Das Markenzeichen des Schlosses mit seinem doppelten Mansarddach sind die beiden Türme. Links daneben befindet sich die Orangerie. Das Gebäude mit dem roten Dach ist das Vorschloss. In dem rechten Haus befinden sich Brennerei, Brauerei und Maschinenhaus. Das Markenzeichen des Schlosses mit seinem doppelten Mansarddach sind die beiden Türme. Links daneben befindet sich die Orangerie. Das Gebäude mit dem roten Dach ist das Vorschloss. In dem rechten Haus befinden sich Brennerei, Brauerei und Maschinenhaus.

Foto: Thomas Michel

Schloss in Blankenhain zieht 30.000 Besucher pro Jahr an

Das Schloss in Blankenhain gehört zu einer in Europa einmaligen Anlage, dem Deutschen Landwirtschaftsmuseum. Der sich über elf Hektar erstreckende Komplex umfasst insgesamt 80 Gebäude und bauliche Anlagen, von denen das fünfgeschossige Schloss das markanteste ist. Dabei handelt es sich im eigentlichen Sinne gar nicht um ein Schloss, sondern um ein repräsentatives Gutshaus, das in Form eines Renaissanceschlosses errichtet wurde.

Die Geschichte des aus dem Rittergut mit Schloss, Park und zahlreichen Wirtschaftsgebäuden bestehenden Komplexes reicht bis in die Zeit der Besiedlung im 12. Jahrhundert zurück. 1423 wird erstmalig eine Wasserburg an der Stelle des heutigen Schlosses urkundlich erwähnt. 1661 vernichtete ein Brand einen Großteil des Gutes sowie zahlreiche umliegende Gebäude. Der Wiederaufbau konnte erst acht Jahre später abgeschlossen werden.

Bis 1774 gehörte das Rittergut Landadligen, später bürgerlichen Familien und wohlhabenden Fabrikanten. Zu ihnen gehörte auch Carl Gottlob Scheuereck. Er besaß in Annaberg-Buchholz eine Klöppelspitzenmanufaktur. 1785 ließ Scheuereck auf dem Friedhof von Blankenhain eine Erbbegräbnisstätte in Form eines Mausoleums im byzantinischen Stil errichten. In der Gruft wurde Scheuereck, der 1797 bei einem Jagdunfall ums Leben kam, beigesetzt. Heute ist das Mausoleum eines der Außenobjekte des Museums.

Die Erben der Familie verkauften das Anwesen 1861 an den aus Hof stammenden Fabrikanten Gustav Münch-Ferber. Unter seiner Regie erlebte das Rittergut einen Aufschwung, der bis zum Ersten Weltkrieg anhielt. Ferber ließ das Gut sanieren und die Ausstattung auf den neuesten Stand bringen. Ein Novum für die damalige Zeit: Vom Kesselhaus wurden die erste Etage im Schloss und die Küche zentral mit Heißwasserdampf versorgt. Im Jahr 1924 erfolgte ein erneuter Eigentümerwechsel. Friedrich Wilhelm Zacher, ein Fabrikant aus Leubnitz, kaufte das Gut und bewohnte es von 1925 bis 1945.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Rittergutsbesitzer enteignet und das Land aufgeteilt. Im Vorschloss wurden zwei Neubauernstellen eingerichtet. Das Schloss diente mehrere Jahre als Unterkunft für 60 Heimatvertriebene. Heute werden in dem Gebäude mehrere Ausstellungen gezeigt. Präsentiert wird unter anderem, wie die Gutsherren in der Zeit zwischen 1925 und 1945 wohnten.

Die Idee, in dem Komplex ein Museum zu etablieren, entstand Ende der 1950er-Jahre, wurde jedoch erst 1976 verwirklicht. Aus Anlass der 800-Jahr-Feier von Blankenhain ist am 26. Mai 1981 der erste Bauabschnitt des agrarhistorischen Freilichtmuseums eröffnet worden. Im Laufe der Jahre erfolgte ein schrittweiser Ausbau. 1992 wurde die Einrichtung in "Agrar- und Freilichtmuseum Schloss Blankenhain" umbenannt.

Seit 2006 trägt sie den Namen Deutsches Landwirtschaftsmuseum und befasst sich hauptsächlich mit der Entwicklung der ländlichen Kultur, der Technik und der Arbeit in Mitteldeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Jährlich wird das Museum, das sich in Trägerschaft des Landkreises befindet, von rund 30.000 Interessenten besucht.

 

 
(Von Uwe Mühlhausen)
 
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