Ergänzend zum Besucherbergwerk lohnt sich die Besichtigung der Annenkirche. Ergänzend zum Besucherbergwerk lohnt sich die Besichtigung der Annenkirche.

Foto: TVE/Uwe Meinhold

Authentisches Welterbe in Annaberg-Buchholz

Das bergmännische Erbe Sachsens sowie wichtige Bestandteile des UNESCO-Welterbes "Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří" stehen im Mittelpunkt eines Tages, der am 22. August ins Herz des "silbernen" Erzgebirges, in die Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz einlädt. Anlass sind das 25. Jubiläum des Silber-Besucherwerkes "Im Gößner", das seit 1995 mitten in der Altstadt von Annaberg und vis-à-vis der Annenkirche zu Entdeckertouren in die Bergbauwelt des 16. Jahrhunderts lockt sowie der berühmte Bergaltar von Hans Hesse in der Annenkirche. In diesem Jahr ist er das optische Symbol der Sächsischen Landesausstellung BOOM.

Die Geschichte des Besucherbergwerkes "Im Gößner" gleicht einer Sensation: Als 1992 Probebohrungen im Hof des Erzgebirgsmuseums für den Neubau der Erzgebirgssparkasse vorgenommen wurden, stießen Arbeiter mitten im Herzen der Annaberger Altstadt auf unberührten Silberbergbau des 16. Jahrhunderts. Damit verbunden war die einzigartige Chance, die Welt des Silberbergbaus konkret erlebbar zu machen, die der berühmte Annaberger Bergaltar von Hans Hesse als erstes profanes Kunstwerk des sächsischen Silberbergbaus in der Annenkirche zeigt. Dank der Zusammenarbeit mit dem sächsischen Wirtschaftsministerium, der Wirtschaftsförderung Annaberg sowie Planern und Bauleuten gelang es dem Stadtrat und der Stadt Annaberg-Buchholz sowie den Mitarbeitern des Erzgebirgsmuseums, innerhalb von drei Jahren ein ehrgeiziges Vorhaben zur Wirklichkeit werden zu lassen. Seit August 1995 ist das Besucherbergwerk "Im Gößner" öffentlich zugänglich. Ausgerüstet mit Helm und Umhang sind mit Stand 30. Juni 2020 308.988 Besucher in die "Annaberger Unterwelt" abgestiegen. Besucher aus der ganzen Welt, so z.B. aus den USA, Australien, Hongkong, Südafrika, Japan, Malaysia, Brasilien, Indien sowie aus der gesamten Bundesrepublik haben die Gelegenheit genutzt, sächsisch-erzgebirgische Bergbauhistorie vor Ort kennen zu lernen. Inzwischen ist das Besucherbergwerk ebenso wie Bergaltar und Annenkirche ein wichtiger Bestandteil des UNESCO-Welterbes "Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří".

Der gut begehbare Rundweg bietet faszinierende Einblicke in den "Bauch des Berges" und verdeutlicht eindrucksvoll den sächsischen Bergbau der beginnenden Neuzeit. Originale Silbergänge und -stollen, der 104 m tiefe, alte Kunstschacht sowie farbenprächtige Minerale sind nur einige der Höhepunkte während der Führung. Anhand des "Dreiklangs" von Besucherbergwerk, Bergaltar und Annenkirche wird bis heute in Annaberg-Buchholz die Boomzeit des Silberbergbaus im 16. Jahrhundert in Sachsen beispielhaft deutlich. Während unter Tage die wirtschaftliche Grundlage der Region geschaffen wurde, entwickelte sich Annaberg parallel dazu in rund 30 Jahren zur zweitgrößten Stadt Sachsens. Reichtum ermöglichte u.a. den Bau der heute größten spätgotischen Hallenkirche Sachsens und die Erschaffung solch einzigartiger Kunstwerke wie den Annaberger Bergaltar.

Bergmännisches Programm - Spannende Untertage-Führungen

Am 22. August 2020 feiert das Besucherbergwerk "Im Gößner" in Annaberg-Buchholz sein 25. Jubiläum. In Wort und Bild werden ab 10.00 Uhr Bergbauingenieur Dr. Günter Meyer, Geologe Dr. Jens Uhlig sowie der Autor und Historiker Bernd Lahl die Geschichte des "Gößner" und des Annaberger Bergbaus Revue passieren lassen. Oberbürgermeister Rolf Schmidt, Fachbereichsleiterin Franziska Herzig sowie der Leiter der städtischen Museen, Wolfgang Blaschke, werden außerdem die Bedeutung des "Gößner" und des UNESCO-Welterbes für Annaberg-Buchholz verdeutlichen.
Von 14.00 bis 17.00 Uhr wird zu einem bunten Familiennachmittag eingeladen. Dabei stehen u.a. Erlebnisführungen für Kinder und Erwachsene in die schillernde Welt unter Tage zu den Lagerstätten des Silbers sowie die Suche nach Edelsteinen und Metallen, wie z. B. Amethysten und Lithium, auf dem Programm. Besonders spannend sind Untertage-Führungen "in die hintersten Winkel des Gößner". Gäste entdecken dabei sonst nicht zugängliche Bereiche des Besucherbergwerks.

Außerdem werden die Entstehung des Besucherbergwerks "Im Gößner" sowie spannende Einblicke in die Untertagewelt in einem Film zu sehen sein. Ab 15.00 Uhr dürfen sich Besucher auf ein "Zechenkonzert" freuen, interpretiert vom Bläserquintett des Bergmusikkorps "Frisch Glück".

Ein sehr schönes "Bonmot" ist das "Halleluja"-Konzert des bekannten Tenors Björn Caspietra ab 17.00 Uhr gegenüber in der Annenkirche. Mit seiner gefühlvollen Stimme und seinem speziellen und augenzwinkernden Humor spannt er einen wunderbaren Bogen von der klassisch-geistlichen bis zur weltlichen Musik.

Unter der Überschrift "Berggeister, Heilige, Grubenfeuer und seltsame Phänomene" laden von 19.00 bis 21.00 Uhr abendlich-stimmungsvolle Führungen erneut ins Besucherbergwerk "Im Gößner" ein. Konzertbesucher aus der Annenkirche erhalten bei Vorlage ihrer Eintrittskarte ermäßigten Eintritt.

Ergänzend zum Besucherbergwerk lohnt sich in der Annenkirche die Besichtigung des berühmten Bergaltars von Hans Hesse (1521). Er ist die bedeutendste künstlerische Darstellung des Erzbergbaus in Sachsen. Zahlreiche szenische Darstellungen zeigen die technologischen Abläufe des Silberbergbaus in der beginnenden Neuzeit. Sehenswert in der Kirche sind zudem das außergewöhnliche Schlingrippengewölbe, die 100 steinernen Emporenreliefs der "biblia pauperum", die Reliefs der "Lebensalter", die "Schöne Tür" sowie spätgotische Altäre.

Sonderführungen "in die hintersten Winkel" können im Erzgebirgsmuseum unter Telefon 03733 23497 vorher angemeldet werden.

 
erschienen am 05.08.2020
 
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