Am 19. September tritt Klavierkabarettist Bodo Wartke mit seinem Programm "Wandelmut" live am Schauplatz Eisenbahn auf.

Foto: Sven A. Hagolani

Tage der Industriekultur gehen ungewöhnliche Wege

Im Jahr der Industriekultur 2020 gehen die Tage der Industriekultur ungewöhnliche Wege, behalten aber auch Bewährtes bei. "Unser Klassiker, die beliebte Spätschicht bei Unternehmen, findet wie gewohnt am Freitagabend statt. Neu ist hingegen, dass das RAW-Festival in diesem Jahr an zwei Wochenenden und zwei Standorten zu erleben ist." kündigt Sören Uhle, Geschäftsführer der CWE mbH und Veranstalter der Tage der Industriekultur an. Unter dem Motto RAW meets BOOM werden in den beiden Chemnitzer Schauplätzen der 4. Sächsischen Landesausstellung, dem Industriemuseum Chemnitz und dem Schauplatz Eisenbahn, besondere kulturelle Akzente gesetzt.

Spätschicht, Freitag, 25. September 2020
Die beliebte Spätschicht findet in diesem Jahr in Chemnitz bei acht Unternehmen statt. Plätze für Führungen können ab Anfang September unter www.industriekultur-chemnitz.de oder in der Tourist-Information kostenfrei reserviert werden. Sören Uhle: "Wir freuen uns, dass trotz schwieriger Voraussetzungen in diesem Jahr und einer kurzen Vorbereitungsphase Unternehmen den Besuchern wieder Einblicke in ihre Arbeitswelten gewähren und auch jungen Menschen für Gespräche über ihre beruflichen Möglichkeiten zur Verfügung stehen werden." In Chemnitz beteiligen sich folgende Unternehmen bei der Spätschicht:

  • SCHÖNHERR WEBA GmbH
  • Chemnitzer Verkehrs-AG
  • Dr. Gühring KG
  • μ-Tec GmbH
  • scia Systems GmbH
  • CEFEG GmbH
  • Harms & Wende QST GmbH

Neu mit einer Führung dabei ist zudem in diesem Jahr das Start-up FCP Fuel Cell Powertrain GmbH. Das junge Unternehmen ist im Bereich Batterie- und Wasserstoff basierter Mobilität tätig. Im Anschluss an die Spätschicht findet dort die "CCI nightshift" statt. Im Rahmen des EU-Projekts InduCCI startet damit eine Reihe regionaler Praxistests und nimmt das Verhältnis von Menschen und Maschinen im Angesicht der Folgen von fortschreitender Automatisierung in den Fokus. Künstler zeigen zur Spätschicht durch eine Performance die laufenden, vergangenen und möglichen Transformationsprozesse der Zukunft in der Industrie und Industriegesellschaft. Vor welchen Auswirkungen auf Produktion, Arbeit und Leben die Industrie durch den derzeitigen Transformationsprozess steht kann im Anschluss an die Veranstaltung mit Experten diskutiert werden. Ziel des EU-Projekts ist die Förderung der Kultur- und Kreativwirtschaft als Schlüsselkraft des Wandels von Wirtschaft und Gesellschaft in Industrieregionen.

Einzigartige Industriekultur zeichnet auch das Erzgebirge aus

Eine einzigartige Industriekultur zeichnet auch das Erzgebirge aus. In mehr als 800 Jahren aus dem Bergbau heraus gewachsen hat sie die Wirtschaft, aber auch die Menschen und Landschaft der Region geformt. Die Jahrhunderte waren geprägt von Blüte und Niedergängen, von Krisen und immer neuen Aufbrüchen, die deshalb gelangen und bis heute gelingen, weil seit jeher Denker und Macher in der Region zu Hause sind. Und so nutzen auch jetzt, trotz manch vager Rahmenbedingung in der von Corona geprägten Zeit, Unternehmen der Region die Chance und öffnen im Rahmen der Spätschicht ihre Türen. Sie wollen zeigen, dass Erfahrungen aus Jahrhunderten heute in modernen, innovativen Firmen neue Früchte tragen. Denn innovative Gedanken und Entwicklungen sind es, die einem Stillstand Paroli bieten. Bei der diesjährigen vierten Veranstaltung sind es zehn Unternehmen, die zeigen, was Industrie im Erzgebirge heute ausmacht.

"Gerade in der jetzigen Zeit ist es wichtig, dass Unternehmen ein Zeichen setzen und zeigen, dass hinter ihren Toren trotz strengerer gesundheitlicher und behördlicher Rahmenbedingungen die Produktion weiter läuft und nach wie vor hervorragende Produkte und Entwicklungen von hier aus in die Welt gehen. Denn auch ich als Wirtschaftsförderer staune bei Firmenbesuchen immer wieder über die enorme Vielfalt der Produkte, die im Erzgebirge entstehen. Das Fachwissen in der Region ist groß, weshalb hier innovative Ideen umgesetzt werden können und sich auch Hidden Champions hinter den Fassaden verbergen. Oftmals gründet diese Innovationskraft auf lange Traditionen und gehütete Wissensschätze, die seit Generationen weitergegeben werden. Die Spätschicht lädt nun alle Interessierten ein, Industrie von Maschinen, Werkzeug- und Automobilbau bis hin zur Textilverarbeitung zu erleben", so Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge GmbH.

RAW meets Boom, Freitag, 18. September 2020 und Samstag, 19. September 2020 am Schauplatz Eisenbahn
Am 18. und 19. September findet RAW meets BOOM am Schauplatz Eisenbahn statt. Das riesige neu gestaltete Gelände in Chemnitz-Hilbersdorf bietet zwischen Hightech der Vergangenheit und den Sauriern der Verkehrsgeschichte einen spektakulären Rahmen für Konzerte.

Am Freitag, 18. September, ist um 19 Uhr ein Konzert mit Rock'n'Strings, der Streicherband der Städtischen Musikschule Chemnitz, zu erleben. Mit faszinierender Leidenschaft bieten die jugendlichen Musiker bei ihrem Auftritt eine Bandbreite an Titeln von Rock-Klassikern über Apocalyptica-und Metalinterpretationen bis zu aktuellen Rock-Pop-Balladen und Funktiteln. Unter der gemeinsamen musikalischen Leitung von Christiane Korn und Henrik Lehmann feiern "Rock‘n‘Strings" 2020 ihr 10-jähriges Bandjubiläum. Tickets sind erhältlich unter www.industriekultur-chemnitz.de.

Am Samstag, 19. September, tritt ebenfalls um 19 Uhr Klavierkabarettist Bodo Wartke mit seinem Programm "Wandelmut" live am Schauplatz Eisenbahn auf. Mutig sein! Mit seinem sechsten Klavierkabarettprogramm erforscht Bodo Wartke eine beständig, in allem wirkende Dynamik: das Wechselspiel von Stetigkeit und Wandel. Dieser fortwährenden Veränderung zu begegnen - ihre Verunsicherungen zu beschreiben und die sich bietenden Möglichkeiten zu gestalten - macht sich der Klavierkabarettist neugierig und in virtuos-gereimter Manier auf den Weg. Wandelmut bietet einen Konzertabend, bei dem Bodo Wartke nicht nur seine Gedanken über den Weltenlauf teilt: In welchem Land, in welcher Gesellschaft will ich leben? Sollen wir es beim Alten belassen oder Neues wagen? Er besingt auch die eigene Wandlung und hinterfragt - persönlich und humorvoll - seine neue, vorher nicht gekannte, Rolle als Familienvater. Mit Wandelmut, der auf Liebe beruht, zeigt sich ein gereifter Bodo Wartke. Poetisch, politisch, persönlich, prägnant! Tickets sind erhältlich unter www.industriekultur-chemnitz.de.

Neben den Konzerten wird am Samstag, 19. September, der Güterschuppen des Schauplatzes in zwei Veranstaltungen mit künstlerischen Aktionen bespielt. Bei den "Maschinen-Rhythmen" sind verschiedene Künstler zu erleben, die unter anderem Geräusche aus Chemnitzer Industrieunternehmen zu einer Symphonie erklingen lassen. Spektakuläre Kompositionen sind bei der audiovisuellen Live-Performance des Künstlers Peter Piek zu erwarten. Der in Chemnitz geborene Maler, Songwriter, Multiinstrumentalist, Autor und Performancekünstler projiziert unter dem Titel "Time Travelling" musikalische Farblichtspiele an einer Lok. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung "Maschinen-Rhythmen" ist erforderlich. Die kostenfreien Tickets sind erhältlich unter www.industriekultur-chemnitz.de und in der Tourist-Information Chemnitz. Neben der Vorstellung ermöglichen sie zugleich die Besichtigung des Schauplatzes Eisenbahn.

RAW meets Boom, Samstag, 26. September 2020 und Sonntag, 27. September 2020 im Industriemuseum Chemnitz
Am Wochenende des 26. und 27. Septembers ist das RAW-Festival im Industriemuseum Chemnitz zu Gast. Den Besuchern wird an beiden Tagen ein Programm geboten aus Füührung durch die Schauplatz-Ausstellung MaschinenBoom., einer Industriekultur-Performance mit den Chemnitzer Künstlern Anasages sowie der Aufführung "Rummelplatz" des Fritz-Theaters. In der Rasmussen-Halle des Industriemuseums bekommen Besucher so die einmalige Gelegenheit, ein Stück aus dem Repertoire der kleinen, aber in Chemnitz etablierten Spielstätte in ungewöhnlicher Umgebung zu erleben. Im Zentrum dieses Theaterstückes, frei nach dem Roman von Werner Bräunig, steht die Wismut AG, jener "Staat im Staate", der um 1950 rund 200.000 Menschen beschäftigt und für 60 Prozent der Uranproduktion der Sowjetunion verantwortlich ist.

Weitere Veranstaltungshighlights im Rahmen der 4. Sächsischen Landesausstellung
Die Schauplatzausstellungen MaschinenBoom. und EisenbahnBoom. an den beiden Chemnitzer Schauplätzen der 4. Sächsischen Landesausstellung sind bereits gut angelaufen. Um nach den Sommerferien das Interesse der Besucher erneut zu wecken, bieten beide Museen ein umfangreiches Rahmenprogramm.

Am Schauplatz Eisenbahn in Chemnitz-Hilbersdorf findet am Sonntag, 30. August, das Zuckertütenfest für ABC-Schützen statt. Zu Gast ist das Deutsche Spielemuseum mit einer Outdoorspielestation entlang des Besucherweges. Hier können Kinder ein Spielehopping machen und verschiedenste Dinge ausprobieren. Zudem gibt es die Kinderführung "Max zeigt's euch!", eine Flimmerstunde für Kids und bei Anmeldung auch eine Überraschung für die Schulanfänger. Am 13. September, dem Tag des offenen Denkmals, bietet der Schauplatz Eisenbahn zusätzliche öffentliche Führungen, Kinder- und Kuratorenführungen sowie die Wagenablauf-Vorführung und ein museumspädagogisches Programm.

Am 3. und 4. Oktober wird voraussichtlich das 29. Heizhausfest nachgeholt. Geboten werden Führungen, Führerstandsmitfahrten, eine Modellbahnbörse und vieles mehr. Mehrere Gastlokomotiven werden erwartet. Spektakuläre Fotomotive können die Besucher bei der Lokparade erwarten. Das Spielemuseum ist ebenfalls wieder zu Gast.

Am Wochenende des 31.10 /1.11.20 feiert der Schauplatz Eisenbahn mit einem bunten Programm sein Saisonende 2020. Informationen unter www.schauplatz-eisenbahn.de

 
erschienen am 27.08.2020
 
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