Museum Gunzenhauser stellt die Farbe Schwarz in den Mittelpunkt

Sommer steht ganz im Zeichen der eigenen hochkarätigen Sammlung

Der Sommer steht im Museum Gunzenhauser ganz im Zeichen der eigenen hochkarätigen Sammlung. Während bedeutende Werke aus dem Bestand derzeit durch die Institutionen in Europa touren, können im Museum am Falkeplatz trotzdem Neuentdeckungen gemacht werden. Die Sonderausstellung #000000 stellt auf einer ganzen Etage die Farbe Schwarz in den Betrachtungsmittelpunkt.

Hier setzen Künstler:innen in Gemälden, Grafiken und Fotografien Schwarz in den unterschiedlichsten Funktionen ein. So kann das Pigment in der reinen Farbgebung zur Darstellung von Leere, Volumen, Masse und zur Betonung von Gewicht verwendet werden. Mit Schwarz wird der Blick auf das Gegensatzpaar aus
Licht und Schatten gerichtet. Und nicht zuletzt visualisiert Schwarz auch Emotionen, assoziiert das Werden und Vergehen oder kann je nach Kontext Gewalt und Angst abbilden.

Erst durch die Fokussierung auf die eine Farbe wird die Bandbreite ihrer Einsatzmöglichkeiten umfassend deutlich. Während auf der einen Seite der Künstler
Arnulf Rainer im expressiven und dynamischen Akt nach der Darstellung das absoluten Nichts sucht, unterstreicht Schwarz bei Bernd und Hilla Bechers Fotografien deren Nüchternheit. Die Abwesenheit aller anderen Farben betont den klaren und dokumentarischen Blick auf die abgebildete Industriearchitektur.

Unter den ausgestellten Künstler:innen sind neben Karl-Heinz Adler, Hermann Glöckner auch die Chemnitzer:innen May Voigt und Michael Morgner vertreten, um nur einige zu nennen. Darüber hinaus gibt es Bekanntes neu zu entdecken. In der Ausstellung Otto Dix und die Neue Sachlichkeit sind in 2. Obergeschoss die berühmten Hauptwerke der bedeutenden Dix-Sammlung zu sehen. Daneben werden Gemälde aus den 1920er Jahren von Conrad Felixmüller, Karl Hubbuch, Gustav Wunderwald und Georg Schrimpf präsentiert. Auch Helmut Kolle ist zurück in den Ausstellungsräumen des Museums. In seinem kurzen Leben, das eine Schaffenszeit von nur einem Jahrzehnt umfasst, hat er einen charakteristischen Stil entwickelt, der Einflüsse des Expressionismus und des Kubismus aufnimmt und verarbeitet. Eine Auswahl von Gemälden Helmut Kolles, Alfred Gunzenhauser zählte zu seinen wichtigsten Sammlern, wird parallel zu einer Präsentation von Plastiken aus dem Bestand gezeigt. Auch wenn die Bildhauer:innenkunst nicht im Zentrum der Sammeltätigkeit des Münchner Galeristen stand, zählt das Museum doch meh-rere hochwertige Plastiken und Skulpturen vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.

Am 6. August ist wieder der freie Freitag. An jedem 1. Freitag des Monats ist der Eintritt frei in den städtischen Museen.

Begleitprogramm

Kino

Zur Ausstellung #000000 im Museum Gunzenhauser widmet sich das neue Programmkino auf dem Sonnenberg CAMERA mit einer 3-teiligen Filmreihe der Farbe Schwarz. Die CAMERA ist als Themenkino geplant. Jedes Jahr kooperiert das Kino mit einer anderen Kulturinstitution in Chemnitz: mit dem Museum Gunzenhauser 2021, mit dem Arthur e.V. 2022 etc.

 

Die Filme werden im Original mit Untertiteln gezeigt.

Workshop

Samstag, 2.10.2021, 13-17 Uhr: Fotografie Workshop mit Mark Frost
In einem Rundgang durch die Ausstellung werden die Spektren der Schwarz-Weiß-Darstellung betrachtet. Im Anschluss entdecken die Teilnehmer:innen mit dem eigenen Fotoapparat oder Smartphone Fotospots im und um das Museum Gunzenhauser, um unter Anleitung von Mark Frost eigene Werke der Schwarz-Weiß-Fotografie zu entwickeln. Die Ergebnisse des Workshops werden in einer kleinen Ausstellung im Museum Gunzenhauser präsentiert.

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