugendherberge und "Glücksschmiede"

Willkommen im Schlösserland Sachsen: Dort, wo heute das Schloss Augustusburg steht, befand sich zuvor die Burg Schellenberg. Doch nachdem ein Feuer und ein Blitzeinschlag die Gemäuer teilweise zerstört hatten, erfolgte am 30. März 1568 der Grundstein zum Bau des Schlosses.

Eine Maßnahme, von der in den folgenden Jahrhunderten viele Menschen profitieren sollten - egal ob sie nun zur Jagd verweilten, während des Befreiungskrieges gegen Napoleon im örtlichen Lazarett behandelt wurden oder während so mancher Gefechte einfach nur Zuflucht suchten. Und selbst der Kerker bot den Gefangenen womöglich bessere Bedingungen als andere Verliesse. Auch in der Gegenwart erfüllt das Schloss Augustusburg viele Zwecke.

Statt Jagdschloss, Lazarett und Kerker ist das Bauwerk heutzutage Museum, Jugendherberge und zudem noch eine "Glücksschmiede" für Ehepaare. Kurz gesagt: eine Touristenattraktion. Nach der Restaurierung und Sanierung der gesamten Anlagen erstrahlt das Schloss in altem sächsischen Glanz. Jährlich kommen unzählige Touristen, um sich über die Geschichte zu informieren, Architektur und Kunstwerke zu bestaunen und um sich einfach von den Angeboten beeindrucken zu lassen. Einzigartig ist dabei die Vielfalt. So sind im Schloss Augustusburg mehrere Museen, ein Restaurant, eine Jugendherberge, Räumlichkeiten für Hochzeiten sowie eine Falknerei zu finden.

Allein schon die grossen Ausstellungsräume bieten eine kaum zu erfassende Fülle an interessanten Informationen und Beispielen. An erster Stelle ist dabei das Motorradmuseum zu erwähnen, das zu den bedeutendsten und umfangreichsten Zweiradsammlungen in Europa gehört. Auf 800 Quadratmetern kann man sich anhand von 170 Hauptexponaten die 100-jährige Geschichte des Motorrades vor Augen führen, wobei die Abteilung Zweitaktmotorräder/Zschopauer Motorradbau einen besonderen Stellenwert einnimmt. Fast alle Meilensteine in der technischen Entwicklung sind im Original vorhanden.

Wem dieser Ausflug in die Historie, noch nicht weit genug zurückreicht, der kann sich ausserdem im Kutschenmuseum umschauen. Aus der Zeit, als man die PS noch anhand der Anzahl der Tiere erkannte, sind zahlreiche Beispiele vorhanden. Unter anderem werden Stadt- und Gesellschaftswagen sowie Staats- und Galawagen des sächsischen Marstalls aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt.

Um seiner ursprünglichen Funktion als Jagdschloss gerecht zu werden, bietet das Schloss Augustusburg auch eine Dauerausstellung über jagdbare Vögel und Säugetiere an. In einem Bereich wird den Gästen zum Beispiel die "Vogelwelt des Erzgebirges" näher gebracht. Doch auch die Jagd und die Hofhaltung sind Ausstellungsthemen. Dabei ist der Venussaal mit seinen illusionistischen Wandmalereien von Heinrich Göding zu empfehlen. In den angrenzenden Räumen wird die historische Funktion des Schlosses näher erläutert. Dies geschieht durch eine Ausstattung, wie sie zur Zeit von Kurfürst August von Sachsen zu finden war, sowie eine umfangreiche Sammlung von Jagdwaffen. Ebenfalls interessant ist der Adler- und Falkenhof, der in Sachsen Massstäbe setzt. In 45-minütigen Vorführungen, die von Ostern bis Oktober angeboten werden, sind pfeilschnelle Jagdfalken, Wüstenbussarde, Gänsegeier und die gewaltigsten Adler Asiens und Amerikas zu erleben.

Während sich die oberste Gesellschaftsschicht im Mittelalter auf die Jagd machte, schmorten andere "Besucher" der Burg im Kerker. In diesem ehemaligen Bereich werden heutzutage originale und rekonstruierte Straf- und Folterwerkzeuge aus den vergangenen Jahrhunderten präsentiert. Die Gäste werden mittlerweile in anderen, weitaus bequemeren Räumlichkeiten untergebracht. Insgesamt gehören 104 Betten in Mehrbettzimmern sowie ein Clubraum und ein Clubkeller zur Jugendherberge. Etwa 200 Paaren pro Jahr gefällt es auf dem Schloss so gut, da sie sich zu einer Trauung in den historischen Gemäuern entschliessen. Dabei können sie zwischen einer festlich-traditionellen Eheschliessung im Wirtschaftsgebäude und einer romantisch-rustikalen Version in der "Glücksschmiede" wählen.

Weitere Informationen zum Schloss Augustusburg gibt es unter diesem Link.

Im Chemnitzer Verlag ist außerdem ein Buch mit zahlreichen Geschichten rund um die Schlösser Augustburg und Lichtenwalde sowie die Burg Scharfenstein erschienen. Das Buch kann unter diesem Link bestellt werden.

 
erschienen am 03.01.2008
 
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