Im Wildgatter Oberrabenstein, Thomas-Müntzer-Höhe 13, gibt es der Jahreszeit gemäß wieder Nachwuchs. Bei den Guteschafen sorgen vier gesunde Lämmer für besondere Aufmerksamkeit. Die jungen Tiere erkunden bereits neugierig ihre Umgebung. Das Guteschaf (Ovis orientalis f. aries) ist eine von der schwedischen Insel Gotland stammende, robuste und mittelgroße Landrasse aus der Gruppe der nordeuropäischen Kurzschwanzschafe. Mit ihrem Körperbau entsprechen sie weitgehend den Schafen, die bereits zur Wikingerzeit gehalten wurden. Charakteristisch ist das dem Mufflon ähnelnde Gehörn, das sowohl bei Böcken (männliche Tiere) als auch bei Auen (weibliche Tiere) ausgeprägt ist. Eine weitere Besonderheit dieser Rasse ist, dass die Tiere ihre Wolle im Frühsommer weitgehend selbst verlieren und daher kaum geschoren werden müssen.
Auch bei den Mufflons (Ovis ammon musimon) gibt es inzwischen vier Lämmer, ein weiteres wird noch erwartet. Muffelwild lebt in Rudeln, die in der Regel aus Schafen (weibliche Tiere), Lämmern und jungen Widdern (männliche Tiere) bestehen und vom sogenannten Leitschaf angeführt werden. Ältere Widder bilden kleine Junggesellengruppen oder leben solitär. Sie sind überwiegend tagaktiv, können aber auch bis in die Nacht hinein aktiv sein. Sie ruhen gerne versteckt.
Die weltweit kleinsten Wildschafe stammen vermutlich ursprünglich aus Korsika und Sardinien. Es wird angenommen, dass sich die europäischen Mufflons in der Jungsteinzeit aus verwilderten Hausschafen entwickelten, die auf den Mittelmeerinseln in felsigen, offenen Gebirgslandschaften mit trockenem Klima lebten. Der genaue Ursprung ist jedoch bis heute nicht abschließend geklärt - möglicherweise überlebten auch kleine Restvorkommen wildlebender Schafe die letzte Eiszeit in diesen Regionen. Durch ihre Herkunft aus waldarmen Gebieten verfügen Mufflons über ein sehr gutes Sehvermögen und konnten potenzielle Gefahren, wie beispielsweise Menschen, bereits aus einer Entfernung von bis zu 800 bis 1.000 Metern erkennen.
Mathias Wagner, Revierleiter des Wildgatter Oberrabenstein: "Der Nachwuchs im Frühjahr ist auch in diesem Jahr wieder ein ganz besonderes Ereignis. Gerade rund um Ostern freuten sich viele Gäste, die jungen Tiere erleben zu können."
Öffnungszeiten (April bis September)
- Tierpark Chemnitz: täglich 9 bis 19 Uhr
- Wildgatter: täglich 9 bis 18 Uhr
- Letzter Einlass und Kassenschluss jeweils eine Stunde vor Schließung.