Schwibbögen wie dieser sind typisch für das Erzgebirge. Schwibbögen wie dieser sind typisch für das Erzgebirge.

Foto: Tourismusverband Erzgebirge e.V. Studio2Media

Erzgebirge: Willkommen im Weihnachtswunderland

Mit Blick auf den ersten Advent ist die Vorfreude im Erzgebirge überall spürbar. Die Weihnachtsmärkte werden vorbereitet, Plätzchen und Stollenbäcker sind fleißig am Werk und alles wird liebevoll dekoriert. Die Bergmannsvereine rüsten sich für die vielen Termine der Bergparaden, die Chöre und Orchester stimmen sich musikalisch auf die schönste Zeit des Jahres ein. Das Erzgebirge mit all seiner Pracht und Seele erlebt man sehr intensiv zur Weihnachtszeit. Denn kaum ein anderer Landstrich in Sachsen ist für seine weihnachtlichen Rituale so bekannt wie das Erzgebirge.

Ab dem 1. Advent machen rund 500 weihnachtliche Veranstaltungen die Region zum "Weihnachtsland" in Deutschland schlechthin. Hier sind Jahrhunderte alte Bräuche und Traditionen wie Historische Mettenschichten, Bergparaden, Hutzenabende und Lichterfahrten noch tief verwurzelt und werden mit Freude gelebt.

Heimat der Traditionen

Bergparaden:

feierliche Klänge begleiten in diesen Tagen die Bergmänner in ihren prächtigen Trachten durch die Städte und Orte. Bei diesen imposanten Bergparaden ahnt der Betrachter, welch wertvolle
Arbeit die Bergleute einst verrichteten.

Tipps: Am 9. Dezember (17.30 Uhr) ziehen die Bergmänner der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft mit ihren Kapellen durch die Freiberger Altstadt und es ist eine stimmungsvolle Bergparade im Fackelschein zu erleben. Ein weiteres Highlight bildet die "Freiberger Weihnacht", eine Aufführung des Krippenspiels in bergmännischer Tradition am 15. und am 17. Dezember in der Nikolaikirche.

Die große Bergparade am 23. Dezember in Annaberg Buchholz ist mit mehr als 1000 Trachtenträgern der krönende Abschluss. Den Glanzpunkt bildet das gewaltige Bergkonzert an der St. Annen-
Kirche.

Weihnachtskrippe und  Weihnachtsberge:

Weihnachtskrippen finden sich in vielen Gegenden der christlichen Welt. In Deutschland nahmen vor allen in den Gebirgsgegenden im 18. Jahrhundert das Krippenbauen und der Umgang damit Einzug in
das Leben des Volkes. In die zu nächst orientalisch gehaltene Schnitzerei des Westerzgebirges flossen später zunehmend einheimische und zum teil bergmännisch geprägte Elemente ein. So weisen auch die Krippe und der Weihnachtsberg im Erzgebirge eine enge Verbindung auf. In auf wendigen Terrassenbauten, teilweise sogar mit mechanisch bewegten Figuren, mit Landschaft, Stadt und Dorf wurde die Geburt Christi dargestellt.

Hier kann man Weihnachtsberge bestaunen:

Der Weihnachtsberg in Brünlos ist einer der letzten rein mechanischen Weihnachtsberge in Privatbesitz. Er kann im Haus von Familie Kobel nach Vereinbarung ganzjährig besucht werden. In der Weihnachts- und Adventszeit gibt es feste Besuchszeiten. (Öffnungszeiten: November bis Januar, am Wochenende 10 Uhr bis 11.30 Uhr und 13 bis 17 Uhr). Familie Christian Kobel; Windmühlenweg 7; 08297 Zwönitz OT
Brünlos; Tel.: 037296 15838

Weihnachtsberg in Crottendorf: Familie Günther; Güterweg 108 E 09474 Crottendorf; Tel. 037344 / 8980 oder 037344/13882; (bis Lichtmess 2. Feburar 2018)

Erlebnismuseum Manufaktur der Träume; Buchholzer Str. 2, 09456 Annaberg-Buchholz; Tel. 03733 19433 (ganzjährig)

Weihnachtsschau Depot Pohl-Ströher: Schätze mit Geschichte zeigt das "Depot Pohl-Ströher" in Gelenau in seiner alljährlichen Weihnachtsschau. Vom 1. Dezember bis 28. Januar 2018 tummeln sich erzgebirgische Volkskunst, darunter eine einmalige Sammlung an Pyramiden und Deckenleuchtern, so-wie große mechanische Heimat- und Weihnachtsberge. (Emil-Werner-Weg 96; 09423 Gelenau)

Bergmännische Krippe Bergkirche St. Marien in Annaberg- Buchholz

Das außergewöhnliche Kunstprojekt wurde seit dem Jahr 2000 unter der Regie der Stadt von renommierten erzgebirgischen Holzbildhauern umgesetzt. Die Bergmännische Krippe besteht aus äußerst filigran
gestalteten, etwa 1,20 m großen Holzfiguren. Sie zeigen das biblische Weihnachtsgeschehen in einer Bergbaulandschaft des 19. Jahrhunderts.

Komm, wir gehen hutzen!

Eine vorweihnachtliche Tradition im Erzgebirge sind die Hutzen-Nachmittage und Hutzen-Abende. Früher kamen die Menschen der Region zur Dämmerung in der kleinen Stube beim Nachbarn zusammen. Es wurde geschnitzt, geklöppelt, geplaudert, gegessen und getrunken. Noch heute wird in vielen kulturellen und gastronomischen Einrichtungen die Hutzn-Tradition mit geselligem Beisammensein gepflegt. Auch die Historische Mettenschichten (einst die letzte unter Tage gefahrene Schicht vor Weihnachten) sind ein festliches und ergreifendes Erlebnis. Gefeiert wird mit zünftiger Bergmannsmusik, Speckfettbroten
und Glühwein.

Mit der Schmalspurbahn zur Mettenschicht anreisen, das gibt es nur im Preßnitztal. Das ist eine der Besonderheiten der "Öffentlichen Mettenschicht" am Andreas-Gegentrum-Stolln in Jöhstadt
(immer am Samstag des 2. Advents).

Ein besonderes Erlebnis sind auch die Mettenschichten untertage im Schwarzenberger Ortsteil Pöhla. Im Ambiente der größten Zinnkammern Europas, finden in der Vorweihnachtszeit (1. bis 23.
Dezember 2017
) zweimal täglich jeweils um 14 und 18 Uhr Mettenschichten statt. (Anmeldung erforderlich)

Heimat der Lichter
Warmes, weißes Leuchten verwandelt das Erzgebirge mit Beginn der Adventszeit in eine traumhafte Kulisse. Der Ursprung dieses heute sehenswerten erzgebirgischen Lichtermeeres liegt in der Tradition
des Bergbaus, im Glauben an Gott und in der Sehnsucht des Menschen nach dem Licht. Der Schwibbogen, ist ein typisches Symbol dieser verwurzelten Sehnsucht. Gäste erleben das festlich geschmückte
Erzgebirge zum Beispiel bei einer Lichterfahrt mit der Schmalspurbahn.

Zwönitzer Lichtmess

Mariä Lichtmess (am 2. Februar) ist der Tag, mit dem sich der weihnachtliche Festkreis schließt. Heute ist Mariä Lichtmess vielerorts letzter Höhepunkt der "dunklen Jahreszeit" und noch einmal Anlass für ein traditionelles Fest. Das Original im Erzgebirge ist die "Zwönitzer Lichtmess", wo sich das romantisch geschmückte Städtchen von seinem Lichterglanz verabschiedet. Um 17 Uhr beginnt auf dem Marktplatz in Zwönitz eine stimmungsvolle Feier mit den Bergbläsern und einem Kinderchor. Schlag 18 Uhr werden die Lichter gelöscht, der Tannenbaum verliert seinen Schein und die Pyramide wird angehalten. Anschließend wird in den Gaststätten mit musikalischer Umrahmung das traditionelle Lichtmess-Essen (Hirsebrei mit Riesenbratwurst) serviert. An diesem Abend wird auch die Zwönitz Gewitterkerze verkauft, die den Besitzer im kommenden Jahr vor Schaden bewahren soll.  Auch die Stadt Olbernhau begeht seit einigen die Lichtmess mit einer stimmungsvollen Feier.

Tipp: Die Zeit bis Lichtmess können Gäste ausgiebig für romantische Ausflüge nutzen. Lichterglanz, Neujahrs- und Weihnachtsschauen sowie Konzerte gibt es auch im Januar in ruhiger Atmosphäre zu
erleben.

Heimat der Düfte

Das leckere Aroma gebrannter Mandeln mischt sich mit dem urigen Duft von Räucherkerzen. Diese typische Weihnachtsmelange verwöhnt Einheimische genauso wie Gäste, die auf urigen Weihnachtsmärkten bummeln. Die exakte Zusammensetzung der erzgebirgischen Räucherkerzen ist bis heute ein Geheimnis. Ob Weihrauch, Tanne, Orange oder Sandel - jeder Räucherkerzen-Hersteller hütet seine Rezeptur. Gleichwohl sind die Zutaten der Duftkegel bekannt: hochwertiger Holzkohlestaub, Sandelholz- und Rotbuchenmehl, Bindemittel und Duftstoffe aus Kräutern, Harzen, Blüten, Wurzeln oder ätherischen Ölen. Geschickte Hände formen aus diesen Zutaten die kleinen Kegel, die den herrlichen Weihnachtsduft verströmen. Interessierte können das in Schauwerkstätten selbst ausprobieren und ihre eigenen Räucherkerzen kreieren.

Tipp: Räucherkerzenherstellung im Räucherkerzenland in Crottendorf sowie Schauwerkstatt "Zum Weihrichkarzl" in Neudorf.

Weihnachtsleckereien

"Neinerlaa": Schaut man zu Heiligabend auf die Tische der Erzgebirger, findet man verschiedene traditionelle Gerichte. Seine neun Bestandteile, die je nach Ort stark variieren können, sind mit Wünschen für das neue Jahr verbunden. So stehen zum Beispiel Gänsebraten mit Klöße für Wohlstand und Linsen für Segen und "kleines Geld". Tipp für alle Süßigkeiten-Liebhaber: Die Annaberger Backwaren
bieten das "Neinerlaa" als erlesene Pralinenvariation mit weihnachtlichen Zutaten an.

Stollen: Der Stollen ist eine weitere typische Leckerei. Er symbolisiert das in weiße Tücher gewickelte Christkind. Der Kuchen war in den ärmeren Zeiten eine gehaltvolle Nascherei und ist auch heute noch ein wunderbarer Weihnachtsgenuss. Das liegt daran, dass jeder Bäckermeister seine eigene, streng geheime Rezeptur nutzt und der Erzgebirgische Stollenverband mit der Vergabe eines Gütesiegels über die Qualität der Stollen wacht.

 
erschienen am 13.11.2017
 
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